Alex Holtzmeyer.

Alex Holtzmeyer.

04.05.2014

Das Auto als virtuelles Kraftwerk

Im Steyerberger Lebensgarten ist das Projekt „Demand Response“ gestartet

Steyerberg. Schon seit geraumer Zeit sind die Batterien von Elektroautos als Zwischenspeicher für regenerativ erzeugte Energien im Gespräch. Denn das Auftreten von Wind- oder Sonnenenergie unterliegt starken Schwankungen und fällt auch nicht immer mit dem benötigten Verbrauch von Stromkunden zusammen. So ist es nicht selten, dass z.B. nachts ein großes Stromkontingent an Windstrom vorliegt, das aber keine Abnehmer findet. Oder in den Morgen- und Abendstunden eine erhöhte Stromnachfrage existiert, die nicht mit erneuerbaren Energien vollständig gedeckt werden kann. Diese Schwankungen stören das benötigte Gleichgewicht von Stromerzeugung und –verbrauch und stellen Energieversorger vor neue Herausforderungen. Für den Aus- und Umbau des Stromnetzes müssen deswegen intelligente Stromspeicherlösungen gefunden werden, damit regenerativ erzeugter Strom auch effizient genutzt werden kann. Eine Möglichkeit zur Stromspeicherung und zum kurzfristigen Ausgleich von Stromschwanken, die sich gerade in der Erforschung befindet, bieten die Batterien von Elektroautos.

Mit dem Projekt „Demand Response – das Auto als aktiver Speicher und virtuelles Kraftwerk“ wird im Rahmen der von der Bundesregierung geförderten „Schaufenster Elektromobilität“ untersucht, inwieweit eine zusätzliche Nutzung der Batterien von dezentral verteilten Elektrofahrzeugen einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromversorgungssystems zu leisten vermag. Das Projektkonsortium besteht aus der enercity Contracting GmbH, einem Unternehmen der Stadtwerke Hannover AG, dem Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik (IEH) an der Leibniz Universität Hannover und dem Institut für Transportation Design (ITD), einer Forschungseinrichtung der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

An der Schnittstelle zwischen Energiesystem und Elektrofahrzeug angesiedelt, konzentriert sich das Projekt neben technischen Fragestellungen zudem auch auf die Akzeptanzforschung. Ziel der Akzeptanzforschung ist es, die jeweiligen Nutzeranforderungen zu ermitteln und für zukünftige Entwicklungen und Geschäftsmodelle nutzbar zu machen.

Im Rahmen des Feldversuches der Metropolregion wurde am heutigen Dienstag an der Solartankstelle im Lebensgarten Steyerberg eine sogenannte CarConnectBox installiert.

Mit der CarConnectBox (CCB) lassen sich die Ladevorgänge bei Elektroautos steuern, optimieren und aufzeichnen, indem sich die Ladung des Fahrzeugs über zwei Druckknöpfe und ein Display steuern lassen.

Die daraus resultierenden Daten werden in der CCB aufgezeichnet, per Funk an die Enercity Hannover übertragen und von verschiedenen Universitäten wissenschaftlich ausgewertet.

Die CarConnectBox wurde im Rahmen des Projektes entwickelt und in einer Kleinserie hergestellt. Die Enercity hat nun 40 solcher Boxen in ganz Niedersachsen verteilt. Da diese Solartankstelle im Lebensgarten Steyerberg die älteste in Niedersachsen und Teil der „Energie Entdeckerroute“ ist, lag es nahe, eine dieser Boxen dort zu installieren. DH

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Erstellt:
4. Mai 2014, 00:00 Uhr
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