05.01.2014

„Das Buch wird nicht aussterben“

Nienburgs Buchhändler mit Weihnachtsgeschäft zufrieden / Auch Beratung war gefragt

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Das (Papier-) Buch wird nicht aussterben. Davon sind Nienburgs Buchhändler Jürgen Maiwald (Bücher Leseberg) und Ludger Schwabe („Bücherbutze“) überzeugt. Beide sind mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden. Gefühlt verzeichnen sie im Vergleich zum Vorjahr sogar ein leichtes Plus. Der beste Tag in der Buchhandlung Leseberg war der Montag vor Heiligabend. „Sogar noch besser als der Sonnabend davor“, erinnert sich Jürgen Maiwald noch gut. Nahezu ausgestorben war das Geschäft dagegen, als Orkan „Xaver“ wüten sollte. „Im Grunde ideal für diejenigen, die gerne gemütlich vom heimischen Wohnzimmer aus online einkaufen“, so Maiwald halb schmunzelnd, halb besorgt.

Aus den Mediadaten von Bücher Leseberg geht hervor, dass der Titel „Ein ganzes halbes Jahr“ das am meisten verkaufte Buch war. Gefolgt von „Die Analphabetin, die rechnen konnte“, dem Mittelweser-Kochbuch und „Schantall, tu ma die Oma winken“. E-Books waren bei Bücher Leseberg auch gefragt, fielen aber nicht so ins Gewicht.

„Um auf Dauer gegen die digitalen Medien bestehen zu können, ist es wichtig, dass Bücher schön gemacht sind und damit zu etwas ganze Besonderem werden“, ist Jürgen Maiwald überzeugt.

„Unsere Bücherbutze war zwar in der Zeit immer bis oben voll, dennoch verlief das Weihnachtsgeschäft völlig stressfrei“, berichtet Ludger Schwabe im Telefonat mit der Harke am Sonntag. Das lag nicht zuletzt daran, dass auch die Kunden völlig entspannt waren.

In der „Bücherbutze“ waren besonders Kinder- und Jugendbücher stark nachgefragt, aber auch Literatur für Erwachsene. Bei Ludger Schwabe stand ebenfalls „Die Analphabetin“ ganz oben, aber auch der „Traumsammler“, „Der Hundertjährige“, aber auch „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf.

In beiden Buchhandlungen stand die Beratung der Kunden ganz obenan. Eltern, Großeltern oder Paten waren auf der Suche nach einem Buch für ihren Nachwuchs, Kinder brauchten etwas für ihren Vater. „Es kam aber auch vor, dass Kunden völlig selbstständig im Laden unterwegs waren und schließlich mit einem Stapel Bücher unter dem Arm an der Kasse standen“, so Schwabe. Diese dann an einem separaten Packtisch auch in Geschenkpapier zu hüllen, war ein Service, der zwar nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der Buchhändler gehört, aber natürlich gerne geleistet wurde.

Nach Auskunft von Ludger Schwabe macht sich mittlerweile bemerkbar, dass wieder mehr Wert auf die Leseförderung gelegt wird. Die Zahl der jungen Bücherratten – auch der männlichen – hat seinen Angaben zufolge deutlich zugenommen.

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Erstellt:
5. Januar 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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