Manuel Neuer musste gegen Union erneut hinter sich greifen. Nach elf Spielen schon der 17. Gegentreffer der Bayern. Foto: Michael Sohn/POOL AP/dpa

Manuel Neuer musste gegen Union erneut hinter sich greifen. Nach elf Spielen schon der 17. Gegentreffer der Bayern. Foto: Michael Sohn/POOL AP/dpa

Berlin 13.12.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Bundesliga: Das war der Samstag, das bringt der Sonntag

Ein schwächelnder FC Bayern, eine Blamage für den BVB und souveräne Leipziger: Das Titelrennen in der Fußball-Bundesliga ist nach elf Spieltagen völlig offen.

Am Sonntag könnte das noch ungeschlagene Bayer Leverkusen die Tabellenführung übernehmen. Im Tabellenkeller gelingen Freiburg und Köln wichtige Siege.

DEBAKEL: Drei Liga-Heimniederlagen in Serie mit zehn Gegentoren, nur noch Platz fünf: Borussia Dortmund ist kurz vor Weihnachten an einem Tiefpunkt angelangt. Ohne den verletzten Torjäger Erling Haaland präsentierte sich der BVB bei der 1:5-Heimblamage gegen den starken VfB Stuttgart vorne harmlos und hinten anfällig. „Wir dürfen zu Hause nicht so auftreten“, sagte Kapitän Marco Reus, der die Leistung seiner Mannschaft „beschämend“ nannte. Auch die Debatten um Trainer Lucien Favre dürften nun wieder zunehmen. „Wir müssen jetzt sprechen und das analysieren“, kündigte der Schweizer nach der Blamage an.

ABWEHRSCHWÄCHE: Beim 1:1 gegen Union Berlin gelang dem sonst so souveränen FC Bayern schon zum vierten Mal in dieser Liga-Saison kein Sieg. Ein Grund dafür: Das frühe 0:1 durch Grischa Prömel (4. Minute). „So haben wir uns das Leben selber schwer gemacht“, kritisierte Thomas Müller. Es war bereits das 17. Gegentor für die Münchner in dieser Saison, zum fünften Mal in Serie lag der FC Bayern mit 0:1 zurück. „Als Torwart nervt es natürlich immer“ sagte Keeper Manuel Neuer dazu. Die Konsequenz: Am Sonntag könnte Bayer Leverkusen die Münchner mit einem Sieg an der Tabellenspitze ablösen.

BESTWERT: Auf den umjubelten Achtelfinal-Einzug in der Champions League folgte das wichtige 2:0 gegen Werder Bremen: RB Leipzig ist derzeit auch im Liga-Alltag gnadenlos effizient - und nach elf Spieltagen punktgleich mit dem FC Bayern. „Letztlich war es ein souveräner und verdienter Sieg“, lobte Trainer Julian Nagelsmann.

TRISTESSE: Anders als Leipzig gelingt Borussia Mönchengladbach das Umschalten von Königsklasse auf Liga-Alltag noch nicht perfekt. Vier Tage nach dem Achtelfinal-Einzug reichte es nur zu einem 1:1 gegen Hertha BSC. Zwar ist der Westclub in der Liga seit vier Spielen ungeschlagen, gewann aber gleichzeitig nur eins der letzten fünf Spiele - das reicht bislang nur zu einem Platz im Mittelfeld. „Das Ergebnis passt uns nicht so in den Kram“, gab Trainer Marco Rose zu, der einige Stammspieler geschont hatte. „Aber die Leistung: Hut ab.“

KONFETTI: Schon der Saisonstart mit 14 Punkten aus zehn Spielen verlief für den Aufsteiger VfB Stuttgart mit seiner jungen Mannschaft überaus erfolgreich, das 5:1 bei Titelaspirant Borussia Dortmund versetzte die Schwaben nun endgültig in Jubelstimmung. „Ich könnt' Konfetti kotzen, so happy bin ich über das, was ich gerade sehen durfte“, schrieb Vorstandschef Thomas Hitzlsperger auf Twitter.

KELLERFRUST: Mit fünf Punkten aus elf Spielen legt der FSV Mainz den schlechtesten Start in eine Bundesliga-Saison hin, das 0:1 gegen den direkten Konkurrenten aus Köln vergrößerte die Sorgen der Rheinhessen noch. „Dass Köln mit dem Aufwand drei Punkte aus Mainz mitnimmt, ist absolut bitter“, sagte Sportvorstand Rouven Schröder. Auch für Coach Jan-Moritz Lichte könnte es nun ungemütlich werden. Wie der Vorletzte aus Mainz verpasste auch der 16. Arminia Bielefeld, der 0:2 beim SC Freiburg unterlag, einen wichtigen Sieg im Tabellenkeller.

SONNTAGSPIELE: In der Liga ist Bayer Leverkusen noch ungeschlagen, am Sonntag könnte die Werkself nun sogar die Tabellenführung übernehmen. Mit einem Sieg gegen die TSG Hoffenheim (18.00 Uhr) würde Bayer an RB Leipzig und dem FC Bayern vorbeiziehen. Zuvor will der Tabellenletzte FC Schalke 04 beim FC Augsburg (15.30 Uhr) seine Negativserie von nun schon 26 sieglosen Liga-Spielen beenden.

Die Zahlen zum Samstag:

3 - Borussia Dortmund verlor die letzten drei Liga-Heimspiele - das gab es zuletzt in der Saison 2013/14 unter Jürgen Klopp

5 - Punkte aus elf Spielen hat Mainz 05 gesammelt - der bislang schlechteste Start des Clubs in eine Bundesliga-Saison

9 - Gegentore nach elf Spielen hat RB Leipzig kassiert - Liga-Bestwert gemeinsam mit Bayer Leverkusen

17 - Gegentore haben die Bayern in dieser Bundesliga-Saison kassiert. Mehr waren es nach elf Spieltagen zuletzt 1981/82 mit 20, damals verpassten die Münchner am Saisonende die Titelverteidigung

© dpa-infocom, dpa:201212-99-670995/2

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Erstellt:
13. Dezember 2020, 04:11 Uhr
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