04.08.2013

Das erste Becken ist schon voll

Die Arbeiten an Nienburgs Ganzjahresbad machen jetzt auch sichtbare Fortschritte

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Die Arbeiten an Nienburgs Ganzjahresbad gehen in Riesenschritten voran. Diesen Eindruck bekommt zumindest, wer in diesen Tagen dem Gewusel auf Nienburgs Großbaustelle vom Theaterparkplatz zusieht. Und was dem interessierten Betrachter noch auffällt: das erste Becken lädt – zumindest auf den ersten Blick – bereits zum Baden ein. Für beides hat Michael Zube, bei der Bädergesellschaft der Stadt Nienburg zusammen mit Ernst-August Kahle für die Koordination der Arbeiten zuständig, eine einfache Erklärung: „Die Bauarbeiten sind mittlerweile an der Erdoberfläche angekommen, man sieht also jetzt, wie zügig die Arbeiten voranschreiten.“

Zu verdanken ist das nach Überzeugung Zubes der mit dem Bau beauftragten Firma aus Haselünne und den von ihr engagierten Subunternehmen. Die Betonarbeiten werden nach Auskunft von Bauleiter Leonard Wieting von einer Firma aus Polen, die Eisenflechtarbeiten von einer Firma aus Rumänien ausgeführt. „Die Männer arbeiten absolut zuverlässig und ordentlich. Selbst, als vor kurzem auf der Baustelle fast 50 Grad gemessen wurden, ging es in dem gewohnten Tempo weiter“, so Zube. Den Handwerkern – 22 sind im Wechsel von Montag bis Sonnabend im Einsatz – bei der Gluthitze 20 Kisten Wasser zu spendieren, verstand sich für Kahle und Zube von selbst.

Bei der Bädergesellschaft ist man nach wie vor zuversichtlich, sowohl den Kosten-, als auch den Zeitrahmen – die Fertigstellung ist für Sommer 2014 vorgesehen – einhalten zu können. Es sei denn, der Rat beschließt, ein zusätzliches Solebecken bauen zu lassen. Wie berichtet, ist man im Frühjahr bei Bauarbeiten auf eine Solequelle gestoßen. Die Stadtwerke wurden mittlerweile damit beauftragt, die Ergiebigkeit zu prüfen und ein Wirtschaftlichkeitsgutachten zu erstellen.

Sollte das zusätzliche Solebecken gebaut werden, würde es unter freiem Himmel im Bereich der Blockhaussaunen entstehen. Mit der Konsequenz, dass sich entweder die Eröffnung des gesamten Komplexes deutlich verzögern würde, oder mit der Alternative, das Gesundheitsbad schon zu öffnen, während am Solebecken noch gebaut wird.

Einfach eines der ohnehin geplanten Becken mit dem Solewasser zu füllen, ist nach Auskunft Zubes aus technischen Gründen nicht möglich. Wegen des Salzgehaltes müsste beispielsweise ein ganz anderer Kleber verwendet werden, außerdem sei eine spezielle Lüftung erforderlich.

Der Vorstellung, das Solebecken unter freiem Himmel zusätzlich zu beheizen und damit bei Wind und Wetter zu einer weiteren Attraktion werden zu lassen, kann der Koordinator jedoch durchaus etwas abgewinnen.

Ein bisschen Stress kam dagegen bei den Verantwortlichen von der Bädergesellschaft auf, nachdem man beschlossen hatte, mehr Platz für Liegen zu schaffen. „Wir gehen davon aus, dass der Saunabereich pro Tag von 100 Besuchern genutzt wird. In der Realität wird es dann aber womöglich so sein, dass unter der Woche täglich 60, am Wochenende dann aber pro Tag 140 und mehr Gäste kommen. Darum hielten wir es für erforderlich, zusätzlich 70 Liegeplätze zu schaffen“, so Zube. Mit dem Ergebnis, dass die Brandschutzbestimmungen unter anderem einen weiteren Fluchtweg erforderlich machten.

Erforscht werden soll in Kürze, woher das kontaminierte Wasser stammt, das bei der Grundwasserabsenkung für eine kleine Aufregung gesorgt hat. Veranschlagt sind für diesen unvorhergesehenen Auftrag 40 000 Euro. 30 000 Euro werden nach Angaben Zubes allerdings durch Fördermittel gedeckt.

Ein bisschen gespannt ist man zurzeit auf das Ergebnis der Prüfung, der zurzeit das Sportbecken ausgesetzt ist. Es wurde bereits mit Wasser gefüllt, um zu testen, ob es überall dicht ist. Mit dem angrenzenden Nichtschwimmer- und dem Planschbecken wird in Kürze ebenso verfahren. Sicherheitshalber wurden auch zwei Rettungsringe aufgehängt.

Allerdings nicht für die Bauarbeiter, die sich in den zurückliegenden Wochen sicherlich schon so manches Mal nach einem Sprung in das kühle Nass gesehnt haben. Sondern, weil die Berufsgenossenschaft das so angeordnet hat.

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Erstellt:
4. August 2013, 00:00 Uhr
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