Die Oyler Theaterspieler hatten mit ihrer neuen, plattdeutschen Komödie Premiere. PDA

Die Oyler Theaterspieler hatten mit ihrer neuen, plattdeutschen Komödie Premiere. PDA

Oyle 16.01.2017 Von Die Harke

Deftige Auseinandersetzungen um angebliche Wundermittel

Oyler Laienschauspieler hatten mit „Hebbt wi nich – gifft dat nich“ Premiere / Zwei weitere Aufführungen am kommenden Wochenende

Mit dem amüsanten plattdeutschen Theaterstück „Hebbt wi nich – gifft dat nich“ begeisterte die Theatergruppe der Jugendgemeinschaft Oyle bei der Premiere im voll besetzten Saal des [DATENBANK=2073]Gasthauses „Oyler Berg“[/DATENBANK]. Die Hobby-Schauspieler, die die turbulente Komödie bereits vor 13 Jahren in hochdeutscher Sprache aufgeführt hatten, verstanden es gekonnt, den Dreiakter von Helmut Schmidt in Szene zu setzen. Wobei sich die Mühen der Laienschauspieler, die seit mehreren Monaten geprobt hatten, gelohnt hatten. Die sieben Mitspieler beherrschten ihre Rollen vorbildlich und sorgten für Lachsalven bei den zahlreichen Zuschauern. Die Komödie hatte es in sich und war von deftigen Auseinandersetzungen geprägt.

Das Theaterstück spielt in der Gaststätte der Familie Eggers. Der Gastromiebetrieb mit angeschlossenem Kiosk befindet sich in einer fatalen Wirtschaftskrise, denn der Geschäftsbetrieb schreibt kaum schwarze Zahlen. Deshalb muss eine neue Geschäftsidee her, um so die ständig sinkenden Umsätze wieder zu stabilisieren, besser noch, sie anzukurbeln. Denn sonst droht dem Betrieb die Schließung. Plötzlich steht Handelsvertreter Waldemar Jungenkrüger (Jörg Kleine) vor der Tür und preist sein besonderes Warensortiment an: Nach der Devise: „Hebbt wi nich – gifft dat nich“ soll das für einen geschäftlichen Aufschwung in dem Kiosk von Familie Eggers sorgen.

Rolf Eggers (Martin Gaede) und seine Ehefrau Therese (Julia Reschke) sind hiervon jedoch nicht so angetan, ganz im Gegensatz zu ihrem Sohn Florian Eggers (Timo Boswyk), der spontan begeistert ist von den Wundermitteln wie „Schocki-Locki“, einem Dauerwellenmittel. So überredet Florian, der zur Zeit ohne Arbeit ist, seine Eltern, dass er den Kiosk übernimmt, um durch die Wunderpräparate den Umsatz zu steigern.

Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Für seine Freundin Brigitte Klette (Imke Abelmann), von der sich Florian mehr Zuneigung erhofft, hat er die „JIW Cola“ („Ja ich will“) bestellt, hält dieses aber streng geheim.

Für weitere Turbulenzen in der Komödie sorgen die Urlauberinnen Anneliese Fröhlich (Merle Abelmann), die zu viel von der Cola trinkt, die ihr von Rolf Eggers als Erfrischungsgetränk angeboten wird, und die sich daraufhin in der Gaststätte entkleidet und über Eggers herfällt. Der Gastronom kann sich die spontane Situation natürlich nicht erklären. Außerdem hat er plötzlich grüne Flecken auf den Kopf, weil er vermutlich zu viel von dem Haarwuchsmittel genommen hat.

Auch die Tochter des Wirtsehepaares, Anne Eggers (Hanna Nordhorn), hat zufällig die Wundercola getrunken, was dazu führt, dass sie ebenfalls völlig außer Rand und Band ist. Als dann auch Therese Eggers ihr Wunder-Make up zu stark aufgetragen hat und davon ein puterrotes Gesicht erhält, kommen bei der Familie Eggers erhebliche Zweifel über die Anwendung der Wundermittel auf. Auch bei der Dorfbevölkerung, die die Artikel im Kiosk von Florian Eggers gekauft hatte, häufen sich die Beschwerden über deren Nebenwirkungen; sie drohen mit einer Klage.

Zufällig kommt der wahnsinnige Waldemar wieder in den Betrieb und wird von Familie Eggers zur Rede gestellt. Er ist sich jedoch keiner Schuld bewusst und will sich mit einem Kochtopfset quasi entschuldigen: Er erklärt den Wirtsleuten und ihrem Sohn Florian, dass die unerwünschten Nebenwirkungen vermutlich durch Überdosierungen oder falsche Anwendungen entstanden sind. Gleichzeitig hat er verschiedene Gegenmittel mitgebracht, die die Nebenwirkungen außer Kraft setzen sollen, wie „KBM“-Limonade („Kein Bock mehr“). Die hat aber auch Nebenwirkungen – sie sorgt für Durchfall.

Jörg Kleine, der den Handelsvertreter Waldemar Jungenkrüger verkörperte, hatte bereits vor 13 Jahren in der hochdeutschen Version mitgespielt und verstand es jetzt, auch in der plattdeutschen Fassung seine Rolle perfekt zu beherrschen. Viel Beifall erhielt auch Imke Abelmann, die mit ihrer schüchternen Art ihren Freund Florian zur Verzweiflung brachte, weil es nicht zu den gewünschten Annäherungen kam. pda

Weitere Aufführungen am Sonnabend, 21. Januar, um 19.30 Uhr, und Sonntag, 22. Januar, um 15.30 Uhr (ab 14.30 Uhr mit Kaffeetafel), im Gasthaus „Oyler Berg“.

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Erstellt:
16. Januar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 58sec

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