Frank Lange

Frank Lange

09.11.2014

„Das Konzept der Samtgemeinde ist richtig“

Ehemaliger Warper Grünen-Politiker Frank Lange mit einem kommunalpolitischen Rück- und Ausblick

Von Horst Achtermann

Warpe/Bücken. Frank Lange gehört zu den wenigen Bündnis 90/Die Grünen-Kommunalpolitikern, der sich noch auf unterster kommunaler Ebene mit den Problemen kleiner Gemeinden befasst. Man muss allerdings sagen, befasste. Wegen Wohnortswechsels von Warpe nach Bücken musste Frank Lange den Rat Warpe nach achtjähriger Zugehörigkeit nach den Bestimmungen des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) verlassen. In Warpe gab es keinen Nachfolger auf der Liste Bündnis 90/Die Grünen, genau wie im Rat Hoyerhagen (Mayk Intemann) und im Rat Gandesbergen (Louis Austin). Frank Lange (43) ist verheiratet und hat mit seiner Ehefrau Silke zwei Kinder. In Blenhorst geboren ist Frank Lange seit 2012 Oberstaatsanwalt am Landgericht Verden, er leitet dort die Zentralstelle Internetkriminalität. Im Rat Warpe war er von 2006 bis 2014 und im Samtgemeinderat ist Frank Lange mit Unterbrechung seit 2004. Sein Credo: „Wo ich lebe, möchte ich mich in die Selbstverwaltung, in diesem Fall die Gemeinde Warpe, einbringen. Und zwar unabhängig, nicht auf einer Einheitsliste“, unterstreicht Lange im Gespräch mit der Harke am Sonntag.

Auf Anhieb schafften das zwei Politiker für die Grünen, nämlich Jörg Panzer und Frank Lange. „Uns wollten damals 17 Prozent der Wähler in Warpe, die Bürger wollten einfach ein Gegengewicht zu den etablierten Vertretern der Wählergemeinschaft“, erinnert sich Lange. Von neun Ratsmitgliedern sind zwei Mitglieder von den Grünen. „Das alles ohne Wahlkampf, ich habe mit Frau und Kindern aber stets am dörflichen Leben teilgenommen“.

Gemeinsam mit dem Rat wurde für die Jugendarbeit in der Gemeinde jährlich 1 500 Euro in den Haushalt gestellt. Frank Lange bedauert, dass die Bastel- und Spielnachmittage aus Mangel an Betreuerinnen nicht mehr stattfinden. Auch die Kulturförderung hat mit 500 Euro einen festen Platz im Haushalt der Gemeinde Warpe. Mit finanzieller Beteiligung an Konzerten in der Stiftskirche werde die Gemeinde ihren Anteil zum Kirchspiel gerecht.

Menschen zu finden, die sich für das Wohl der Gemeinschaft auf kommunaler Ebene einsetzen wollen, werden in allen Parteien gesucht. „Wenn die Generation eines Hermann Heuermann nicht mehr antritt, wird es für alle Gruppierungen schwer“, bedauert Frank Lange.

Das Konzept der Samtgemeinde, wie wir es derzeit haben, sei für viele Jahre noch wichtig und richtig. „Viele Entscheidungen könnten noch vor Ort getroffen und Aufgaben wie Kindergärten, Jugendzentren und Feuerwehr gemeinsam geleistet werden“. Lange spricht sich gegen eine Einheitsgemeinde aus. Einsparpotenzial sei gering (Aufwandsentschädigung, Sitzungsgelder), viele Menschen, die sich vor Ort engagieren würden vor dem Kopf stoßen, deren Engagement sei unbezahlbar.

Für den Rat Warpe wünscht sich Frank Lange, dass die Gemeinde für alle Generationen attraktiv wird und die Identität nicht als Burdorfer, Nordholzer oder Mahlendorfer, sondern als Warper Bürger gesehen wird.

Für die Infrastruktur des Dorfes ganz wichtig ist der Gemischtwarenladen von Ulla Fischer, der mittlerweile seit 102 Jahre ein Treffpunkt im Dorf ist. Kindergarten, Busanbindung zu den Schulen, Einkaufsmöglichkeiten sind gegeben und im Neubaugebiet ist die Internetanbindung gut, Neubürger sind in Warpe willkommen.

Mit Schreiben vom 11. Februar 2014 hat Frank Lange seinen Umzug angezeigt, aus dem Rat wurde Frank Lange im Sommer verabschiedet. „Ein netter Abschied durch Bürgermeister Hermann Heuermann mit einem Gutschein vom Baumarkt, den ich für unser neues Zuhause gut gebrauchen konnte“, ist Frank Lange auch im Nachhinein noch dankbar. Ein Grüner durch und durch. Getraut wurde er mit seiner Frau Silke von dem studierten Theologen Jörg Panzer im Jahr 2002 in der Stiftskirche zu Bücken. Ebenfalls Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen.

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Erstellt:
9. November 2014, 00:00 Uhr
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