Die Helfer nach getaner Arbeit.

Die Helfer nach getaner Arbeit.

22.02.2015

Container jetzt auf dem Weg nach Lagos

Dr. Onyeukwu ruft dennoch dazu auf, auch weiterhin Medikamente, Gehhilfen oder Nähmaschinen zu spenden

Nienburg. Der Container mit den Sachspenden für die Klinik von Dr. Anario Onyeukwu in Nigerias Hauptstadt Lagos wurde am vergangenen Sonnabend von Nienburg aus zum Verladehafen nach Hamburg gebracht. Von dort wird er in ca. einer Woche auf die Reise nach Lagos gehen. Wie berichtet, hatten seit November 2014 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Vereins Menschlichkeit jeden Sonnabend in den kostenlos zur Verfügung gestellten Räumen der Firma Cordes von Ärzten, Apotheken und anderen Spendern medizinische Geräte, Krankenhauseinrichtungen, Medikamente, Blutdruckgeräte, Blutzucker Messgeräte, Hygieneartikel etc. entgegen genommen.

Alle Spenden – darunter Schuhe, Bügeleisen, Kaffeemaschinen, Radios, Fernseher, Kleidung, Fahrräder – können nun in Kürze an die nigerianische Bevölkerung verteilt werden.

„Zu unserer großen Freude haben wir zusätzlich noch 29 Nähmaschinen gespendet bekommen. Unter dem Motto ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘ sollen diese in den Dörfern verteilt werden“, berichtet Regina Andresen, Gründerin des Vereins Menschlichkeit.

Und Dr. Anario Onyeukwu ergänzt: „Da ich den ganzen März über in Nigeria bin, möchte ich bei der Ankunft des Containers in Lagos dabei sein. Daher musste der Container in kürzester Zeit gebucht werden. Aus eigenen Mitteln habe ich die fehlenden 1 000 Euro hinzu bezahlt. Ich befürchte, dass in Nigeria noch einmal der dreifache Betrag für die Auslösung des Containers hinzu kommt. Deshalb bitte ich auch weiterhin, Geld zu spenden.“

„Die größte Herausforderung war, dass wir alles in vier Tagen auf die Reihe bringen mussten “, berichtet Regina Andresen. Und fährt fort: „Panik kam auf, als feststellten, dass wir noch zusätzlich einen Lkw mit Laderampe oder Hubwagen benötigten, weil noch massige und schwere Geräte in den Container gehoben werden mussten. Als die Spedition Göllner uns ganz spontan einen Lkw mit Laderampe kostenlos zur Verfügung stellte, waren wir sehr erleichtert. Zudem hatte der Fahrer der Firma Göllner, Florian Meyer, sich kurzfristig bereit erklärt, an seinem freien Sonnabend zum Sammelraum zu kommen.“

Am Verladesonnbend waren zahlreiche Helferinnen und Helfer zum Schloßplatz gekommen, um den Container zu beladen. Darunter Frau Wresche von der Realschule Marklohe mit zehn Schülerinnen und Schülern, die syrischen Flüchtlinge Ahmad, Tarik und Khaled aus Husum und Fritz Howe aus dem 130 Kilometer entfernten Lengerich.

„Wie selbstverständlich hatten Meruan Ago und sein Bruder Ismael aus Nienburg die Koordination mit den arabisch sprechenden Leuten übernommen. Alle Säcke und Kartons wurden von Ahmad, Tarik und Khaled im Container professionell und lückenlos verstaut. Wie die fleißigen Ameisen trugen die anderen Helferinnen und Helfer alles vom Sammelraum bis zum Container. Als zuletzt die schweren Geräte mithilfe der Rampe im Container waren, bestellten wir uns das Essen im Restaurant ‚Istanbul‘ und bekamen auch noch 50 Prozent Rabatt mit der Bemerkung, dass der Rest als Spende für den Container anzusehen sei. Auch der Fahrer des Containers, Holger Sundermann meinte, dass er noch nie erlebt habe, dass ein Container mit so viel Freude beladen wurde“, berichtete ein völlig begeisterter Dr. Onyeukwu.

Auf die Frage nach der weiteren Zusammenarbeit mit dem Verein Menschlichkeit betonte der Arzt, dass es sein Ziel sei, eine konstante medizinische Versorgung in seiner Klinik aufzubauen. Daher würde er sich freuen, wenn auch weiterhin Medikamente, Rollstühle und Gehhilfen sowie Nähmaschinen gesammelt würden. Speziell in den Dörfern werden Schuhe benötigt. Ebenso seien Fahrräder, Bügeleisen, Kaffeemaschinen, Küchengeschirr, Radio, Fernseher, Computer etc. sehr gefragt.

Befragt zu den zukünftigen Aktionen zur Unterstützung der Klinik berichtete Regina Andresen, dass zunächst eine Vortragsreihe geplant sei, in der über das Hilfsprojekt berichtet werden soll.

Aus diesem Grund sind Freiwillige willkommen, die die in diesen Wochen entstandenen Videos und Bilder entsprechend aufarbeiten.

„In Zukunft soll es gezielte Sammelaktionen für die Klinik und weitere Bedürftige geben. Bislang steht uns aber kein Raum zur Verfügung. Daher fragen wir schon jetzt, wer dem Verein Menschlichkeit für unbestimmte Zeit Räume kostenlos zur Verfügung stellen kann“ so Regina Andresen. DH

Zu erreichen ist Regina Andresen per Handy unter 01575/ 840 88 49 bzw. per Email unter humanityfirst1@outlook.de. Dr. Anario Onyeukwu hat die Handynummer 0172/31 95 078; das Spendenkonto des Vereins Menschlichkeit bei der Volksbank in Nienburg hat die IBAN-Nummer DE 74 25690009 0020 9996 00.

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Erstellt:
22. Februar 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 09sec

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