Das allerdickste Lob kam aus Berlin

Graffiti-Künstler Schwan ist fertig / Nienburgs Bahnhofstunnel jetzt ein einziges Kunstwerk

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Die Graffiti-Sprayer um Oliver Schwan sind fertig. Nachdem gestern noch die allerletzten Feinarbeiten erledigt worden waren, präsentiert sich der Tunnel des Nienburger Bahnhofs in einem Look, der dem Dipl. Ing. Architekten Lob von höchster Seite einbrachte. „Det is ja moderner als bei uns“, bescheinigte ihm beispielsweise ein Gruppe von Touristen aus der Weltstadt Berlin.

Ein bisschen stolz ist der Profi-Sprayer aber auch darauf, dass selbst Kinder stehen bleiben und sich die Motive an den Tunnelwänden und den Aufgängen zu den Gleisen ansehen. Besonders häufig bleiben sie vor den Zeichnungen stehen, die den Tunnel zieren. Dort haben Schwan und seine Mitstreiter markante Motive aus Nienburg aufgetragen. Die Weserbrücke natürlich, aber auch die Kleine Nienburgerin. Und dafür auch nur zwei Farben gewählt. Damit es die Passanten in dem ohnehin recht dunklen Tunnel nicht erschlägt. Umso farbenfroher sind die Aufgänge. Dort haben Schwan & Co ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und typische Graffiti-Motive gewählt. In den Aufgängen stoßen die Bahnreisenden aber auch auf die Wappen größerer Städte. Als Willkommensgruß sozusagen.

Und die Passanten wissen es zu würdigen. „Einfach toll“, lautete beispielsweise der Kommentar eines Nienburgers, der Freitagmorgen den Tunnel passierte. Wieder andere steckten den wackeren Sprayern „Merci“-Tafeln oder ein kleines Trinkgeld zu. Damit sie sich mal einen Kaffee kaufen konnten.

Mit den Arbeiten begonnen haben Oliver Schwan, Johannes Ackermann, Lennart Lohmann und Artur Pakosch Mitte Mai. Ein kleines Bahnhofstunnelfest geben soll es am 18. Juli.

Veranschlagt waren die von der Stadt in Auftrag gegebenen Arbeiten mit 22 000 Euro. 10 000 Euro will die Neuhoff-Fricke-Stiftung beisteuern.

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Erstellt:
17. Juni 2012, 00:00 Uhr
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