In den Stadtbussen sowie den Bussen von VLN, VGH und Mittelweserbus ist der Einstieg ab sofort nur noch hinten erlaubt. der Kontakt zwischen Fahrgästen und Fahrern soll möglichst unterbunden werden. Flatterband trennt Fahrer von Fahrgästen. Foto: Stüben

In den Stadtbussen sowie den Bussen von VLN, VGH und Mittelweserbus ist der Einstieg ab sofort nur noch hinten erlaubt. der Kontakt zwischen Fahrgästen und Fahrern soll möglichst unterbunden werden. Flatterband trennt Fahrer von Fahrgästen. Foto: Stüben

Nienburg 13.03.2020 Von Sebastian Schwake

Busse haben Sperrzonen und nur einen Einstieg

Das Virus und seine Folgen: IHK-Prüfungen abgesagt / Wesavi, Musikschule und Polizeimuseum geschlossen / Tafel vorerst geöffnet

Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in Stadt und Landkreis Nienburg fest im Griff. Die Menschen aus dem Landkreis Nienburg müssen sich in den nächsten Wochen auf Einschränkungen einstellen.

Wesavi

So bleibt von heute an für zunächst 14 Tage das Wesavi geschlossen, das hat die Bäder GmbH am Freitag mitgeteilt. Es gibt also keinen Schwimm- und Saunabetrieb.

Musikschule

In Absprache mit dem Landkreis und dem Vorstand der Musikschule bleibt die Nienburger Musikschule bis zum 18. April geschlossen, teilte Musikschulleiter Jörg Benthin mit. Weitere Informationen bekommen Interessierte auf der Homepage der Musikschule.

Stadtbibliothek

In der Nienburger Stadtbibliothek fallen laut Leiter Eike Christian Busch bis auf Weiteres alle Veranstaltungen aus. Die Medienausleihe ist aber nach wie vor möglich.

Polizeiakademie

Die Polizeiakademie Niedersachsen stellt ihre Aus- und Fortbildungsangebote bis auf Weiteres ein.

Betroffen sind alle fünf Standorte der Akademie: Neben Nienburg auch Oldenburg, Hannoversch Münden, Hannover und Lüchow. „Derzeit gibt es an der Polizeiakademie in Nienburg aber keinen Verdachtsfall und auch keinen bestätigten Fall“, teilte Sprecher Torben Schnepel am Freitag mit.

Bereits am Montag sei an der Polizeiakademie eine Koordinierungsstelle eingerichtet worden, die sich seitdem nur mit der Bewertung der Coronasituation und der Vorbereitung von Planentscheidungen für die Akademie sowie auch mit der Information der Studierenden und des Stammpersonals beschäftigt.

Die rund 3700 Bachelor- und Masterstudierende werden über eine elektronische Lernplattform und im Selbststudium an ihren Wohnorten beschäftigt. Darüber hinaus sind zunächst bis zum 17. April alle Fortbildungsveranstaltungen der Akademie abgesagt worden. Auch das Polizeimuseum in der Innenstadt ist geschlossen.

Dienstreisen wurden bei der Polizeiakademie generell auf das unvermeidbare Maß reduziert. Besprechungen werden nach Möglichkeit als Video- oder Telefonkonferenzen sowie schriftlich durchgeführt. Die Administration der Akademie solle von Zuhause aus im Home-Office arbeiten.

Die Standorte blieben aber besetzt, Ansprechpartner der Akademieleitung seien jederzeit zu erreichen. „Mit den Maßnahmen wollen wir unseren Betrag dazu leisten, dass die Ausbreitung dieses Virus möglichst verlangsamt wird“, sagte der Direktor der Polizeiakademie, Carsten Rose. Wie lange diese aufrechterhalten werden müssen, ließe sich noch nicht einschätzen.

Polizei

In der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg gebe es bisher ebenfalls keine erkrankten Polizisten und auch keine Coronavirus-Verdachtsfälle. Es seien auch keine Beamten in Quarantäne, sagte Polizeipressesprecher Daniel.

Dennoch habe das Virus auch Auswirkungen auf den polizeilichen Alltag. Schulungstrainings seien bis auf Weiteres abgesagt, und Dienstreisen würden nur noch angetreten, wenn sie zwingend erforderlich sind. Die Einsatzbereitschaft der Nienburger Polizei sei aber voll gegeben. „Wir nehmen das Thema sehr ernst und überprüfen unsere Konzepte täglich und passen die Lage der Situation an“, sagt Jahn.

Nienburger Tafel

Die Nienburger Tafel bleibt zunächst geöffnet. Nächster Ausgabetag in der Kreisstadt wäre am Dienstag. „Da es sich aber um eine sehr dynamische Entwicklung handelt, müssen wir die Lage immer wieder neu bewerten“, sagte Tafel-Leiterin Beate Kiehl. Sie hat in der Tafel die Hygienestandards in den vergangenen Tagen „sehr stark erhöht“, um Kunden und Ehrenamtlichen größtmöglichen Schutz zu bieten.

IHK-Prüfungen

IHK-Prüfungen fallen aus: „Die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfungen ist objektiv nicht mehr möglich. Wir werden alles daran setzen, um negative Konsequenzen für die Teilnehmer möglichst klein zu halten“, teilte Andreas Raetsch von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover mit.

Stadtbus Nienburg

Fahrgäste des Stadtbusses dürfen seit Freitag nur noch hinten einsteigen. „Karten können zurzeit nicht mehr in den Bussen gekauft werden. Es soll kein Kontakt zwischen Fahrgästen und den Fahrern stattfinden“, sagt Anja Regul von der Stadtbusgesellschaft Nienburg.

Diese Regelung gelte zunächst auf unbestimmte Zeit. Wegen des vom Land verhängten Schulausfalls werden von Montag an die in den Aushangfahrplänen an den Haltestellen als Schulfahrten mit „S“ gekennzeichneten Fahrten bis auf Weiteres nicht angeboten.

VLN

Auch in den Bussen der VLN ist der Einstieg nur noch hinten möglich. „Die Sicherheit und das Wohlergehen der Fahrgäste und des Betriebspersonals hat für uns höchste Priorität“, teilte die VLN mit. Zudem ist der Kauf von Tickets im Bus nicht möglich. Busse der VLN fahren ab Montag nach dem Ferienfahrplan. Fahrten, die mit einem „S“ wie Schule im Fahrplan gekennzeichnet sind, werden nicht mehr angeboten.

Busse mit der Kennzeichnung „F“ wie Ferien oder ohne Kennzeichnung fahren. Fahrscheine, mit Ausnahme von Einzel- und Kinder-Einzel-Tickets, sind in der VLN-Geschäftsstelle erhältlich. Situationsbedingt bietet der VLN seinen Fahrgästen auch die Bestellmöglichkeit von Zeit-Tickets an. Diese können schriftlich per Mail an service@vlnnienburg.de auf Rechnung bestellt werden.

Mittelweserbus

In der Mittelweserbus-Flotte ist der Einstieg auch nur noch hinten möglich. Tickets können ebenfalls nicht mehr in den Fahrzeugen gekauft werden. „Wir stellen gerade unsere gesamte Flotte entsprechend um“, sagte der stellvertretende Betriebsleiter von Mittelweserbus, René Preiß.

VGH

Die Busse der VGH fahren ab Montag auch nach dem Ferienfahrplan. Das bedeutet Fahrten, die mit einem „S“ im Fahrplan gekennzeichnet sind, fahren von dann an nicht mehr. Fahrten mit „F“ wie Ferien oder ganz ohne Kennzeichnung fahren.

Die Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (VGH) betonen, dass die Sicherheit und das Wohlergehen der Fahrgäste und des Betriebspersonals höchste Priorität haben. Deswegen ist von sofort an in den Bussen ein Einstieg nur noch hinten möglich.

Zudem werden keine Tickets im Bus verkauft. Die Dauer dieser Maßnahme sei abhängig von der weiteren Entwicklung. Fahrscheine, mit Ausnahme von Einzel- und Kinder-EinzelTickets, sind in den Vorverkaufsstellen erhältlich oder über die Fahrplan-App mit dem Handy zu lösen.

Ab dem kommenden Montag, 16. März, werden alle planbaren Operationen und Eingriffe in den Helios-Kliniken Mittelweser abgesagt. Die betroffenen Patientinnen und Patienten werden telefonisch von der Klinik informiert. Foto: Helios

Ab dem kommenden Montag, 16. März, werden alle planbaren Operationen und Eingriffe in den Helios-Kliniken Mittelweser abgesagt. Die betroffenen Patientinnen und Patienten werden telefonisch von der Klinik informiert. Foto: Helios

Helios-Kliniken

In den Helios-Kliniken Mittelweser gibt es kein ausdrückliches Verbot, Patienten zu besuchen. „Wir bitten aber darum, die Besuche zu minimieren“, sagte Silke Schomburg, Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing.

Jeder müsse das selbst für sich einschätzen und entscheiden, ob ein Besuch unbedingt notwendig sei. „Besucher mit Atemwegserkrankungen sollten natürlich nicht herkommen und wenn man jemanden besucht, sollte man nicht mit der ganzen Familie kommen“, sagte Schomburg.

Diese Vorsichtsmaßnahmen sollen dem Schutz der Patienten, die ohnehin schon angeschlagen seien, und auch dem Schutz der Krankenhaus-Mitarbeiter dienen. „Es gibt ja auch andere Wege, miteinander zu kommunizieren“, sagte Schomburg: „Wir bieten unseren Patienten kostenfreies W-LAN an.“ So könnten sich die Patienten mit ihren Angehörigen auf digitalem Weg austauschen.

Die Helios-Kliniken Mittelweser bitten darum, die Patientenbesuche zu minimieren. Ein ausdrückliches Verbot gibt es aber nicht. Foto: Helios

Die Helios-Kliniken Mittelweser bitten darum, die Patientenbesuche zu minimieren. Ein ausdrückliches Verbot gibt es aber nicht. Foto: Helios

Aktuell (Stand Freitagnachmittag) gibt es laut der Referentin keine Corona-Fälle oder -Verdachtsfälle, die im Krankenhaus betreut werden. Und obwohl in den Helios-Kliniken Mittelweser noch kein Corona-Fall zu vermelden ist, bereiten sie sich darauf vor, zusätzliche Kapazitäten für die Versorgung von schwer verlaufenden COVID-Erkrankungen zu schaffen.

Dazu heißt es in einer Pressemitteilung: „Dem gestrigen Maßnahmenpaket der Bundesregierung werden wir folgen und ab dem kommenden Montag, 16. März, planbare Aufnahmen, Operationen und Eingriffe in Nienburg und Stolzenau verschieben.

Dabei gehen wir nach den folgenden Kriterien vor:

  • Eingriffe und Maßnahmen an Patienten werden dann verschoben, wenn nach medizinischer Einschätzung davon auszugehen ist, dass keine akute Behandlungsbedürftigkeit besteht.
  • Alle übrigen Maßnahmen und Eingriffe, die aus medizinischer Sicht keinen Aufschub erlauben, werden wir zügig vornehmen. Selbstverständlich findet ansonsten die ganze normale Patientenversorgung in der Klinik wie gewohnt weiterhin statt.
  • Wichtig: Die betroffenen Patienten werden direkt von der Klinik angerufen und über die Absage des Eingriffs informiert. Wer keinen Anruf erhält, kann also davon ausgehen, dass der Eingriff stattfindet“, heißt es abschließend in der Helios-Pressemitteilung.

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Erstellt:
13. März 2020, 20:34 Uhr
Lesedauer:
ca. 4min 39sec

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