Edda Hagebölling DH

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Nienburg 27.01.2018 Von Edda Hagebölling

Brücken bauen

Guten Tag

Brücken bauen zwischen den Kulturen. Darin sieht Pastorin [DATENBANK=3394]Almut Birkenstock-Koll[/DATENBANK] eine ihrer wesentlichen Aufgaben. Am heutigen Sonntag wird die Theologin in [DATENBANK=774]St. Martin[/DATENBANK] im Gottesdienst verabschiedet. Voraussichtlich im März geht sie (wieder) nach Tansania.

Im [DATENBANK=3515]Kirchenkreis Nienburg[/DATENBANK] war sie als Springerin eingesetzt. Und für die Betreuung der in der Flüchtlingsarbeit ehrenamtlich Tätigen. Den Geflüchteten selbst ist sie dank ihres abwechslungsreichen beruflichen Lebens –Tansania, Kenia und Iran waren bisher die Stationen – stets auf Augenhöhe begegnet. Sie kann erklären, warum viele Frauen ein Kopftuch tragen und manche Männer Frauen nicht die Hand geben.

Geflüchteten Frauen gilt auch das Augenmerk von Ada Brobova. Zusammen mit [DATENBANK=2109]Katrin Fedler[/DATENBANK], [DATENBANK=2110]Kerstin Brunegraf[/DATENBANK] und Catrina Lohmeier arbeitet sie für die Koordinierungsstelle [DATENBANK=2108]frau+wirtschaft[/DATENBANK]. Um geflüchteten Frauen auf ihrem Weg ins Berufsleben oder gar in die Selbstständigkeit zu begleiten, braucht es einen langen Atem.

Viele haben die Schule gar nicht oder allenfalls fünf, sechs Jahre besucht, die, die eine Berufsausbildung oder ein Studium absolviert haben, klären gerade, inwiefern ihre Abschlüsse in Deutschland anerkannt werden. Und das, ohne zu wissen, ob sie überhaupt bleiben dürfen, weil ihr Asylantrag in erster Instanz abgelehnt oder nur auf zwei Jahre befristet wurde. Eine Situation, die auch vielen Ehrenamtlichen zu schaffen macht.

„Können wir uns wirklich in den Begegnungscafés mit den Geflüchteten treffen, ums darum kümmern, dass sie Bettwäsche und Möbel haben und dabei so tun, als ob alles in Ordnung wäre“, hatte Wilfried Möhlmann in den Raum geworfen, als unlängst Flüchtlingsinitiativen aus Stadt und Kreis unter der Regie von Almut Birkenstock-Koll zusammenkamen.

Ratlos macht aber auch, zu hören, dass im Landkreis Nienburg die Hälfte aller Frauen nicht berufstätig oder zumindest nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Ihnen gilt das Hauptaugenmerk von frau+wirtschaft. Das Programm für 2018 enthält Veranstaltungen für Frauen, die (wieder) in das Arbeitsleben einsteigen oder sich beruflich verändern möchten. Willkommen sind aber auch Frauen, die mitten im Berufsleben stehen. Auch sie könnten sich von Angebote, wie „Nein sagen lernen“ oder „Raus aus dem Hamsterrad“ angesprochen fühlen.

Besonders stolz ist Katrin Fedler darüber, dass es gelungen ist, einen Halbtags-Bildungsurlaub anbieten zu können. Bildungsurlaube erstrecken sich in der Regel über den ganzen Tag. Da sind Frauen mit kleinen Kindern von vornherein raus.

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Erstellt:
27. Januar 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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