Timo Schwiersch DH

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#tgif 07.12.2017 Von Timo Schwiersch

Das Recht des Schwächeren

Zugegeben, Fahrradfahrer genießen im Straßenverkehr oft nicht den besten Ruf. Sie überfahren rote Ampeln, nehmen anderen die Vorfahrt und fahren ohne Licht. Viele von ihnen denken, die Straße gehöre ihnen. Aber wir sind nicht alle so. Auch ich lege fast alle Strecken innerhalb Nienburgs mit dem Drahtesel zurück und versuche, vorausschauend und rücksichtsvoll zu fahren. Damit liege ich offenbar nicht schlecht, denn ich war noch nie in einen Unfall verwickelt. Allerdings ist das offenbar nur noch eine Frage der Zeit. Vor gut einem Jahr hat die Stadt Nienburg die Hannoversche Straße für Fahrradfahrer freigegeben und die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben (DIE HARKE berichtete). Auslöser war eine Häufung der Unfälle mit Autofahrern, die unter anderem von den anliegenden Supermärkten in die Hannoversche Straße einbiegen.

Also dürfen Fahrradfahrer dort nun mit auf der normalen Fahrbahn fahren. Darauf weisen auch seit Januar zwei gelbe Schilder hin. Viele Autofahrer scheinen das aber nicht nur nicht zu wissen, sondern fühlen sich auch von Radfahrern auf „ihrer“ Fahrbahn persönlich angegriffen. Ich wurde dort schon mehrmals gefährlich dicht überholt, werde regelmäßig angehupt und sogar durch die offene Seitenscheibe beschimpft.

Ich bitte Sie, liebe Autofahrer, daher um etwas mehr Akzeptanz für Radfahrer auf der Hannoverschen Straße und generell um etwas mehr Rücksicht und Verständnis, denn auch Fahrradfahrer haben Rechte – auch wenn sie im Straßenverkehr die Schwächeren sind.

Weitere Informationen zum Thema:

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Das gut sichtbare Hinweisschild. Schwiersch

Das gut sichtbare Hinweisschild. Schwiersch

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Erstellt:
7. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 43sec

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