02.06.2013

„Den goldenen Boden stabil halten“

Diepholzer Kreishandwerksmeister Matthias Wendland seit 100 Tagen im Amt

Diepholz. Allmählich neigt sich die 100-Tage-Frist für Matthias Wendland dem Ende zu: Der Sulinger ist angekommen als Kreishandwerksmeister im Landkreis Diepholz. Mit 47 Jahren ist er zwar relativ jung für dieses Amt, bringt aber vielleicht gerade deshalb jede Menge Schwung mit. Und: Er hatte Zeit, sich vorzubereiten. „Schon etwa ein Jahr vorher hatte mein Vorgänger Heinz-Hermann Hansemann mir angeboten, über eine mögliche Nachfolge nachzudenken“, blickt Matthias Wendland zurück. Langeweile kennt der Obermeister der Elektroinnung nicht: Er widmet sich mit gleichem Elan verschiedenen Ämtern, denn er ist auch Ratsherr, Mitglied im Sulinger Verwaltungsausschuss und Vorsitzender des Computerclubs seiner Heimatstadt. Auch die Familie und die eigene Firma kommen nicht zu kurz. „Ich lege großen Wert darauf, alle Aufgaben möglichst perfekt zu erledigen.“ Dass er das kann, hat er in den vergangenen Jahren vielfach bewiesen.

Als Herausgeber eines Sulingen-Buches und etlicher DVDs mit historischen Filmaufnahmen aus der Stadtgeschichte hat sich Matthias Wendland weit über die Grenzen der Stadt einen Namen gemacht. Darüber hinaus verdankt ihm Sulingen den Generationenpark, auch bekannt als Wasserspielplatz. Derlei zeitintensive Projekte laufen aktuell nicht, so dass sich Matthias Wendland voll und ganz auf sein neues Amt konzentrieren kann.

Von Kindesbeinen an mit dem väterlichen Betrieb und somit mit dem Handwerk vertraut, weiß der neue Diepholzer Kreishandwerksmeister um die Themen in diesem Metier. In der Kreishandwerkerschaft Diepholz-Nienburg hat er mit seinem Nienburger Kollegen Thomas Gehre einen gleichermaßen engagierten Partner an seiner Seite. „In erster Linie haben wir den Fachkräftemangel im Visier, der in den nächsten Jahren massiv auf uns zukommen wird“, sagt Wendland. „Ich möchte die Attraktivität des Handwerks, mit dem sich Berufsanfänger ein solides Fundament für eine gesicherte Zukunft schaffen können, deutlicher heraus stellen.“

Natürlich sei nach einer handwerklichen Ausbildung immer auch ein Studium möglich, aber: „Wir benötigen auch eine starke Basis, um den sprichwörtlichen goldenen Boden des Handwerks stabil zu halten und alle davon profitieren zu können.“ Dieses Wissen hat bei den Wendlands quasi Tradition. „Mein Großvater war Zimmermann, mein Vater – genau wie ich – Elektromaschinenbaumeister“, erklärt Matthias Wendland, der auch in ziemlich jungen Jahren die Meisterschule erfolgreich absolvierte, um wenig später seinen erkrankten Vater in dessen Unternehmen zu ersetzen.

„Als Kind und Jugendlicher war mir die Schule nicht die liebste Beschäftigung“, blickt er schmunzelnd zurück. „Doch irgendwann kam der Wandel.“ Heute blickt er mit Freude und einem gewissen Stolz auf seinen Werdegang zurück. Mit all seinen Aufgaben ist Matthias Wendland mittlerweile überwiegend an Schreibtisch, Computer oder Telefon gefesselt. „Aber ich nutze jede Gelegenheit, an der Basis mitzuwirken – etwa, wenn ein Mitarbeiter ausfällt oder Kunden zu beraten sind.“

Und auch der Blick für das „komplette Gebilde Handwerk“ geht ihm nicht verloren. „Das war schon immer mein Anspruch und ist es jetzt erst recht“, blickt der Kreishandwerksmeister in die Zukunft, für die er sich ebenfalls ehrgeizige Ziele setzt. Wer mehr über das Wirken und die Themen der Kreishandwerkerschaft Diepholz-Nienburg mit über 950 Mitgliedsbetrieben erfahren möchte, findet detaillierte Informationen im Internet unter www.handwerk-diepholz-nienburg.de. DH

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Erstellt:
2. Juni 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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