18.08.2013

Das Lebenswerk ergänzt

Am 1. September wird im DGH die Chronik von Gadesbünden vorgestellt

Von Edda Hagebölling

Gadesbünden. „Sein Anliegen war, den Bewohnern die Geschichte des Dorfes näherzubringen“, heißt es in dem Vorwort des Buches, das der Förderverein für das Dorfgemeinschaftshaus anlässlich seines 20-jährigen Bestehens der Öffentlichkeit vorstellen will: Die Chronik von Gadesbünden. Auf 400 Seiten haben Sabrina Brase, Angela Behring, Rainer Kaddatz, Wilhelm Ruprecht und Franz Rosanowski all das zusammengetragen, was der Leser ihrer Meinung nach über Gadesbünden wissen sollte. Allerdings hatte das Chronik-Team relativ leichtes Spiel, denn die eigentliche Arbeit hatte schon ein anderer erledigt: Friedrich Hillmann.

Der im Februar 1995 verstorbene Landwirt hatte von 1986 bis 1994 in mühevoller Forschungsarbeit unter anderem im Staatsarchiv von Hannover, im Stift Bassum und im Kirchenarchiv von Heemsen sowie durch Befragung der älteren Dorfbewohner und in Zusammenarbeit mit weiteren Interessierten die Daten und Fakten für diese Arbeit zusammengetragen. Und starb, ohne dass die Öffentlichkeit von seinen Erkenntnissen profitieren konnte.

Allerdings hatte Friedrich Hillmann zu diesem Zeitpunkt bereits ein eigenes Vorwort verfasst. Darin schreibt er: „Den Gedanken, eine Chronik über unser Dorf zu schreiben, hatte ich schon sehr lange. Im Winter 1986 suchte ich die älteren Leute im Ort auf, um mit ihnen Gespräche über die Vergangenheit und die Entstehung des Dorfes zu führen. Alle Dorfbewohner waren sehr hilfsbereit. Ich möchte mich herzlich bei ihnen bedanken, ganz besonders bei Wilhelm Ruprecht sen. und Heinrich Berkelmann.“ Mittlerweile ist auch Wilhelm Ruprecht sen. verstorben. Bis zuletzt zum Entstehen des Buches „Gadesbünden – Ein Dorf und seine Bewohner“ sozusagen als Zeitzeuge beigetragen hat der mittlerweile 92 Jahre alte „Onkel Heini“ Berkelmann.

Leichtes Spiel hatte das Chronik-Team aber auch noch aus einem anderen Grund: Sämtliche von Friedrich Hillmann handschriftlich festgehaltenen Fakten waren zwischenzeitlich von Schwager Dieter Harp per elektrischer Schreibmaschine erfasst und auf einer Cassette gespeichert worden.

„Das war für uns natürlich eine wesentliche Erleichterung“, so Rainer Kaddatz. Als dann auch noch das passende Microsoft-Übersetzungsprogramm gefunden war, wähnte sich das Chronik-Team bereits am Ziel. Da man sich jedoch vorgenommen hatte, die 1994 beendeten Recherchen zu ergänzen, Informationen über mittlerweile ausgestorbene Handwerksberufe hinzuzufügen und jedes Haus in Gadesbünden zu fotografieren, blieb auch für das Chronik-Team noch genug zu tun.

Und als klar war, dass das 400 Seiten starke Werk in einer Auflage von 400 Exemplaren erscheinen, aber nicht mehr als 20 Euro kosten sollte, galt es, sich neben der inhaltlichen auch um die organisatorische Arbeit zu kümmern. Es galt, eine Druckerei zu finden und Sponsoren für das Buch zu begeistern. Schließlich war auch das gelungen.

Vorgestellt wird das Lebenswerk des Hobby-Historikers Friedrich Hillmann mit den Ergänzungen des Chronik-Teams am Sonntag, dem 1. September, um 15 Uhr im DGH Gadesbünden.

Zum Artikel

Erstellt:
18. August 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 24sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.