Neben den Kandidaten zur Samtgemeindebürgermeisterwahl war auch Peggy Schierenbeck (links), Kandidatin der SPD für den Bundestag im Wahlkreis Diepholz-Nienburg, gestern nach Uchte gekommen. Mark Westermann stellte die Kandidaten vor: Klaus-Dieter Hain, Wulf Meyer, Tina Heinecke und Rüdiger Kaltofen (von links). Es fehlte Kareen Heineking-Schütte. Foto: Lüers-Grulke

Neben den Kandidaten zur Samtgemeindebürgermeisterwahl war auch Peggy Schierenbeck (links), Kandidatin der SPD für den Bundestag im Wahlkreis Diepholz-Nienburg, gestern nach Uchte gekommen. Mark Westermann stellte die Kandidaten vor: Klaus-Dieter Hain, Wulf Meyer, Tina Heinecke und Rüdiger Kaltofen (von links). Es fehlte Kareen Heineking-Schütte. Foto: Lüers-Grulke

Uchte 25.07.2021 Von Sabine Lüers-Grulke

Bürgermeisterwahl in Uchte: Vier Kandidaten laufen sich warm

Die Uchter SPD hatte zu einem öffentlichen Frühschoppen eingeladen

Die Uchter SPD hatte zu einem öffentlichen Frühschoppen auf den Färberplatz in Uchte eingeladen.

Das sommerliche Wetter spielte mit, und die zahlreichen Besucher störte es auch nicht, dass sie nur geimpft oder genesen Zutritt zur Veranstaltung mit Bier, Bratwurst und Musik hatten. Alle anderen konnten sich vor Ort auf Covid-19 testen lassen. Die Nachweise wurden an den Eingängen auch für die vier Kandidaten kontrolliert, die zur Wahl des Samtgemeindebürgermeisters bzw. der -bürgermeisterin antreten.

Von den fünf Kandidatinnen und Kandidaten fehlte urlaubsbedingt Kareen Heineking-Schütte. Die anderen Vier stellten sich beim Frühschoppen zunächst mit eigenen Worten vor und anschließend noch den konkreten Fragen der anwesenden Bürger.

Drei Fragen hatte zunächst jeder der Vier zu beantworten: Wer bin ich, was ist meine Motivation und was will ich erreichen? Dazu hatten sie je nur vier Minuten Zeit.

Den Anfang machte Tina Heinecke. Die 40-jährige parteilose Kandidatin, vor 13 Jahren aus Friedewalde hergezogen, hatte zuvor Tütchen mit Vergissmeinnicht-Samen an die Zuhörer verteilt, während ihre männlichen Gegenkandidaten es bei Werberflyern beließen. Die Mutter von vier Kindern will sich nach eigenen Angaben für Kinder und Jugendliche stark machen. „Nichts geht über Teamwork“, sei ihr Lebensmotto.

Zahlreiche Gäste hatten sich auf dem Färberplatz in Uchte eingefunden.

Zahlreiche Gäste hatten sich auf dem Färberplatz in Uchte eingefunden.

Ihr folgte Wulf Meyer aus Kirchdorf, 32 Jahre jung und Vater zweier kleiner Kinder. Der Schwimmeister ohne klassische Verwaltungsausbildung verwies auf seine Herkunft als jüngstes Kind eines Tierarzthaushaltes, der viele und lange Arbeitstage kenne, und darauf, „bekennender Christdemokrat“ zu sein.

Souverän präsentierte sich Klaus-Dieter Hain, 60 Jahre und in Haselhorn/Warmsen wohnend, wo er schon geboren wurde. Der studierte Architekt ist derzeitiger Fachbereichsleiter für Gebäudewirtschaft im Uchter Rathaus und in mehreren Ehrenämtern aktiv. Als sein vorrangiges Ziel nannte er, die digitale Infrastruktur in der Samtgemeinde stärken zu wollen: „Ohne Internet kann man nicht am Leben teilnehmen!“ Hain verwies darauf, dass „die Aufgabe dermaßen vielfältig“ sei, dass sie „nur durch einen Verwaltungsfachmann zu bewältigen sei“.

Als Letzter trat Rüdiger Kaltofen aus Halle/Raddestorf vor das Mikrofon. Der 52-jährige Polizeibeamte, der in Nordrhein-Westfalen arbeitet, outetet sich als Karnevalsfan. Der Vater zweier erwachsener Söhne hat 20 Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik und ist derzeit Vorsitzender des Dörpvereins Halle. Sein erklärtes Ziel: den Tourismus zukunftsorientiert aufstellen.

Im Anschluss stellten die Bürger schriftlich konkrete Fragen an die Kandidaten: die erste nach der „größten Schwäche“ der Samtgemeinde. Während Meyer „das Gegeneinander der einzelnen Gemeinden“ ausgemacht hatte, benannte Heinecke die mangelnde Ärzteversorgung und Hain den digitalen Ausbau. Für Kaltofen gab es „keine Schwächen, nur mehr Bedarf“: im Tourismus.

Auf verkehrsberuhigende Maßnahmen angesprochen, stellte sich Heinecke pauschal auf die Seite von 30er-Zonen. Zum Thema Umweltschutz wollte sie noch mehr autofreie Zonen, während Kaltofen Fahrradtourismus auf den Weg bringen wollte und Meyer erneuerbare Energien und E-Ladesäulen.

Weitere Fragen in Bezug auf die Ausweisung von Gewerbegebieten und Ausgleichsflächen für den Umweltschutz, dem Umgang mit Rechtsextremen und der zukünftigen Jugendarbeit schlossen sich an. Auch wollten manche Bürger noch wissen, was die Kandidaten besser zu machen gedächten als Amtsinhaber Schmale, der nicht wieder kandidiert.

Die SPD wollte, weil sie derzeit mit Reinhard Schmale den Bürgermeister stellt, „allen Bürgerinnen und Bürgern der Samtgemeinde die Chance geben, ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten in zwangloser Atmosphäre zu treffen‘“, so formulierte es Mark Westermann, Kandidat der SPD für die Samtgemeinde und den Flecken Uchte. So konnten hier noch vor der Wahl letzte Fragen an die Bewerberinnen und Bewerber des Amts gestellt werden.

Zuvor hatte Westermann noch Peggy Schierenbeck vorgestellt. Die 50-Jährige aus Weyhe ist die SPD-Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Diepholz-Nienburg I und kann somit auch von den Uchtern gewählt werden.

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Erstellt:
25. Juli 2021, 19:01 Uhr
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