Bücher vom Essensgeld

Bücher vom Essensgeld

Edda Hagebölling DH

Total enttäuscht war die 8c des Nienburger [DATENBANK=4705]Marion-Dönhoff- Gymnasium[/DATENBANK]s, als sie am vergangenen Wochenende feststelle, dass die Hütte (21), in der sie beim Adventszauber an allen Wochenenden Leckeres für einen guten Zweck verkaufen wollte, total abgelegen war. „In der hintersten Ecke zwischen Martinskirche und Eisbahn“, so die Schilderung der Jugendlichen. Doch die Stadtverwaltung zeigte sich flexibel.

Sie teilte den Schülerinnen und Schülern für dieses Wochenende Hütte 9 zu.

Drücken wir die Daumen, dass der Umsatz trotz des mehr als bescheidenen Wetters an diesem Wochenende besser ausfällt und der ehrenamtliche Einsatz zum Wohle anderer entsprechend mehr Spaß macht.

Richtig viel Spaß hatten dagegen die MDGler, die am Freitagvormittag bei perfektem Wetter eine Sonde mit mehreren Kameras an Bord ins All aufsteigen ließen. Und erst recht, als sie selbige am späten Nachmittag im Raum Gorleben auch wieder einsammeln konnten.

Mental unterstützt wurde die Projektgruppe „MDG Nienburg goes Weltall“ von niemand Geringerem als von Deutschlands ehemaligem Astronaut Thomas Reiter. Ob jetzt alle beteiligten Schülerinnen und Schüler Astronaut werden wollen, ist nicht hundertprozentig bekannt. Fest ist aber: Die Mädchen und Jungen eint ihre Begeisterung für Technik und Naturwissenschaften und der Wunsch, auch andere dafür zu interessiern.

Und noch einmal MDG: Am Dienstag hatte das Gymnasium Besuch von Mario C. Barrantes Mancini. Vor rund 35 Jahren hat der damals 16 Jahre alte Argentinier im Rahmen einen Schüleraustauschprogramms ein Jahr lang Nienburgs ehemaliges Mädchengymnasium – damals noch Hindenburgschule – besucht.

Gelebt hat er in dieser Zeit bei Familie Willemer in Eystrup. Quasi als vierter Sohn. Die Bücher, mit deren Hilfe der Argentinier sich im Vorfeld seines Deutschlandaufenthaltes erste Sprachkenntnisse beibrachte, hatte er aus eigener Tasche bezahlt. Von seinem Essensgeld, wie der heute 52-Jährige am Dienstag erzählte.

Bis Januar bleibt Mario C. Barrantes Mancini in Deutschland. Das Weihnachtsfest verbringen er und seine Frau und die vier Kinder in Córdoba zum ersten Mal getrennt. Zu groß war der Wunsch des ehemaligen Austauschschülers, das Wiedersehen mit Willemers nicht noch weiter aufzuschieben.

Aber ob er sich das wirklich gut überlegt hat? In Córdoba war es am Dienstag 37 Grad warm ;-)

DIE HARKE am Sonntag wünscht allen Leserinnen und Lesern einen schönen 2. Advent. Und den Veranstaltern der Weihnachtsmärkte und Konzerte, die an diesem Wochenende überall in Stadt und Kreis stattfinden, dass sich trotz des Wetters doch ein paar Besucher vor die Tür trauen.