Im Mühlenkreis sind die Zahlen deutlich angestiegen.

Im Mühlenkreis sind die Zahlen deutlich angestiegen.

Minden-Lübbecke 14.03.2020 Von Die Harke

Coronavirus: Zahl der Infizierten steigt auf 47 im Mühlenkreis

Kreisverwaltung ordnet weitere Maßnahmen zur Eindämmung an / Besucher von „Bayerischem Abend“ sollen in häusliche Quarantäne

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten und durch Laboruntersuchung bestätigten Personen im Kreis Minden-Lübbecke ist am Sonnabendnachmittag auf insgesamt 47 gestiegen.

Einen Tag zuvor lag die Zahl noch bei 32. Laut Kreisverwaltung gab es binnen 24 Stunden vier neue Fälle in Minden, vier in Espelkamp, vier in Lübbecke, zwei in Preußisch Oldendorf und einen in Rahden. Als Reaktion hat der Krisenstab des Kreises weitere Maßnahmen beschlossen.

Um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, bittet der Krisenstab alle Besucher des Bayerischen Abends am vorvergangenen Sonnabend, 7. März, im Gasthaus Rose in Espelkamp-Vehlage, sich unabhängig von Symptomen in häusliche Quarantäne zu begeben.

Sollten sich in dieser Zeit Symptome entwickeln, so sollten Betroffene zunächst telefonisch Kontakt mit dem Hausarzt oder dem ärztlichen Notdienst der kassenärztlichen Vereinigung aufnehmen. „Sofern mehrere Personen einer Hausgemeinschaft erkranken, soll bei der Person mit der ausgeprägtesten Symptomatik ein Abstrich vorgenommen werden“, hieß es aus dem Kreishaus. Die Verwaltung betont, dass das Prozedere nichts mit dem Betrieb des Gasthauses zu tun hat.

Ferner gelten ab sofort für vollstationäre Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie Wohngemeinschaften entsprechender Anbieter Besuchseinschränkungen. Demnach ist pro Bewohner täglich nur noch ein Besucher erlaubt.

Die Besuche dürfen nur noch auf dem Zimmer und nicht mehr in Gemeinschaftseinrichtungen stattfinden maximal eine Stunde dauern. Personen, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet oder einem vom Coronavirus besonders betroffenen Gebiet aufgehalten haben, dürfen die genannten Einrichtungen für einen Zeitraum von zwei Wochen seit ihrer Rückkehr nicht betreten.

Nach der Entscheidung der Landesregierung am Freitag, Kitas und Schulen in Nordrhein-Westfalen ab dem morgigen Montag zu schließen, läuft die Organisation einer Notfallbetreuung für die Kinder von Alleinerziehenden und jenen Eltern, die beide in unverzichtbaren Bereichen arbeiten. Dazu zählen insbesondere der Gesundheitssektor, die Behindertenhilfe, die Kinder- und Jugendhilfe, sowie Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Eine neue Regelung gilt auch beim Test auf Covid 19: „Um den Testablauf zu vereinfachen und Ressourcen zu sparen, gilt bei Verdachtsfällen: Wenn Sie zu einer der Gruppen gehören, die Verdachtsfall sein könnten und wenn Sie entsprechende Symptome haben, wird nur noch die Person eines Haushaltes mit Abstrich getestet, welche die stärksten Symptome hat“, teilte die Kreisverwaltung am Sonnabend mit.

Das Gesundheitsamt bittet darum, keine Kontaktpersonen auf eigene Faust zu ermitteln – die Behörde kommt aktiv auf Betroffene zu, wenn ein positiver Fall ermittelt wurde.

Unterdessen lobte Landrat Dr. Ralf Niermann die Bürger im Mühlenkreis für ihre Besonnenheit: „Uns allen ist klar, dass wir zurzeit eine Reihe tiefer Einschnitte in unser alltägliches Leben hinnehmen müssen. Das erfordert eine große gemeinsame Kraftanstrengung, viel Verständnis, Umsicht und Besonnenheit von allen Menschen hier im Kreis gleichermaßen. Je ruhiger und verantwortungsvoller jede und jeder Einzelne mit dieser Situation umgeht, desto schneller wird es uns gelingen, die Lage zu bewältigen. Die Leistung, die jede Bürgerin und jeder Bürger unseres Kreises hier im Moment erbringt, ist hoch anzuerkennen“, sagte er.

Zum Artikel

Erstellt:
14. März 2020, 20:35 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.