Kreislandwirt Tobias Göckeritz und Bezirksstellenleiter Henrich Meyer zu Vilsendorf mit den Pflanzenschutzexperten Manfred Kettel, Dirk Mußmann, Lüder Cordes und dem Leiter des Pflanzenschutzamtes Dr. Joachim Wendt. LWK

Kreislandwirt Tobias Göckeritz und Bezirksstellenleiter Henrich Meyer zu Vilsendorf mit den Pflanzenschutzexperten Manfred Kettel, Dirk Mußmann, Lüder Cordes und dem Leiter des Pflanzenschutzamtes Dr. Joachim Wendt. LWK

Landesbergen 13.02.2019 Von Die Harke

„Chemie auf Minimum beschränken“

Pflanzenschutztagung der Landwirtschaftskammer behandelte auch das Thema „Maiszünsler“

Kürzlich fand in Landesbergen die traditionelle Pflanzenschutzfachtagung der Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer Niedersachsen statt, die als Fortbildungsmaßnahme für die Sachkunde im Pflanzenschutz anerkannt war. Kreislandwirt Tobias Göckeritz verweis dabei auf die die Wichtigkeit von unbehandelten Kontrollparzellen in landwirtschaftlichen Kulturen. Hierdurch könne insbesondere Nichtlandwirten die ertragssichernde Leistung von Pflanzenschutzmaßnahmen nähergebracht werden.

Im Anschluß referierte Dr. Joachim Wendt, Leiter des Pflanzenschutzamtes der Bezirksstelle Nienburg, über Rechtsgrundlagen im Pflanzenschutz. Hierzu gehöre insbesondere die konsequente Einhaltung der Gewässerabstandsauflagen, aber auch die Bienenschutzverordnung und das Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf Nichtkulturland (zum Beispiel gepflasterte Flächen, Seitenstreifen). Grundsätzlich gelte, dass die Anwendung des chemischen Pflanzenschutzes auf das notwendige Maß beschränkt sein sollte. Hierzu dienten die indirekten Pflanzenschutzmaßnahmen des Integrierten Pflanzenschutzes. Zudem solle der Dokumentationspflicht im Pflanzenschutz, dem Anwenderschutz sowie dem sachgerechten Einsatz der Pflanzenschutzgeräte mehr Beachtung gezollt werden.

Lüder Cordes, Pflanzenschutzberater der Bezirksstelle Nienburg, stellte anschließend Pflanzenschutzmaßnahmen im Mais vor. Eine optimale Unkrautbekämpfung sei der Schlüssel zu einem erfolgreichen Maisanbau. Der Berater erläuterte die Situation des Auftretens des Maiszünslers, der sich weiter im Dienstgebiet ausgebreitet habe. Zur Eindämmung der Zünslerpopulation würden unter Berücksichtigung der Biologie des Schädlings Maßnahmen wie das Schlegeln und Walzen der Stoppel und eine anschließende Pflugfurche empfohlen. Im weiteren Vortragsteil referierte der Berater über Anpassungsmöglichkeiten im Pflanzenbau und Pflanzenschutz, um auf extreme Witterungsereignisse wie im Jahr 2018 künftig besser reagieren zu können.

Dirk Mußmann, Berater für Pflanzenbau und Pflanzenschutz, erläuterte dann Maßnahmen zum gezielten Pflanzenschutz in Getreide. Dabei zeigte er Möglichkeiten zur Regulierung der Ackerungräser und -unkräuter sowie Maßnahmen zur Standfestigkeit im Getreidebau auf. Neben neu zugelassenen Präparaten stellte er auch Möglichkeiten zur Vermeidung von Resistenzen einzelner Pflanzenschutzmittel vor. Hierzu gehöre ein konsequenter Wirkstoffwechsel, wobei der fortschreitende Verlust von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen in den letzten Jahren diese Resistenzstrategie erschweren würden.

Pflanzenschutzberater Manfred Kettel widmete sich anschließend in seinem Vortrag dem Winterraps. Vorgestellt wurden Lösungen zur Unkrautbekämpfung und Wuchsregulierung im Herbst und Frühjahr sowie Versuchsergebnisse und Empfehlungen zur Bekämpfung der Weißstängeligkeit. Zudem wurden neue Herbizidstrategien insbesondere in Wasserschutzgebieten vorgestellt, die zur Verringerung von Pflanzenschutzmittel-Rückständen im Grundwasser beitragen sollen. Entscheidend bei allen Pflanzenschutzmaßnahmen im Raps sei die Beachtung der entsprechenden Anwendungsauflagen der Bekämpfungsschwellen und die Auflagen zum Schutz von Bienen.

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Erstellt:
13. Februar 2019, 08:00 Uhr
Lesedauer:
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