Die „Bürgerinitiative contra Tierfabriken in Rodewald und anderswo“ hat die geplanten Hähnchenmastställe in Rodewald abgewendet und löst sich auf. BI

Die „Bürgerinitiative contra Tierfabriken in Rodewald und anderswo“ hat die geplanten Hähnchenmastställe in Rodewald abgewendet und löst sich auf. BI

Rodewald 07.02.2018 Von Die Harke

Bürgerinitiative löst sich auf

Großer Widerstand führte zum Erfolg: Hähnchenmastställe in Rodewald werden nicht gebaut

Die „[DATENBANK=7088]Bürgerinitiative contra Tierfabriken in Rodewald und anderswo[/DATENBANK]“ hat die beiden geplanten Hähnchenmastställe in Rodewald erfolgreich abgewendet und löst sich auf. „Die Bürgerinitiative dankt all ihren Unterstützern“, sagt [DATENBANK=7089]Helmut Grupe[/DATENBANK], Sprecher der bisherigen Bürgerinitiative. Die Bürgerinitiative wurde im November 2011 gegründet. Sie kämpfte seit ihrer Gründung gegen die beiden Hähnchenmastställe für insgesamt 78.000 Tiere. „Sie werden nicht gebaut“, betonte Grupe in einer Pressemitteilung.

Einen Meilenstein für den Widerstand gegen den Bau der geplanten Ställe hätten die zahlreichen schriftlichen Einwendungen an den Fachdienst Immissionsschutz im Kreishaus in Nienburg dargestellt. Mitglieder wie auch Nichtmitglieder hätten sich in hoher Zahl wohlbegründet gegen den Bau der Ställe ausgesprochen. „Die Flut an zu prüfenden Einwendungen ließ den für September 2012 geplanten Erörterungstermin nie zustande kommen“, so Grupe.

„Nachdem der Bauantrag im Februar 2015 mit der Begründung abgelehnt wurde, die Anforderungen an das Keimgutachten seien nicht erfüllt, kam es zum Einspruch des Antragsstellers vor dem Verwaltungsgericht Hannover. Dessen Urteil bestätigte die Entscheidung des Landkreises Nienburg“, erinnert Grupe.

Wie die Mitglieder der Bürgerinitiative dann über einen Kontakt zur Familie des Antragsstellers erfuhren, akzeptiert diese das Urteil des Gerichts und wird die Pläne des Stallbaus zukünftig nicht weiterverfolgen.

Das gemeinsam gesteckte Ziel ist erreicht.

Helmut Grupe, Sprecher der aufgelösten Bürgerinitiative

Nach ihrer Gründung im November 2011 zählte die BI über 200 Mitglieder, welche sich gegen den Bau der beiden geplanten Ställe in Rodewalds unterer Bauernschaft an der Grenze zum Heidekreis aussprachen. Gemeinsam wollte man ein Zeichen gegen die industrielle Tierhaltung mit all ihren negativen Auswirkungen für Mensch, Tier und Umwelt setzen.

Ein Infoabend im Binderhaus, verschiedene Veranstaltungen am geplanten Bauplatz, das Aufstellen von Bannern, die Teilnahme an Demonstrationen und nicht zuletzt wöchentliche Mahnwachen waren Aktivitäten der Initiative. Damit versuchte sie, auf mögliche Gefahren wie zunehmende Nitratbelastung von Grund- und Trinkwasser, massiven Einsatz von Antibiotika in der Tiermast sowie von teils multiresistenten Keimen ausgehende gesundheitliche Gefahren für Menschen hinzuweisen.

Für ihren Einsatz für mehr Tierwohl und der Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft erhielt die Bürgerinitiative im Jahr 2013 sogar den Umweltpreis der SPD Schwarmstedt.

„Das gemeinsam gesteckte Ziel – Verhinderung der geplanten Tierfabriken in Rodewald – ist erreicht. Somit macht die Bürgerinitiative nun einen klaren Schnitt: Sie gibt ihre Auflösung bekannt“, so Grupe.

Die nicht verbrauchten finanziellen Mittel gingen jeweils zur Hälfte an die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sowie an die Zukunftsstiftung Landwirtschaft, welche für eine nachhaltige Landwirtschaft eintreten. Dort komme man zum Beispiel ohne Massenställe und übermäßigen Medikamenteneinsatz in der Tierzucht aus. Das sei auch Ziele der Bürgerinitiative gewesen.

„Die ehemaligen Mitglieder sind sich einig darüber, dass vorhandene Netzwerke aufrechterhalten und Aktivitäten unmittelbar wieder aufgenommen werden, sollten erneut Anträge für die Erbauung von riesigen Ställen gestellt werden“, so Grupe.

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Erstellt:
7. Februar 2018, 21:00 Uhr
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