Loccums Pastorin Corinna Diestelkamp sieht in der Corona-Krise Chancen für neue Formen des Miteinanders. Symbolfoto: Pixabay

Loccums Pastorin Corinna Diestelkamp sieht in der Corona-Krise Chancen für neue Formen des Miteinanders. Symbolfoto: Pixabay

Loccum 18.03.2020 Von Die Harke

„Das Vakuum kreativ füllen“

Loccums Pastorin Corinna Diestelkamp sieht in der Corona-Krise auch Chancen für neue Formen des Miteinanders

Auch in Loccum fallen sämtliche kirchlichen Veranstaltungen aus. Dazu gehört neben den Gottesdiensten auch der für Mittwoch, 25. März, geplante Kaffeenachmittag. In einer E-Mail an die HARKE-Redaktion weist Pastorin Corinna Diestelkamp allerdings ausdrücklich darauf hin, dass sowohl sie als auch ihr Ehemann, Pastor Joachim Diestelkamp, unter Telefon (0 57 66) 2 52 erreichbar sind. Auch das Pfarrbüro ist besetzt. Die Klosterkirche sei tagsüber geöffnet und biete Raum für individuelle Besinnung und Gebet.

In ihren Zeilen bringt Pastorin Diestelkamp einen kreativen Umgang mit der jetzigen Situation ins Spiel. Sie schreibt: „ Es ist amtlich: alle Zusammenkünfte, alle Versammlungen sind mögliche Gelegenheiten für die Verbreitung des Corona-Virus und deshalb untersagt. Ostern fällt aus? Karfreitag mit der schönen Musik? Das Tischabendmahl am Gründonnerstag?

Ja, wenn wir nach dem suchen, was wir kennen, dann sehen wir - nichts. All die vertrauten Veranstaltungen werden in diesem Jahr nicht stattfinden. Was nun? Ich denke, wenn der Schock der ersten Tage vorbei ist, könnte das Vakuum kreativ sein. Schon hört man von Musikerinnen und Musikern, die am Ostersonntag um 10 Uhr alle gleichzeitig ‚Christ ist erstanden‘ spielen und singen wollen. Aus ihrem Badezimmerfenster, im Garten, vom Dach, im Wohnzimmer, auf der Straße.

Schon entstehen Chaträume, in denen sich Gebete sammeln. Schon bieten gelangweilte Jugendliche den eingesperrten Älteren einen Einkaufsservice an. Schon werden Bibeltexte hin- und hergeschickt und wunderbare Texte fliegen durch die virtuelle Luft des Internets. Ich will Corona nicht schönmalen. Aber das, was mitten in Angst und Leid wachsen kann, lässt staunen. Wenn das nicht Ostern ist, mitten im Karfreitag der Epidemie.“

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Erstellt:
18. März 2020, 17:54 Uhr
Lesedauer:
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