Am 28. Mai 2017 berichtete DIE HARKE am Sonntag darüber, dass in Drakenburg die letzte der insgesamt sieben Hofladenkisten aufgestellt wurde. Doch das ist jetzt Geschichte. Die Betreiber haben vor den immer wieder auftretenden Beschädigungen kapituliert. Das Foto zeigt die drei innovativen Landwirte mit Heemsens damaligem Samtgemeindebürgermeister Fietze Koop und Tourismus-Expertin Marie Witte. Foto: Archiv Hagebölling

Am 28. Mai 2017 berichtete DIE HARKE am Sonntag darüber, dass in Drakenburg die letzte der insgesamt sieben Hofladenkisten aufgestellt wurde. Doch das ist jetzt Geschichte. Die Betreiber haben vor den immer wieder auftretenden Beschädigungen kapituliert. Das Foto zeigt die drei innovativen Landwirte mit Heemsens damaligem Samtgemeindebürgermeister Fietze Koop und Tourismus-Expertin Marie Witte. Foto: Archiv Hagebölling

Landkreis 04.01.2020 Von Edda Hagebölling

„Bye, bye Hofladenkiste“

Landwirte kapitulieren vor Vandalismus / Verkaufsautomaten mit regionalen Produkten abgebaut

„Die Hofladenkiste GbR stellt zum Ende des Jahres den Betrieb der sieben Verkaufsautomaten ein. Diese werden zwischen Weihnachten und Neujahr abgebaut. Wir reagieren damit auf die anhaltenden Sachbeschädigungen und Manipulationen an unseren Automaten.

Dieses ist dauerhaft weder uns noch unseren Kunden zuzumuten. Fast täglich holen wir ‚Fremdgegenstände‘ aus den Geldeinwurfschlitzen, müssen Verunreinigungen am Automaten entfernen oder ärgern uns über ‚Falschgeld‘, das den Automaten zusätzlich blockiert. Besonders unverständlich und kostenintensiv sind jedoch die wiederholten Sachbeschädigungen, wie eingetretene Scheiben oder versuchte Brandanschläge.

Gullideckel in Automaten geworfen

Nachdem in Hoya sogar ein Gullideckel in den Automaten geworfen wurde, mussten wir einsehen, dass die Idee, regionale Produkte dezentral und rund um die Uhr anzubieten, so nicht umsetzbar ist. Wie und ob wir dieses Ziel in der Zukunft weiterverfolgen werden, werden wir im neuen Jahr entscheiden.“ Per Facebook verkündeten die „Hofladenkisten-Erfinder“ Christian Lohmeyer aus Stendern bei Bücken, Eike Meyer aus Barke, ebenfalls Gemeinde Bücken, und Birger Sieling aus Langeln bei Wietzen am vergangenen Sonntag das Aus für ihre außergewöhnliche Idee, regionale Produkte auch ohne Hofladen zu vertreiben.

Unter der Überschrift „Regionale Produkte. Rund um die Uhr“, hatte die HARKE am Sonntag am 28. Mai 2017 darüber berichtet, dass die letzte der insgesamt sieben Hofladenkisten auf Vermittlung der Mittelweser-Touristik in Drakenburg an der Ortsdurchfahrt vor dem Feuerwehrhaus aufgestellt wurde.

Weiter hieß es in dem Bericht: Damit haben jetzt sowohl die Einheimischen als auch all die Touristen, die auf dem Weser-Radweg unterwegs sind, die Möglichkeit, sich mit Lebensmitteln einzudecken, die von Landwirten aus der Umgebung erzeugt wurden. Eine Liste im Inneren des von Hand gefertigten Holzhäuschens gibt genau Aufschluss darüber, welches Produkt von welchem Erzeuger stammt. Im Angebot sind zum Beispiel Spargel, Heidelbeeren und Kartoffeln vom Hof Barke in Duddenhausen, Hähnchen, Mettwurst und Minisalami vom Lamm vom Hof Lohmeyer in Stendern, Eichel-Mettwurst und -Leberwurst vom Hof Sieling in Langeln, Wurstprodukte und Grillfleisch von den Brokser Sauen aus Bruchhausen-Vilsen, Milchgetränke, Joghurt und Schmauskartoffeln vom Milchhof Grimmelmann in Wietzen, Büffel-Camembert und -Hirtenkäse vom Wasserbüffelhof Mia Fiedler in Warpe, Käse und Frischkäse von der Bünkemühler Hofkäserei, ebenfalls Warpe, Milch und Butter von der Asendorfer Molkerei, Sirup vom Hof Bockhop in Graue, Erdbeeren, Marmelade und Suppen vom Erdbeer- & Kartoffelhof Wendenborstel, Kekse von der Bäckerei Deicke in Marklohe, Eier vom Hof Hacke in Graue und Honig vom Hof Schäfer in Eystrup.

Die siebte und vorerst letzte „Hofladen-Kiste“ – die anderen Standorte sind Asendorf, Bücken, Bruchhausen-Vilsen, Hassel, Hoya und Schweringen – wird täglich bestückt. „Und weil der Mitarbeiter, den wir extra dafür beschäftigen, mit sieben Standorten komplett ausgelastet ist, werden wir vorerst keine weitere Hofladen-Kiste aufstellen“, so die drei Landwirte. Obwohl die Nachfrage groß ist.

Holzhäuschen abgebaut

Ein Hofladen, in dem die Kunden nicht nur ein oder zwei, sondern eine größere Auswahl an regionalen Produkten bekommen, sei für sie – nicht zuletzt wegen der begrenzten Öffnungszeiten – nicht infrage gekommen. Eine „Hofladen-Kiste“, in der der Kunde rund um die Uhr einkaufen kann, schien ihnen da schon geeigneter.

Für Drakenburg hatten sie sich wegen der geografischen Lage entschieden. Und weil es dort nicht nur keinen Hofladen, sondern überhaupt keine Möglichkeit gibt, gute Lebensmittel einzukaufen, ohne längere Wege absolvieren zu müssen.

Doch wie gesagt: das ist jetzt Geschichte. Die Holzhäuschen sind abgebaut.

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Erstellt:
4. Januar 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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