Der Reinwasserbehälter Hollgeberg steht in der Nähe von Hoysinghausen. Foto: Kreisverband

Der Reinwasserbehälter Hollgeberg steht in der Nähe von Hoysinghausen. Foto: Kreisverband

Landkreis 09.08.2020 Von Die Harke

Das Wasser wird knapp

„Nienburg-Süd“: Wasserverbrauch im Garten und auf Grünflächen senken

Angesichts der jetzt beginnenden Hitzewelle appelliert der Wasserverband Nienburg-Süd an die Bürgerinnen und Bürger, vor allem den Wasserverbrauch im Garten zu senken.

Hintergrund dieses Appells ist nach Mitteilung des Wasserverbands „Nienburg-Süd„ der Reinwasserbehälter Hollogeberg: Dort wird das Trinkwasser wie in einem Pufferspeicher gesammelt und an die Abnehmer in der Samtgemeinde Uchte verteilt

„Der Speicher fasst 4000 Kubikmeter“, erklärt Joachim Oltmann, Abteilungsleiter Wasserversorgung beim Wasserverband Nienburg-Süd. „Üblicherweise füllt sich der Reinwasserbehälter über Nacht. Tagsüber ist dann genügend Wasser vorhanden.“

Mahnung zum maßvollen Umgang

Bedingt durch die relative Trockenheit der vergangenen Wochen und die jetzt beginnende Hitzephase werde derzeit aber die dreifache Menge einer normalen Nacht angefordert, so dass sich der Behälter nicht mehr komplett füllen könne. „Manche Menschen füllen jetzt ihre Schwimmbecken neu auf oder lassen nachts den Rasensprenger laufen“, sagt Joachim Oltmann: „Dadurch kann nicht genügend Wasser in den Speicher nachströmen. Und das kann dann tagsüber zu Engpässen führen.“

Oltmann mahnt deshalb einen sparsamen oder jedenfalls maßvollen Umgang mit dem Wasser an. Einzelne Anpflanzungen sollten mit Eimer oder Gießkanne bewässert werden; für Rasenflächen reiche es erfahrungsgemäß völlig aus, abends eine halbe Stunde zu sprengen.

Der Ingenieur hatte mit Blick auf die vergangenen Jahre bereits im Frühjahr vor einem allzu sorglosen Umgang mit dem „Lebensmittel Nummer Eins“ gewarnt und an die Gartenbesitzer appelliert, die vermeintlich altmodischen Regentonnen zu reaktivieren. „Wir sollten lernen, Wasser wieder zu schätzen.“

Wegen Corona sind viele Urlauber Zuhause

Auch der Wasserverband Garbsen-Neustadt schlägt Alarm: Aufgrund der niederschlagsarmen Wochen laufe die Trinkwasserförderung auf Hochtouren. Wegen der anhaltenden Trockenheit werde bereits wieder viel kostbares Trinkwasser zu Gartenbewässerung benutzt. Nicht nur die Hitze führe zu höheren Wasserverbräuchen.

Es gebe auch hier einen „Corona Effekt“: Viele Kunden, die sonst in den Ferien verreist wären, sind zu Hause. Andere pendelten wegen Kurzarbeit oder Home-Office nicht zu ihren Arbeitsplätzen außerhalb des Versorgungsgebietes. Der tägliche Verbrauch habe die Wasserabgabe wieder an die Spitzenauslastung der Anlagen geführt.

Der Verband bittet alle Kunden um einen umsichtigen und wohldosierten Umgang mit Trinkwasser. Er werde alle zur Erhöhung der eigenen Gewinnungsmengen notwenigen Maßnahmen ergreifen. Neue Brunnen seien im Wasserschutzgebiet Hagen und im Wasserschutzgebiet Forst Esloh in Betrieb genommen worden. Der Bau weiterer Brunnen sei zudem geplant, um ältere Brunnen mit abnehmender Ergiebigkeit zu ersetzen.

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Erstellt:
9. August 2020, 17:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 11sec

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