Henning Onkes hat angekündigt, bei der Bürgermeisterwahl am 12. September 2021 nicht mehr anzutreten. Foto: Lüers-Grulke (Archiv)

Henning Onkes hat angekündigt, bei der Bürgermeisterwahl am 12. September 2021 nicht mehr anzutreten. Foto: Lüers-Grulke (Archiv)

Nienburg 14.01.2021 Von Holger Lachnit

Das Ende der Ära Onkes

Seit dem 10. September 2006 steht Henning Onkes als Bürgermeister an der Spitze der Nienburger Stadtverwaltung. Zuvor war er mehr als ein Jahrzehnt lang als Stadtbaurat an maßgeblicher Stelle tätig gewesen. Doch nun wird die Ära Onkes enden: Der Bürgermeister hat angekündigt, bei der Wahl am 12. September nicht wieder anzutreten.

Eine angemessen ausführliche Würdigung der 15 Jahre als Bürgermeister wird zu gegebener Zeit erfolgen. An dieser Stelle sei zunächst an den Beginn der beiden Amtszeiten erinnert: Die erste Wahl gewann der parteilose Onkes in einer Stichwahl gegen das SPD-Urgestein Rolf Warnecke. 2014 gelang ihm gleich am Wahlsonntag mit fast 56 Prozent der Sieg gegen alle Mitbewerber.

Onkes hat sich nie als reiner Verwaltungsmann definiert. Er wollte von Beginn an Stadt und Stadtgesellschaft gestalten. Und er ist ein höchst politischer Mensch, der aber immer wieder vergessen hat, dass es zur Umsetzung von Visionen politische Mehrheiten braucht: Als parteiloser Einzelkandidat hat Onkes nur eine von 39 Stimmen im Stadtrat. Manchmal stand er sich selbst im Weg, wenn es darum ging, Mehrheiten zu organisieren: Hatte er einmal eine Entscheidung für sich als richtig angesehen, blieb er dabei. Kompromiss war nie sein Wort.

Das hat Onkes zum Ende seiner Amtszeit eingeholt, als er mit seinem Herzensprojekt „Wissensburg“ an der Ratsmehrheit scheiterte. Wahrscheinlich war dies der bitterste Moment seiner Amtszeit – und wohl auch wesentlicher Grund dafür, mit dann 65 Jahren nicht wieder zu kandidieren.

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Erstellt:
14. Januar 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
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Vollmer 14.01.202119:11 Uhr

Endlich jemand, der den Grund beim Namen nennt: Wissensburg, nicht weit entfernt von der zweiten Wortschöpfung Wesavi. Nur interessant, dass heute auch gleich ein Nachfolgekandidat aus der Deckung kommt.


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