Die Ausstellung „Warper Nachtleben“ ist bis zum 1. September im „Haus der Sonne“ in Warpe zu sehen. Sie zeigt Aufnahmen mit der Wildkamera. Foto: Hirndorf

Die Ausstellung „Warper Nachtleben“ ist bis zum 1. September im „Haus der Sonne“ in Warpe zu sehen. Sie zeigt Aufnahmen mit der Wildkamera. Foto: Hirndorf

Warpe 05.07.2020 Von Horst Achtermann

Dachse auf der Suche nach Engerlingen

Im „Haus der Sonne“ in Warpe ist bis zum 1. September die Ausstellung „Warper Nachtleben“ zu sehen

Das „Haus der Sonne“ in Warpe, im Jahr 2012 vom Warper Künstler Pablo Hirndorf nach dem gleichnamigen Gedichtband des Schriftstellers Bert Strebe geschaffen, ist eingebettet in den Skulpturenpfad Warpe. Ein Haus nicht nur für Gedichte, sondern auch für Bilder und Gespräche.

Um die Kultureinrichtung weiter mit Leben zu füllen, haben Pablo Hirndorf und sein Nachbar Dieter Lausch unter dem Titel „Warper Nachtleben – nächtliche Momentaufnahmen mit der Wildkamera“ eine neue Ausstellung organisiert. Eigene Erfahrungen wurden mit eigenen Aufnahmen dokumentiert.

„Bei mir im Garten, aufgewühlte Erde, wie kommen Wildschweine hier rein“, fragte sich unlängst Dieter Lausch. Um eine Antwort zu bekommen, kaufte sich für 80 Euro eine Wildkamera mit Bewegungsmelder. Die Aufnahmen brachten Überraschendes zu Tage. Es waren Dachse auf der Suche nach Engerlingen, die Spuren hinterlassen haben.

Pablo Hirndorf als ausgebildeter Jäger hat in seinen „best of“ Nachtaufnahmen aus der Region Warpe noch zusätzliche interessante Fotos hinzugefügt. Zusammen ergeben die Aufnahmen von Dachsen, Damwild, Marder, Fuchs und Rehwild Bewegungen in der Natur. „Wir schicken unsere Besucherinnen und Besucher auf nächtliche Entdeckungsreise in unserem großartigen Nachtleben im Revier Warpe“, so Pablo Hirndorf.

„Gut, dass Berufsverbände, wie der Bund Bildender Künstler sich dafür einsetzen, dass die bereitgestellten Mittel auch unten ankommen. So ist Städten und Gemeinden zu raten, weiterhin auch für Kunst und Kultur Mittel bereitzustellen.“

Pablo Hirndorf, Künstler

„Das Haus der Sonne sind in einem Zyklus versammelte Texte, die vor zwölf Jahren fertig wurden“, berichtete damals der Autor Bert Strebe. „Eine Jugendgruppe aus Bücken hat aus Fragmenten des Gedichtes ‚Die Raabe‘ jetzt das Rund im Haus der Sonne geschmückt“, freut sich Hirndorf. „Der Skulpturenpfad Warpe ist ein schönes Beispiel, wie in dieser Krise die Betrachtung von Kunst in der Landschaft zu einem willkommenen Freizeiterlebnis wurde, während Museen geschlossen hatten“, ergänzt Hirndorf.

Krisen seien auch immer eine Chance, die Dinge zu reflektieren und neu zu denken. „Hier auf dem Land in den eigenen vier Wänden ist das Leben natürlich auch günstiger als für meine Kollegen in den Städten, die teure Ateliermieten und Lebenshaltungskosten aufbringen müssen“, gibt der Künstler aus Warpe zu bedenken. „Besonders hart ist es für Kulturschaffende, die auf Veranstaltungen angewiesen sind: darstellende Künstler und Künstler, die diesen Veranstaltungen zuarbeiten als Grafiker, Designer oder Beleuchter“. Darum sei es sehr wichtig, dass bei aller Wirtschaftsförderung auch ein Rettungsschirm für die Kunst nicht vergessen wird.

„Gut, dass Berufsverbände, wie der Bund Bildender Künstler sich dafür einsetzen, dass die bereitgestellten Mittel auch unten ankommen“, so Hirndorf weiter. Er appelliert im Gespräch mit der HARKE am Sonntag: „So ist Städten und Gemeinden zu raten, weiterhin auch für Kunst und Kultur Mittel bereitzustellen.“

Das „Haus der Sonne“ ist bis zum 1. September täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Besuch ist nur möglich nach den Regeln zum Schutz vor Corona mit Schutzmaske.

Zum Artikel

Erstellt:
5. Juli 2020, 10:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.