Paul Hill/Fotolia

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Nienburg 20.04.2018 Von Andreas Wetzel

Das Geld wollte er für sich behalten

51-Jähriger aus Peine wegen illegaler Spendensammlung in Nienburg vor Gericht

Ein Mann aus Peine (51) musste sich vor dem Amtsgericht Nienburg verantworten, weil er im August 2017 mit Sammelbüchse und Tafel-Ausweis Spenden auf dem Bahnhofsvorplatz einsammelte. Er hatte nicht die Absicht, die Spenden der Tafel zur Verfügung zu stellen. Er wollte sie behalten. Da er bei der Sammelaktion durch die Polizei kontrolliert wurde, wurde der Sachverhalt zur Anzeige gebracht. Bei der Verhandlung gab der Angeklagte unumwunden zu, das Geld eingesammelt zu haben und für sich behalten zu wollen. Auf die Frage, warum er das gemacht habe, sagte er, dass er seit längerer Zeit schon in finanzieller Schieflage sei, zu diesem Zeitpunkt nichts mehr zu essen gehabt habe und das Geld für sich verbrauchen wollte. Er führte weiter aus, dass er bis 1994 in Berlin gelebt habe und dort sehr gut Geld verdient habe. Da allerdings sein Arbeitsplatz verloren ging und ihm gekündigt wurde, zog er in der Folge nach Niedersachsen, wo er dann nicht mehr Fuß fassen konnte und im Laufe der Zeit in Depressionen verfiel.

Da er mittlerweile einen Betreuer hat, der auch seine finanziellen Dinge regelt, sah das Gericht letztlich aufgrund der Gesamtumstände von einer Strafe ab und stellte das Verfahren ein.

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Erstellt:
20. April 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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