Borstel 15.11.2018 Von Die Harke

„Dafür gibt es kein Verständnis“

Bürgerinitiative „Mensch und Umwelt Sulinger Land“ kritisiert ExxonMobils Umrüstungsmaßnahmen

Nach Angaben der Bürgerinitiative (BI) „Mensch und Umwelt Sulinger Land“ hat Exxon-Mobil den tschechischen Subunternehmer MDN beauftragt, ehemalige Erdgasförderrohre an der Nachbaranlage zur Siedenburg Z11 an der B214 bei Borstel aus den Tiefen an die Oberfläche zu befördern. In der Pressemitteilung der Bürgerinitiative heißt es: „Diese Umrüstmaßnahmen sind besondere und sensible Aktivitäten an der ehemals größten Erdgasförderstelle Niedersachsens. Es können vermehrt Restflüssigkeiten auslaufen und Luftemissionen, inklusive Radioaktivität, stattfinden.

Laut dem Chemiker Prof. Martin Elsner der TU München reagieren die bei der Erdgasförderung eingebrachten Chemikalien in den tiefen Schichten, und es entstehen neue, teilweise unbekannte Verbindungen. Stellt dies ein nicht kalkulierbares Risiko dar, sobald die Förderrohre in den Kontakt mit unserer Umwelt gelangen? Es müssen alle technisch möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen worden sein, dass umweltgefährdende Flüssigkeiten nicht in die Umgebung gelangen. Es muss eine Aufkantung des Betriebsplatzes erfolgen, und es müssen Maßnahmen zum Luftemissionsschutz ergriffen werden.“

Die BI bemängelt, dass nicht berücksichtigt worden sei, dass weiterhin Verkehr direkt an der Anlage vorbeigeführt werde. „In der Pressemitteilung der Exxon-Mobil werden die Anwohner um Verständnis gebeten. Bedeutet dies, dass alle Vorbeifahrenden Verständnis für eventuell auftretende Emissionen haben sollen? Die BI ,Mensch und Umwelt Sulinger Land‘ sagt da ganz klar nein.“

Der NDR berichtete laut BI am 26. Juli über vernachlässigte und defekte Erdölförderanlagen in der Vogtei. Die Abwasserverordnung werde an den wenigsten Betriebsplätzen eingehalten. „Anstatt um Verständnis bei den Anwohnern zu bitten, sollte Exxon-Mobil alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen“, heißt es von der BI: „Die Beauftragung einer tschechischen Bohrfirma gehört nicht dazu. Vertrauensstiftend wäre es, wenn die Arbeiten an der Bohrung Siedenburg Z16 unter einer großflächigen Abdeckung stattfänden und durch fortlaufende Luftmessungen begleitet würden.“

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Erstellt:
15. November 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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