Die Arbeiten an den beiden Teilprojekten haben begonnen. DH

Die Arbeiten an den beiden Teilprojekten haben begonnen. DH

Schlüsselburg/Südkreis 15.10.2018 Von Die Harke

Das „Blaue Band“ wächst weiter

Baustart der beiden Teilprojekte „Buhnenfelder“ Schlüsselburg und „Gleituferentwicklung“ Jössen

Im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ wurde das Modellprojekt „Weserschleifen“ an der Mittelweser im Zuständigkeitsbereich des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Verden ins Leben gerufen. Das Modellprojekt gliedert sich in insgesamt vier Teilprojekte, in den alten Weserarmen der Staustufen Petershagen und Schlüsselburg, von denen die ersten zwei noch in 2018 umgesetzt werden. Anfang diesen Monats haben nun die Bauarbeiten für die Teilprojekte „Buhnenfelder Schlüsselburg“ sowie „Gleituferentwicklung Jössen“ begonnen. Das Projektgebiet des Teilprojekts „Buhnenfelder Schlüsselburg“ befindet sich am rechten Ufer im Wehrarm Schlüsselburg unterhalb des Wehres auf einer Strecke von etwa einem Kilometer. Ziel des Projekts ist die Strukturverbesserung des Uferbereichs und die Entwicklung einer naturnahen Aue zur Förderung einheimischer Arten.

Die im Projektgebiet vorhandenen Buhnen sollen teilweise gekerbt werden, wodurch ein ufernaher Strömungsfaden entsteht. Die Ufersicherung wird in einigen Bereichen rückgebaut und ein Weidezaun zum Schutz des Ufers vor dem Weidevieh errichtet. Stamm- und Kronenholz wird als Totholz-Lebensraum für Fische und Makrozoobenthos in vier Buhnenfeldern lagestabil eingebracht.

Da sich das Projektgebiet im Naturschutzgebiet „Weseraue“ befindet, werden die Bauarbeiten größtenteils vom Wasser aus durchgeführt, um Störungen der Flora und Fauna so weit wie möglich zu minimieren. Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist für Mitte November angesetzt.

Die Maßnahme „Gleituferentwicklung Jössen“ erstreckt sich über 1,4 Kilometer entlang des linken Weserufers zwischen Petershagen und Gernheim. Ziel ist die ökologische Verbesserung der vorhandenen Auenstrukturen (Hochflutrinnen) sowie der Strukturvielfalt im Bereich der Uferlinie und des Uferrandstreifens.

Die zwei vorhandenen Hochflutrinnen werden untereinander verbunden und einseitig an die Weser angeschlossen. Das vorhandene Sohlenniveau der Rinnen wird dabei beibehalten, sodass die Rinnen weiterhin erst im Hochwasserfall geflutet werden. Hierdurch soll vor allem die Funktion als Nahrungshabitat für im Vogelschutzgebiet vorkommende Brutvogelarten (u.a. Weißstorch), aufgewertet werden.

Im Bereich des Uferrandstreifens entstehen durch den Aufwuchs einer standorttypischen Vegetation neue Ruhe- und Reproduktionshabitate für Brutvögel und weitere Tierarten. Im Bereich der Uferlinie wird die Strukturvielfalt, zur Schaffung bzw. Verbesserung von Habitaten für die lebensraumtypischen Fisch- und Makrozoobenthosarten, durch ein Einbau von Totholz an elf Standorten erhöht.

Die Fertigstellung dieser Bauarbeiten ist bereits für Ende Oktober eingeplant.

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Erstellt:
15. Oktober 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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