Die Kinderbetreuung ist wichtiger Bestandteil des Kurses, damit sich die Mütter allein auf die Sprache konzentrieren können. Achtermann

Die Kinderbetreuung ist wichtiger Bestandteil des Kurses, damit sich die Mütter allein auf die Sprache konzentrieren können. Achtermann

Hoya 12.05.2018 Von Horst Achtermann

Damit Mütter besser lernen können

Erfolgreicher Sprachkurs mit Kinderbetreuung in Hoya

Ein besonderer Sprachkurs für Frauen mit Flüchtlingshintergrund, 21 Mütter mit Kindern, ist am 15. Januar 2018 im Gemeindezentrum der Evangelischen Martin Luther Kirche in Hoya gestartet – organisiert von der Leiterin des Familienzentrums, Heike Teichmann, und Koordinatorin Ines Brendel. 17 Kinder ab acht Wochen bis fünf Jahren, werden während des Sprachkurses von drei Frauen betreut, in einem Raum gleich nebenan. Antje Polthier, Sylvia Beermann und Ingrid Neermann, haben freiwillig diese Aufgabe übernommen. Dieser erste Kurs in Hoya geht über 300 Stunden, von Januar noch bis Juni.

Unter dem Motto: „Hören – Sprechen – Schreiben“ leitet Sprachdozentin für Deutsch Svenja Rüffel, von der Volkshochschule (VHS) aus Nienburg den Kurs. Die Heilpraktikerin für Psychotherapie unterrichtet von Montag bis Freitag (außer Mittwoch) jeweils von 8.30 bis 11.30 Uhr. Die Frauen kommen aus Hämelhausen, Hassel, Eystrup, Bücken und Hoya, Es sind verheiratete Frauen, die seit sechs Monaten bis zu zweieinhalb Jahren in Deutschland sind. „Die Teilweise mit der großen Flüchtlingswelle aus Syrien, Irak, Iran und Afghanistan gekommen sind“, sagt Heike Teichmann. Die Kosten teilen sich die VHS und die Samtgemeinde Grafschaft Hoya.

„Gemeinsam eine Sprache lernen, dann klappt auch die Verständigung untereinander“, weiß die erfahrene Sprachdozentin Svenja Rüffel. Groß sei auch das Spektrum der Analphabeten, sie wissen teilweise nicht einmal wie man den Stift halten kann. „Ich gestalte den Unterricht in verschiedenen Leistungsstufen und in Gruppenarbeiten, den Erfordernissen des Alltags angepasst. Der Kurs ist sehr lebenspraktisch ausgelegt. „Die Motivation bei den Frauen ist hoch, ein Arbeitsbuch auf Deutsch mit dem ABC und seiner Aussprache, trägt dazu bei“.

Mit viel Spaß im Unterricht werde das Lernen erleichtert. „Die Frauen gehen mit einem ganz anderen Selbstverständnis und aufrechter durch die Welt“, stellt Koordinatorin Ines Brendel fest. Die Frauen sprechen miteinander, das seien viele positive Nebeneffekte. Heike Teichmann sieht eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Familienzentrum und der evangelischen Kirchengemeinde, die uns die Räume kostenlos zur Verfügung stellt. Das sei echt schön und super, findet Svenja Rüffel.

„Die Samtgemeinde Grafschaft Hoya ist immer an unserer Arbeit interessiert und unterstützt uns“, freut sich Heike Teichmann. Ein Folgekurs mit gesicherter Kinderbetreuung folgt nach den Sommerferien. „Am Ende mit der Prüfung A2“,sagt Svenja Rüffel. A1 und A2 sind die ersten beiden Niveaustufen des europäischen Referenzrahmens der Sprachen.

Frauen mit Flüchtlingshintergrund lernen die deutsche Sprache mit Kinderbetreuung vor Ort. Vorne sitzend: Heike Teichmann, Svenja Rüffel und Ines Brendel (von links). Achtermann

Frauen mit Flüchtlingshintergrund lernen die deutsche Sprache mit Kinderbetreuung vor Ort. Vorne sitzend: Heike Teichmann, Svenja Rüffel und Ines Brendel (von links). Achtermann

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Erstellt:
12. Mai 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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