Wunder von St. Bernward: Mit dem Bulli der Gemeinde dürfen jetzt doch ältere Menschen zum Impfzentrum gefahren werden. Foto: St. Bernward

Wunder von St. Bernward: Mit dem Bulli der Gemeinde dürfen jetzt doch ältere Menschen zum Impfzentrum gefahren werden. Foto: St. Bernward

Nienburg 06.03.2021 Von Holger Lachnit

Das Wunder von St. Bernward

Wie schön ist es doch, wenn der gesunde Menschenverstand über den Bürokratismus siegt: Die Nienburger katholische Kirchengemeinde St. Martin darf ihren VW-Bus nun doch einsetzen, um damit Gemeindemitglieder kostenlos zum Drakenburger Impfzentrum zu bringen. Das zuständige Ministerium hat seine Rechtsauffassung quasi über Nacht komplett geändert.

Wie gestern berichtet, hatte das zuständige Ministerium für Wirtschaft und Verkehr in Hannover der Kreisverwaltung mitgeteilt, dass der Bulli zu viele zugelassene Sitze hat. Grundlage ist demnach das Personenbeförderungsgesetz. Nach Rücksprache mit dem Ministerium habe der Landkreis die Bestätigung erhalten, dass „nicht gewerblich initiierte Personenbeförderungen lediglich dann erlaubt sind, wenn sie kostenlos angeboten werden, und mit Kfz durchgeführt werden, die nach Bauartzulassung über maximal sechs Sitzplätze verfügen“.

Der Treppenwitz bei der Sache: Kleine Fahrzeuge wären erlaubt gewesen. Die häufig zur Hochrisikogruppe gehörenden Menschen hätten in einem kleinen Smart transportiert werden dürfen, nicht jedoch im geräumigen Kirchen-Bulli.

Warum es jetzt doch noch zum Wunder von St. Bernward gekommen ist, hat das Ministerium übrigens nicht mitgeteilt. Das ist auch egal: Hauptsache, die älteren Menschen aus der St.-Bernward-Gemeinde können jetzt sicher und ohne erhöhtes Ansteckungsrisiko zum Drakenburger Impfzentrum gefahren werden.

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Erstellt:
6. März 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 35sec

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