Oliver Hartmann DH

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#tgif 22.09.2017 Von Oliver Hartmann

Das Wort zum Altstadtfest

Oder: Wie ich lernte, Nienburg zu lieben...

59251 und ich freue mich. „Das ist doch nichts besonderes“, werden Sie sagen, schließlich geht es Tausenden so im Landkreis Nienburg und um zu. Um zu erkennen, warum das doch etwas Besonderes ist, müssen wir etwas zurückblicken.

Sommer 2015, ich hatte mich gerade bei der HARKE beworben, um die Online-Aktivitäten zu verstärken. Das heißt vereinfacht gesagt „wir machen jetzt auch Facebook“. Ich komme eigentlich aus dem Raum Wunstorf und musste mich zunächst fragen, ob ein Job in Nienburg zu mir passt. Zu dem Zeitpunkt verbanden mich nämlich exakt drei Dinge mit Nienburg: das Finanzamt, Nienburger Spargel, den ich gegen meinen Willen als Kind essen musste und die Weser, auf der ich als Teenie bei einer Kanufahrt Höhe Nienburg gekentert war. Als aufmerksamer Leser erkennen Sie ein Muster, meine Beziehungen zu Nienburg würde man auf Facebook mit „es ist kompliziert“ bezeichnen. Trotz allem reizte mich die Aufgabe und ich sagte zu.

Ich wurde freundlich von den neuen Kollegen aufgenommen und in die Geheimnisse des Landkreises und seiner Bewohner eingeführt. Ich lernte, dass es nicht clever ist, in den Video-News „Drakenberg“ statt „Drakenburg“ zu sagen. Schnell durchschaute ich, dass es in Nienburg kein Schützenfest sondern ein Scheibenschießen gibt. Zumindest, wenn einem das eigene Leben lieb ist. Und trotz dem ein oder anderen Faux pas wurde ich stets freundlich aufgenommen. Egal, ob ich bei den ganz Kleinen in den Kindergärten war, oder auf der anderen Seite des Altersspektrums mit den Damen und Herren vom Seniorenbeirat unterwegs war. Überall wurde ich offen aufgenommen, ob an der südlichen Kreisgrenze in Großenvörde bei der Gewerbeschau oder hoch im Norden auf dem Brokser Markt.

Schnell durchschaute ich, dass es in Nienburg kein Schützenfest sondern ein Scheibenschießen gibt. Zumindest, wenn einem das eigene Leben lieb ist.

Inzwischen ist Nienburg nicht mehr nur ein Arbeitsort: Freunde wohnen hier ebenso wie die Partnerin. Selbst mit dem Spargel habe ich mich nicht nur angefreundet, er gehört inzwischen in der Saison auf den wöchentlichen Speiseplan. Immer öfter stichelt der liebe Kollege Matthias Brosch mit einer kaum zu übertreffenden Beharrlichkeit „Na, wann ziehst du denn nun nach Nienburg?“. Bisher konnte ich das mit einem augenzwinkernden „Die schönen Dinge im Leben sollte man besser in kleinen Dosen genießen“ abwiegeln. Aber ich habe das Gefühl, er wird nicht locker lassen.

Aber zurück zum Altstadtfest. Das Altstadtfest 2015 habe ich noch, als neuer Mitarbeiter, eher aus der Ferne begleitet. Schon da war diese besondere Atmosphäre spürbar, mit der so viele Menschen dem Ereignis entgegenfiebern. Schauen Sie sich nur unsere Video-Umfrage aus dem Jahr an. Ich war erstaunt, über das umfangreiche Musikprogramm und die ausgelassene Partystimmung. Ein Jahr später stand für mich fest: Lieber mittendrin als nur dabei. Und so erlebte ich einen Samstagabend mit den Kollegen, den ich hier unmöglich in aller Ausführlichkeit schildern kann und ganz sicher nicht vergessen werde. Nur so viel: Ich hätte es vorab für unmöglich gehalten, bei einem Auftritt der Saragossa Band „Zabadak“ gröhlend in der ersten Reihe zu „tanzen“ (Anm. d. Autors: Die Kollegen bestanden darauf, tanzen in Anführungszeichen zu setzen).

Der Anfang ist dieses Jahr gemacht, „Jupiter Jones“ hat gut vorlegt, heute geht es mit Harpo und Ina Colada weiter. Wie im Vorjahr geht es mit den Kollegen am Samstag ins Nienburger Party-Epizentrum. Falls Sie mich sehen sollten, sagen Sie doch kurz „Hallo“ und wir stoßen mit einem kleinen Alster oder einem Multivitaminsaft an - ich beiße nicht. Zu später Stunde finden Sie mich vermutlich in der ersten Reihe bei „Smokie“. Ich bin zwar kein Fan, aber hey, es ist Altstadtfest, da darf man das :)

„Jupiter Jones“ legte am Donnerstagabend schon gut vor beim Altstadtfest. Stüben

„Jupiter Jones“ legte am Donnerstagabend schon gut vor beim Altstadtfest. Stüben

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Erstellt:
22. September 2017, 16:44 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 56sec

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