Dem Tod ist sie schon oft begegnet

Dem Tod ist sie schon oft begegnet

Anita Meyer hat sich für eine Weiterbildung „Palliative Care“ entschieden und will damit Menschen in ihrer letzten Lebensphase unterstützen. Foto: Helios

Der Tod gehört zum Leben dazu. Doch trotzdem wird das Thema häufig verdrängt. Anita Meyer nähert sich diesem Thema ganz bewusst, denn dem Tod ist sie schon mehrfach begegnet.

Anita Meyer arbeitet bei den Helios-Kliniken Mittelweser. Sie hat sich für eine Weiterbildung im Bereich „Palliative Care“.

„Palliative Care“ bietet eine ganzheitliche Sicht auf Patientinnen und Patienten, die sich in der letzten Phase ihres Lebens befinden – ebenso wie auf die Angehörigen. Das Hauptziel: die bestmögliche Erhaltung der Lebensqualität bis zum Tode. Anita Meyer ist dem Tod in ihrem Leben schon oft begegnet. Nicht nur im Privaten, sondern auch in ihrer beruflichen Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Seit 13 Jahren arbeitet sie auf der neurologischen Station der Helios-Kliniken Mittelweser in Nienburg.

Der Sterbeprozess ist genauso intim wie die Geburt.

Anita Meyer

Was bedeutet die Weiterbildung „Palliative Care“? Sie umfasst die Betreuung und die Behandlung von Menschen mit unheilbaren oder lebensbedrohlichen Krankheiten. Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten eine ihrer Situation angepasste, optimale Lebensqualität – idealerweise mit den geringstmöglichen Schmerzen – bis zum Tode zu gewährleisten und die nahestehenden Bezugspersonen angemessen zu unterstützen.

„Der Sterbeprozess ist genauso intim wie die Geburt“, sagt Anita Meyer. „Es ist wichtig, dass wir als Pflegepersonal hier auch das richtige Feingefühl aufweisen, nicht nur gegenüber den Patientinnen und Patienten, sondern auch den Angehörigen. Die Angehörigen sollten merken, dass die Pflegekraft im Hintergrund immer für sie da ist, ohne dabei aufdringlich zu wirken.“

Die Weiterbildung umfasst insgesamt 160 Stunden

Die Weiterbildung, die einmal wöchentlich stattfindet und 160 Stunden umfasst, beinhaltet daher auch ein sehr weites Spektrum an Themen. „Wir befassen uns neben rechtlichen und ethischen Fragen auch mit der psychosozialen Begleitung Sterbender, mit alternativen Schmerztherapien und komplementären Pflegemöglichkeiten, aber auch mit Themen wie Tod und Sterben in anderen Kulturen“, erläutert die Gesundheits- und Krankenpflegerin.

Das Sterben ist ein Teil des Lebens und es ist wichtig, sich auch damit zu beschäftigen.

Anita Meyer

„Unser aller Leben sind endlich. Das Sterben ist ein Teil des Lebens und es ist wichtig, sich auch damit zu beschäftigen“, erläutert sie. Manche Menschen hätten auch Berührungsängste, wenn ein Mensch stirbt. Sie seien distanziert und hielten Abstand. Dabei sei es wichtig, auf die Person zuzugehen und so normal wie möglich mit ihr umzugehen.

Veranstalter der Weiterbildung sind die Pflegepioniere aus Oldenburg

Auch Pflegedirektorin Semsi Tüzün unterstützt die Weiterbildung. „Die richtige Begleitung der betroffenen Patienten und Angehörigen ist immens wichtig, um allen diese schwierige Zeit so gut wie möglich zu erleichtern.“

Bei der Weiterbildung handelt es sich um ein EU-gefördertes Projekt für die niedersächsische Region, welches durch die NBank abgewickelt wird. Anita Meyer kann ihre Fortbildung in Nienburg durchführen, Veranstalter sind die Pflegepioniere aus Oldenburg.