Der Text im Original. CJD

Der Text im Original. CJD

[b]Nienburg 25.11.2017 Von Caesar Nasser

Das Wichtigste ist das Fragen

CJD-Serie „Willkommen in Nienburg“ / Heute: Eine Momentaufnahme von Cesar Nassar

Wenn Sie einen, aus einem Kriegsgebiet geflüchteten Menschen fragen, wie es ihm nach circa zwei Jahren in Deutschland geht, wird er Ihnen nach vielen Worten des Dankes, denn für ihn war und ist die Bereitschaft Deutschlands, viele Flüchtlinge aufzunehmen ein humanitärer Akt der Menschlichkeit, der großen Dank in ihm auslöst, antworten, dass das Fragen immer noch das wichtigste sei, weil immer noch viele Dinge unklar sind, auch nach dieser Zeit. Zwei Jahre in Deutschland, eine lange Zeit denken Sie jetzt sicher und erwarten vielleicht, dass sich da schon Integration vollzogen hat. Ja, es gibt „Integrationskurse“, die für diejenigen verpflichtend sind, die bereits eine Aufenthaltserlaubnis (Beispielsweise ein Jahr bei subsidiärem Schutz oder unbefristet) haben. Für die anderen, die aus Ländern kommen, die als sichere Herkunftsländer gelten, gibt es in vielen Bundesländern Deutschkurse, damit wenigstens in Ansätzen die deutsche Sprache, die auch in ihrer Schrift so völlig anders ist, als das was die Menschen aus Ihren Heimatländern kennen, lernen.

Viele Flüchtlinge kommen aus Ländern, wo sich die Gesetze deutlich von denen der Bundesrepublik Deutschland unterscheiden. Diese Tatsache stellt sie in ihrem neuen Lebensraum vor eine große Herausforderung und verlangt ihnen eine enorme Umstellung ab. Um Missverständnisse hinsichtlich der deutschen Gesetzesregelungen auszuschließen und dieser Problematik vorzubeugen, sollten Flüchtlinge jede Gelegenheit nutzen, sich zu informieren. Sei es durch Ämter und Anlaufstellen, durch öffentliche Veranstaltungen und Vorträge oder einfach durch den Austausch mit Menschen.

Schließt man in Deutschland Verträge ab ist es gut, zu wissen welche Konsequenzen damit verbunden sein können.

Es mag auf den ersten Blick kompliziert sein, aber es wird einfacher, wenn Zugewanderte allmählich beginnen die Vorschriften und Gesetze kennenzulernen, sie zu verstehen und sich mit den Gesetzten vertraut zu machen.

Es ist hilfreich, sich bei Menschen, die bereits länger hier leben zu informieren. Deutschland ist ein Land, was durch Gesetze und Verordnungen geregelt ist und man muss Sie im Interesse der Allgemeinheit befolgen. Sie zu missachten kann auf vielen Ebenen fatale Folgen haben. Was die Zugewanderten für dieses Land tun können, das seine Grenzen für Flüchtlinge und Unterdrückte öffnete, ist, dass sie die Gesetze und Vorschriften akzeptieren, respektieren und befolgen.

Schlussendlich sind die Menschen aus Ihren Herkunftsländern geflohen, weil die dortigen Gesetze ihnen keine Sicherheit und keinen Schutz mehr geboten haben.

Also auch nach zwei Jahren in Deutschland gilt: besser Fragen, wenn etwas unklar ist. Denn wie schon der Volksmund in Deutschland sagt, „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.“ Schon die alten Römer kannten diesen Ausspruch in Ihrer Rechtssprechung: „Ignorantia iuris neminem excusat" ist ein Rechtsgrundsatz aus dem römischen Recht und nach wie vor hochaktuell.

Das 52981 St. Martin findet am Dienstag, 28. November, wie immer ab 16 Uhr im [DATENBANK=340]Kulturwerk[/DATENBANK] Nienburg statt.

Zum Artikel

Erstellt:
25. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.