Iurie Belegurschi

Iurie Belegurschi

22.11.2018 Von Alan Smithee

Bus vs. Mietwagen: Wie sich Island am besten erkunden lässt

Zur Vorbereitung eines Islandurlaubs gehört unweigerlich auch die Zusammenstellung eines Reiseprogramms. So wünschen sich die meisten Touristen einen möglichst umfangreichen Einblick in die Natur der Insel und möchten sich nicht nur mit einzelnen Sehenswürdigkeiten begnügen. Viel von dem Inselstaat zu sehen gibt es sowohl bei einer Reise per Mietwagen als auch per Bus. Die Entscheidung für eine der beiden Optionen will jedoch wohlüberlegt sein.

Im Mietwagen unterwegs: Flexibilität und Kosten als Pluspunkt

Einen Mietwagen in Island zu buchen, ist nicht schwer. Es genügt vollkommen, die Anforderungen an das Mindestalter (20 bis 23 Jahre) zu erfüllen, einen mindestens ein Jahr alten Führerschein zu besitzen und eine Kreditkarte vorzulegen. Wer den Wagen dann nach seiner Ankunft im Land abholt, ist sofort mobil. Das ist ein deutlicher Vorteil für all jene, die nicht lange warten möchten, bis sie ihren Trip beginnen, denn auch Transfers zu Hotels oder anderen Unterkünften sind mit einem eigenen Wagen wesentlich unkomplizierter.

Zudem bietet ein Mietwagen mehr Flexibilität als eine Busreise. Urlauber können ihre Tagespläne frei gestalten und müssen sich nicht an feste Zeiten halten. Somit ist es auch möglich, bei bestimmten Sehenswürdigkeiten länger zu verweilen oder kleine Abstecher zu Orten zu machen, die vorher nicht auf der Agenda standen. Fahren auf Island ist in aller Regel ebenfalls unkompliziert. Gerade auf der Ringstraße herrschen gute Bedingungen. Das mitunter wechselhafte Wetter sollte aber immer im Auge behalten werden. Während dieses im Sommer kaum für Probleme sorgt, kann der Winter mit heftigem Schneefall und Glatteis aufwarten. Dann ist es wichtig, dass das eigene fahrerische Können auch bei rauer Witterung Sicherheit gewährleistet.

Die Wahl des Fahrzeugs beeinflusst die Sicherheit ebenso. Im Sommer sind Kleinwagen absolut ausreichend – es sei denn das Hochland soll erkundet werden. In allen anderen Fällen, also während der Wintersaison oder beim Befahren von F-Straßen, empfiehlt sich die Anmietung eines Wagens mit Allradantrieb. Autovermietungen in Island findet man hier. Dort lässt sich schnell prüfen, welcher Wagen passend ist und wie zufrieden andere Touristen mit ihrer Buchung waren.

Darüber hinaus ist es vorteilhaft, bei seiner Reise nicht an große Gruppen gebunden zu sein. Manche Sehenswürdigkeiten erleben Urlauber lieber für sich und fühlen sich von der Anwesenheit zahlreicher anderer Menschen gestört.

Als Nachteil bei der Mietwagen-Reise werden oftmals die hohen isländischen Benzinpreise genannt. Diese können Interessierte unter anderem bei globalpetrolprices.com einsehen. Hierzu sei jedoch gesagt, dass die Kosten für Fahrzeug und Benzin in Summe trotzdem günstiger ausfallen als jene, die für Busreisen verlangt werden. Während der Sommersaison im Juni können beispielsweise Kleinwagen schon ab etwa 200 Euro für sieben Tage gebucht werden, wobei für Extras wie Navigationsgerät oder Dachbox sowie für die Eintragung eines zweiten Fahrers zusätzliche Kosten anfallen können. Eine Woche auf der Ringstraße zu verbringen und dabei jeden Tag mit dem PKW unterwegs zu sein, dürfte Benzinkosten von höchstens 200 Euro verursachen. Das wären – exklusive Unterkunft und Eintrittspreisen – weniger als 500 Euro für eine Woche Mobilität auf Island.

Mit dem Bus durch Island: Im Einzelfall durchaus sinnvoll

Eine Tour mit einem Bus erscheint auf den ersten Blick sehr unkompliziert. Und in der Tat bedeutet dies einen klaren Vorteil, denn Besucher müssen sich weder um das Fahren noch um die Suche nach einem Parkplatz kümmern. Der Veranstalter übernimmt die gesamte Planung und bietet in einigen Fällen zusätzlich geführte Besichtigungen am Ziel an. Bei möglichen Gefahrensituationen liegt die Hauptverantwortung ebenfalls bei der Reiseleitung. Das kann für jene beruhigend wirken, die sich vor der rauen Natur fürchten oder angesichts vergangener Meldungen (zum Beispiel über die Aktivität des Vulkans Katla) etwas verunsichert sind.

Die vorher genannte Entlastung bringt allerdings auch Einschränkungen mit sich. Wer an Bustouren teilnehmen möchte, muss in aller Regel früh aufstehen und den gesamten Tag nach dem vorgegebenen Programm verbringen. Spontane Erkundungen auf eigene Faust sind nicht möglich und auch die ständige Anwesenheit der Reisegruppe kann das Gefühl von Abgeschiedenheit in der isländischen Natur trüben.

Wer es sich jedoch nicht zutraut, selbst einen PKW über Islands Straßen zu steuern oder keinen Führerschein besitzt, ist mit Busreisen gut beraten. Auch Alleinreisende, die den Anschluss zu weiteren Urlaubern wünschen, dürften sich inmitten einer Gruppe wohler fühlen. Lohnenswert können derartige Touren außerdem für Personen sein, die lediglich einen Städtetrip nach Reykjavík vorhaben. Vor Ort nämlich braucht es nicht zwingend einen Mietwagen. Zwei Tagesausflüge sind dann unter Umständen die günstigere Alternative.

Ein Knackpunkt sind aber zweifellos die Kosten. So können dreitägige Ausflüge mit dem Bus schnell 600 bis 900 Euro kosten, einwöchige Trips zwischen 2.000 und 3.000 Euro und Tagestouren rund 100 Euro. Wer also eine gesamte Woche lang Busausflüge planen will, muss unter dem Strich mehr zahlen als bei einer Reise mit einem Mietwagen.

Iurie Belegurschi

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Erstellt:
22. November 2018, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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