Corona beeinflusst auch die militärische Ausbildung

Corona beeinflusst auch die militärische Ausbildung

Kürzlich besuchte Generalleutnant Ludwig Leinhos (vorne, rechts) das in Langendamm stationierte und derzeit unter dem Kommando von Oberstleutnant Sascha Mies stehende Bataillon Elektronische Kampfführung 912. Foto: Bundeswehr / Adrians

Kürzlich besuchte Generalleutnant Ludwig Leinhos das Bataillon Elektronische Kampfführung 912 (kurz: EloKaBtl 912) in der Langendammer Clausewitz-Kaserne. Der Drei-Sterne-General ist Inspekteur und damit ranghöchster Soldat des 2017 geschaffenen militärischen Organisationsbereichs „Cyber- und Informationsraum“. Dessen Aufgaben umfassen nach Bundeswehr-Angaben unter anderem den Betrieb und der Schutz von IT-Strukturen der Bundeswehr eben-so wie die Aufklärung elektromagnetischer Signale.

Leinhos‘ Interesse galt vor allem der Ausbildung in dem Verband: Seit Jahren führt das EloKaBtl 912 bereits quartalsweise die militärische Grundausbildung durch. Bis Ende 2018 sei dies jedoch eher im kleinen Rahmen von bis zu 48 Rekrutinnen geschehen und Rekruten und seitdem für bis zu 144.

„Über eine Ausbildungskompanie, die für diesen Auftrag eigentlich erforderlich ist, verfügte das EloKaBtl 912 bisher nicht. Stattdessen wurde dies neben dem Kernauftrag – der Aufklärung im Einsatz– mit eigenem Personal und durch Unterstützung anderer Verbände geleistet. Eine gewaltige Herausforderung – insbesondere für die eingesetzten Ausbilder und das Führungspersonal“, heißt es weiter.

Neue Ausbilungdskompanie ab 28. September

Dies werde sich bald jedoch ändern: Am 28. September stellt das EloKaBtl 912 eine neue Ausbildungskompanie auf, die diese Aufgabe dann geordnet und mit Kontinuität übernehme.

Obwohl es die neue Einheit offiziell noch gar nicht gebe, habe sie – noch im Status eines Aufbaustabes – schon jetzt ihre Arbeit aufgenommen: Aktuell würden über 60 Rekruten und Offizieranwärter seit dem 17. August soldatische Grundlagen wie Formaldienst oder Wehrrecht und durchlaufen die Waffen- und Schießausbildung erlernen. Dass derzeit nur etwa die Hälfte der maximalen Kapazität ausgereizt werde, sei der Corona-Pandemie geschuldet.

Diesbezüglich interessierte sich Leinhos vor allem, wie die Ausbildung unter den geltenden strengen Hygiene-Maßnahmen abläuft. Jede Kaserne biete schließlich andere Bedingungen. Auch aufgrund der umfangreichen und größtenteils sanierten Infrastruktur Nienburgs sei es für die Ausbilder jedoch lösbar, die Inhalte der Ausbildung so anzupassen, damit Abstände eingehalten und das Ansteckungsrisiko minimiert werde.

Labor für künstliche Intelligenz

Doch nicht nur die Grundausbildung stand auf der Agenda des Generals: Am Ende seines Besuchs besichtigte er das neue „Labor für Künstliche Intelligenz“ des Bataillons. Seit wenigen Monaten entwickeln dort Soldaten Methoden und Verfahren, um die digitale Aus- und Weiterbildung des Verbandes voranzutreiben. Dies sei vor allem wegen der hohen Einsatzbelastung erforderlich: Derzeit ist das EloKaBtl 912 mit zwei größeren Personalkontingenten im Auslandseinsatz. Hinzu kommen die Einsätze in Afghanistan und Mali, welche durch einzelne Soldaten der Dienststelle unterstützt werden.

Leinhos zeigte sich beeindruckt von der Innovationskraft und der Kreativität des Nienburger Aufklärungsverbands sowie vom verantwortungsvollen Blick auf Zukunftstechnologie. Der General war selbst lange Jahre in den Bereichen EloKa und IT tätig: „Es ist immer wunderbar zu sehen, wenn man die Erträge der Gedanken ernten kann, die man einst gesät hat“, resümierte er seinen Besuch in der Clausewitz-Kaserne.