Katja Keul (links) ist begeisterte E-Mobilistin. Ulrike Gieger-Grassl (rechts) hatte sie darum für die HamS-Serie „Elektromobilität im Landkreis Nienburg“ vorgeschlagen. Schmidetzki

Katja Keul (links) ist begeisterte E-Mobilistin. Ulrike Gieger-Grassl (rechts) hatte sie darum für die HamS-Serie „Elektromobilität im Landkreis Nienburg“ vorgeschlagen. Schmidetzki

Nienburg 31.03.2018 Von Nikias Schmidetzki

„Dann war auch der Spaßfaktor da“

Bundestagsabgeordnete Katja Keul nutzt ein Elektroauto – auch für längere Strecken

Ohne Auto funktioniert es eben doch nicht im ländlichen Raum. Das weiß auch [DATENBANK=195]Katja Keul[/DATENBANK]. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen lebt mit ihrer Familie in Marklohe und ist darauf angewiesen. Viel in Sachen Politik unterwegs, braucht die Familie sogar zwei Autos. Wenn es schon sein muss, dann soll es aber wenigstens mit möglichst wenig Emmission über die Bühne gehen, so Keul. Und so fährt sie seit Oktober 2016 ein Elektroauto.

Ein BMW i3 bringt sie seither an die meisten Ziele der Region, für die sie als Abgeordnete zuständig ist – und das ist fast ganz Niedersachsen. „Ich hatte schon zuvor ein allgemeines Interesse am Thema wegen des Klimaschutzes“, sagt Keul. Dann hat sie den Kleinwagen nach Anraten ihres Mannes ausprobiert. Und: „Dann war auch der Spaßfaktor da.“ Ein damals rund drei Jahre altes Modell hat Familie Keul gekauft, noch mit der ersten Batteriegeneration. An dieser Stelle sei nun eine deutlich stärkere für längere Fahrleistung getreten.

Speziell im Winter kann es mit der Stromreserve mitunter knapp werden. Dann steigt sie eben doch ins andere Familienauto oder nutzt den Zug. Aber insgesamt nutzt Keul den kleinen Stromer auch für längere Strecken. Dank eines immer besser werdenden Netzes aus Schnell-Ladesäulen gebe es immer weniger Probleme. „20 Minuten reichen da aus“, sagt sie. Vor allem dort, wo sie viel unterwegs ist, kenne sie die Versorgung recht gut. Viele zeige ihr das Display im Auto an, über die App von goingelectric.de lässt sie sich auf dem Laufenden über den vorangehenden Ausbau des Säulennetzes halten.

„Man lernt das Fahrzeug kennen“, weiß Keul heute. Über den Ladezustand informiert ein Display, je nach Verwendung zusätzlicher Verbraucher, der Heizung oder dem Radio etwa, sinkt der schneller. Beim vorsichtigen Fahren ist eine längere Reichweite drin und beim Ausrollen lädt sich die Batterie stets immer wieder ein wenig auf.

Gerade auf Autobahnen ist dort Besserung in Sicht. „Es gibt Pläne von ‚Tank&Rast‘ für ein Säulennetz“, sagt Ulrike Gieger-Grassl von der Klimaschutz-Agentur Mittelweser, selbst auch überzeugte E-Mobilistin.

In den Reihen ihrer Partei gebe es übrigens nach Keuls Beobachtungen nicht mehr E-Mobilisten als anderswo. Das liege aber in erster Linie daran, dass viele komplett aufs Autofahren verzichteten und einige gar keinen Führerschein hätten, sagt die Abgeordnete. Zudem nutzen die meisten, wie auch Keul, speziell in den Großstädten öffentliche Verkehrsmittel.

Und zuhause? Da hat sich Familie Keul eine „Wall-Box“ installiert. Eine spezielle Vorrichtung, um das Auto aufzuladen, ohne – möglicherweise über Umwege – eine gewöhnliche Haussteckdose nutzen zu müssen. Aber selbst das geht auch. Ein entsprechendes Kabel befindet sich stets im Auto – für den Fall, dass es mal sein muss.

Die Krönung wäre nun noch die eigene Stromerzeugung, findet Keul. Immerhin aber nutze die Familie Naturstrom.

Auch abseits von ökologischen Gesichtspunkten bietet der BMW Vorteile, sagt Katja Keul: „Das Auto ist ein Gesprächsthema, damit unterwegs zu sein sehr kommunikativ.“ Nicht nur an öffentlichen Ladesäulen, auch sonst bietet das Auto häufig ein Gesprächsthema. Das passt Keul gut. Immerhin gehörte sie zusammen mit [DATENBANK=4349]Alex Holtzmeyer[/DATENBANK] zu den Gründerinnen des E-Mobilisten-Stammtisches im Landkreis Nienburg.

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Erstellt:
31. März 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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