28.09.2014

Chaos nicht so groß wie befürchtet

Ortsbürgermeister Tim Hauschildt bittet: Die offiziellen Umleitungsstrecken nutzen

Von Edda Hagebölling

Nienburg. „Die Belastung ist groß, aber bei weitem nicht so groß wie befürchtet.“ Tim Hauschildt weiß, wovon er spricht. Der Ortsbürgermeister von Erichshagen-Wölpe wohnt direkt an einem der Nadelöhre, die durch die Bauarbeiten für den Nordring-Kreisel entstanden sind: an der Einmündung der Wölper in die Celler Straße.

Seit fast genau vier Wochen sind genau diese beiden Straßen als offizielle Umleitungsstrecken für den Verkehr, der aus Richtung Norden nach Nienburg her ein- und entsprechend auch wieder hinausfließt, ausgewiesen. Und Hauschildt bittet besonders die Insider: Nutzen Sie diese Strecken und schlängeln Sie sich nicht durch die Seitenstraßen. Zum einen aus Rücksicht auf die Anlieger, zum anderen aber auch, weil er täglich aufs Neue beobachtet, dass genau die Autos den Verkehr zum Stocken bringen, die aus den Nebenstraßen in die Celler Straße einfädeln wollen.

Hauschildt weiß zu gut, dass die größte Belastung von den zahllosen Lkw ausgeht, die aus Richtung Verden über Nienburg nach Hannover, Minden, Diepholz oder Bremen wollen. Er vermutet aber auch, dass die Belastung noch größer wäre, wenn nicht doch etliche bereits der Umleitung ab Hassel folgten und sich über Hoya den Weg zur Bundesstraße 6 bahnten.

Dass es relativ gut läuft, liegt nach Überzeugung des Bürgermeisters auch daran, dass die Verantwortlichen von Straßenbauamt, Stadt und Landkreis in den ersten ein, zwei Wochen die Verkehrsführung immer wieder nachjustiert haben. „Die Ampelphasen dauern beispielsweise bis zu 80 Sekunden, üblich sind 30 bis 40“, so Hauschildt. Die Autoschlangen wirkten dadurch auf den ersten Blick zwar recht lang, es kämen aber bei einer Grünphase auch relativ viele Fahrzeuge durch.

Ausdrücklich gelobt wird auch die Arbeit der Polizei. „Einsatzleiter Aribert Ebeling ist immer im Thema und ordnet, wenn es sein muss, auch schon mal Kontrollen an“, so Hauschildt. Sicherheitshalber weist der Ortsbürgermeister in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Zeit der mündlichen Verwarnungen vorbei sei. Wie berichtet, waren gerade am Montag im Holtorfer Weg etliche Bußgelder gegen Autofahrer verhängt worden, auch sei auf der Wilhelmshöhe zum Schutz der Anlieger bereits fünf-, sechsmal geblitzt worden.

Mit Genugtuung zur Kenntnis genommen hat Tim Hauschildt in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung auch, dass die Arbeiten für den Nordring gut vor ankommen. Bisher seien bei den Tiefbauarbeiten keine unliebsamen Überraschungen aufgetaucht. Sollte das so bleiben, stünden die Chancen gut, dass der Kreisel spätestens am 30. November fertig ist. „Ein weiterer Vorteil ist, dass der Kreisel direkt unter der Umgehungsstraße liegt, die Arbeiter also quasi ein Dach über dem Kopf haben“, so der Ortsbürgermeister.

Mit dem Kreisel wird nach Überzeugung Tim Hauschildts einer der bedeutendsten Knotenpunkte entzerrt. An der Stelle, an der jetzt auf Betreiben des Bundes der Kreisel entsteht, hätten sich nicht nur eines Bundes- und eine Landesstraße gekreuzt, es seien auch tagaus, tagein aus allen Himmelrichtungen so viele Lkw, Pkw, Radfahrer und Fußgänger aufeinander getroffen wie kein zweites Mal in Nienburg und Umgebung.

Angesprochen auf die Geschäftsleute zu beiden Seiten der Celler und der besonders der Verdener Landstraße glaubt Tim Hauschildt schon, dass sich die erste Aufregung nach der Sperrung mittlerweile gelegt hat und die Stammkunden den Weg zu ihren Geschäften und Restaurants längst wieder gefunden haben. „Was fehlt, ist natürlich die Laufkundschaft, aber ich denke, dass alle mit einem blauen Auge davonkommen werden“, so der Ortsbürgermeister abschließend.

Zum Artikel

Erstellt:
28. September 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 47sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.