15.09.2013

Das Startsignal für künftige Erstklässler

Die Schulen im Kreis laden ab sofort wieder zu Schuleingangsuntersuchungen ein

Landkreis. In dieser Woche finden an den Grundschulen im Landkreis Nienburg/Weser die ersten Schuleingangsuntersuchungen statt. Sie geben Aufschluss über den Entwicklungsstand und damit über die Schulreife der künftigen Erstklässler. Bis Ende März nächsten Jahres werden die Untersuchungen laufen. Rund 1200 potentielle Schulanfänger wird der Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Landkreises in diesem Zeitraum untersuchen. Wenn die Schule zur Einschulungsuntersuchung bittet, ist das für Eltern und Kinder ein besonderes Ereignis. Denn mit der Einschulung beginnt ein neues Kapitel im Leben eines Kindes. „Aufgeregt sollte hingegen niemand sein“, sagt Uwe Müller, Fachdienstleiter des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes beim Landkreis Nienburg, der zusammen mit einem Team aus zwei Ärztinnen und zwei Fachkräften die kreisweiten Untersuchungen leitet. „Bei den Aufgaben und Tests geht es nicht um die Erfüllung starrer Testnormen. Vielmehr wird begutachtet, ob das Kind seinem individuellen Alter entsprechend entwickelt und den Anforderungen der Schule gewachsen ist.“

In der Regel finden die Schuleingangsuntersuchungen während des normalen Schulbetriebs in der betreffenden Schule statt, um Eltern und Kindern längere Anfahrtswege zu ersparen und um die Ansprechbarkeit der Schulleitung sicherzustellen. Rund eine Stunde hat das Kind hier Zeit, um neben einer kinderärztlichen Untersuchung in aller Ruhe die einzelnen Tests zur Wahrnehmungsverarbeitung, zur Sprachkompetenz und zur motorischen, koordinativen, sozialen und kognitiven Fähigkeit durchzuführen.

An die schulärztliche Untersuchung schließt sich bei Bedarf auch ein beratendes Gespräch mit den Eltern an. Ein Bedarf, der durchaus gestiegen ist: „Seitdem mit Beginn des letzten Schuljahres unter dem Begriff der Inklusion Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf auch eine Regelschule besuchen können, stellt sich für viele betroffenen Eltern die Frage: Ist die inklusive Schule geeignet, um mein Kind zu unterrichten oder ist es in einer Förderschule besser aufgehoben? Und: Welche Schule setzt das pädagogische Prinzip der Inklusion bereits gut um?“, erläutert Uwe Müller seine Erfahrung aus der Schuleingangsuntersuchung des vergangenen Jahres.

Was aus den Ergebnissen der Eingangsuntersuchung schließlich resultiert ist eine Empfehlung an die Eltern und an die Schule. Die Entscheidung, ob ein Kind eingeschult wird oder nicht, trifft schlussendlich die Schulleitung. Die Schuleingangsuntersuchung im Landkreis Nienburg erfolgt nach dem standardisierten Untersuchungsprogramm Sophia (Sozialpädiatrisches Programm Hannover Jugendärztliche Aufgaben), das fortlaufend dem wissenschaftlichen Stand angepasst und in den meisten Landkreisen angewendet wird.

Für Fragen zum Thema Schuleingangsuntersuchungen steht Uwe Müller unter 05021/ 967-951 gern zur Verfügung.

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Erstellt:
15. September 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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