Mit Bildern und Dokumenten informiert die neue Ausstellung. Christian Stahl, Region Hannover

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Nienburg 04.11.2017 Von Die Harke

Deportationsort Ahlem zentrales Thema

Beim Arbeitskreis Gedenken laufen die Vorbereitung für den 9. November auf Hochtouren

Beim [DATENBANK=3516]Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nienburg[/DATENBANK] laufen gegenwärtig die Vorbereitungen für die Gedenkveranstaltungen des 9. November auf Hochtouren. Am 9. November 1938 hatten die Novemberpogrome gegen die jüdischen Gemeinden in Deutschland ihren Anfang genommen, auch die Nienburger Synagoge ging in Flammen auf. Während der Arbeitskreis im Vestibül des Rathauses zurzeit die Ausstellung „100 Jahre Oktoberrevolution: der Kommunismus in seinem Zeitalter“ zeigt, hat er deshalb hinter den Kulissen schon die nächste Dokumentation vorbereitet. Unter dem Titel „Deportationsort Ahlem – Deportationen über Hannover 1941 bis 1944“ ist sie im Rathaus zu sehen.

Die Israelitische Gartenbauschule Ahlem wurde von der Staatspolizei-Leitstelle Hannover während des Holocaust als Sammelplatz für die Deportationen aus den Regierungsbezirken Hannover und Hildesheim benutzt. Sie war zuvor beschlagnahmt und zu einem Lager und Gestapo-Gefängnis umfunktioniert worden. Zwischen Dezember 1941 und Januar 1944 wurden von hier über 2000 jüdische Männer, Frauen und Kinder und nahezu 100 Angehörige von Sinti-Familien verschleppt. Auch aus Nienburg und Umgebung Deportierte waren darunter.

Nienburg wird der erste Präsentationsort der von der heutigen Gedenkstätte Ahlem als Wanderausstellung konzipierten Dokumentation sein. In diesem Jahr jährt sich die Deportation der letzten 1942 noch in Nienburg lebenden Juden zum 75. Mal. Auch sie wurden über Hannover-Ahlem verschleppt, fast alle starben im Ghetto Warschau oder im Vernichtungslager Treblinka, darunter die zwanzigjährige Elisabeth Weinberg. Am 9. November will der Arbeitskreis Gedenken an diese Zusammenhänge erinnern.

Neben der Ausstellung über den Deportationsort Ahlem wird die Verleihung des Elisabeth-Weinberg-Preises im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung zum 9. November stehen. Der Preis wird alljährlich an Jugendliche verliehen, die sich für ein gleichberechtigtes Miteinander und gegen Antisemitismus und Antiziganismus einsetzen.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Vestibül des Nienburger Rathauses. Wie jedes Jahr finden zuvor zwei Gedenkrituale statt: auf dem Jüdischen Friedhof die Andacht des evangelischen Kirchenkreises um 15 Uhr und an der Erinnerungstafel für die Jüdische Gemeinde am Rathaus Worte des Arbeitskreises um 18 Uhr. Vertreter des Forums für Sinti und Roma Hannover werden einen Kranz niederlegen. Sämtliche Veranstaltungen sind öffentlich.

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Erstellt:
4. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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