Charles Brauer und Anna Stieblich glänzen in „Heisenberg“.  Christian Enger

Charles Brauer und Anna Stieblich glänzen in „Heisenberg“. Christian Enger

Nienburg 13.09.2019 Von Die Harke

Charles Brauer spielt in „Heisenberg“

Komödie wird am 17. November auf der Bühne des Nienburger Theaters gegeben

Der Physiker Heisenberg kommt nicht vor in dem Stück, es geht auch nicht um Quantenphysik. „Heisenberg“ ist eine leise Komödie, die sich auf die Ängste, Sehnsüchte und Träume seiner Figuren sowie das Gespür für deren Verletzlichkeit konzentriert. Das Nienburger Theater auf dem Hornwerk zeigt die bezaubernde Komödie mit Charles Brauer und Anna Stieblich am Sonntag, 17. November, in einer Nachmittagsvorstellung um 16 Uhr. Unterschiedlicher kann es nicht sein, das Paar, dessen ungewöhnliche (Liebes-) Geschichte auf einem Londoner Bahnhof beginnt, als ein Mann scheinbar zufällig auf den Nacken geküsst wird. Und plötzlich steht die Bühne unter Strom. Georgie ist Anfang 40, quirlig, impulsiv, gesprächig, kontaktfreudig und trotzdem einsam. Sie wirbelt das pedantisch geordnete Leben von Alex ab jetzt gehörig durcheinander. Alex ist Mitte 70, schüchtern, verschlossen und lebt allein, seit seine einzige große Jugendliebe einen anderen heiratete.

Während er mehr oder weniger befremdet und genervt auf die vielen Geschichten reagiert, die sie ungefragt über sich erzählt, ist er gleichzeitig gegen seinen Willen beunruhigt und fasziniert von der unbändigen Energie der charmanten Nervensäge. Dabei weiß er nicht – ebenso wenig wie das Publikum –, welche der immer wieder anders erzählten Details aus ihrem Leben Realität sind, mit welchen sie ihn nur provozieren will und welche nur ihrer Fantasie entspringen. Ist ihr Mann in den Flitterwochen mit ihr nach Thailand geflogen oder war sie nie verheiratet? Ist er abgehauen und lebt, jede Menge Marihuana rauchend, in Amsterdam oder ist er verstorben?

Simon Stephens, einer der meistgespielten britischen Gegenwartsautoren, mag Überraschungen und „Heisenberg“ ist voll davon. Und so merkt Alex irgendwann, dass die Begegnung offenbar doch kein Zufall war. Denn Georgie verfolgt einen Plan: „Ich habe kein Geld. Du schon.“ Hat sie sich nur verplappert oder ist sie wirklich eine Killerin, die es auf sein Geld abgesehen hat? Denn sie braucht Geld. Genauer gesagt: Sie braucht viel Geld. Exakt 15000 Pfund. Ein Vertrauensbruch. Trotzdem gibt ihr Alex das Geld mit der verblüffenden Begründung: Er hat Angst, sich in sie zu verlieben und will nicht, dass das passiert.

Zwei Monate später klingt das Stück mit einem poetischen Happy End aus, dem man sich nicht entziehen kann. In diesem wunderbaren modernen Märchen sind Alex und Georgie während eines ohne Musik getanzten Tangos nicht mehr nur durch ihre Einsamkeit verbunden.

Der Dramatiker Stephens nähert sich seinen Personen mit Verständnis, Neugier, Nachsicht und Zärtlichkeit. Mit Georgie und Alex findet er Figuren, die man im Theater schon lange nicht mehr gesehen hat. Sie verzaubern den Theaterbesucher nicht nur durch ihre Widerspenstigkeit, sondern auch durch ihre ganz eigene Weise, mit der sie um die Verwirklichung ihres Traums vom privaten Glück kämpfen, heißt es in der Ankündigung.

Karten gibt es unter www.theater.nienburg.de.

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Erstellt:
13. September 2019, 14:21 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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