Die gestreifte Raupe, der Blutbär, zählt das Jakobskreuzkraut zu seinen Lieblingsspeisen. Foto: ULV Große Aue

Die gestreifte Raupe, der Blutbär, zählt das Jakobskreuzkraut zu seinen Lieblingsspeisen. Foto: ULV Große Aue

Steyerberg 30.06.2020 Von Die Harke

Der Blutbär soll es richten

Gegen das Jakobskreuzkraut: ULV Große Aue testet neues Verfahren

Das Jakobskreuzkraut ist Nutztierhaltern ebenso wie dem Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Große Aue ein Dorn im Auge.

Der Verband testet nun ein neues Verfahren im Kampf gegen die Giftpflanze: Eine kleine Raupe soll die Bekämpfung auf biologische Weise unterstützen. Der Blutbär, auch Jakobskrautbär genannt, ernährt sich ausschließlich von dem Jakobskreuzkraut.

„Auf den Bermen der Großen Aue gibt es seit Jahren Probleme mit der Pflanze. Es wurde schon auf unterschiedlichste Weise versucht, Herr der Sache zu werden, aber das Jakobskreuzkraut ist wirklich hartnäckig“, berichtet Gewässerkoordinatorin Vanessa Held.

Als Pferdehalterin mit gepachteten Flächen im Landkreis Nienburg weiß sie um die Gefahr im Futter und auf Weiden sehr gut Bescheid. Die Samen der ein- bis zweijährigen Pflanze verweilen bis zu 20 Jahre im Boden und können jederzeit wieder austreiben. Mulchen oder ein Ausstechen der Pflanze brachte in der Vergangenheit nur wenig Erfolg.

Der ULV besuchte eine Schulung bei Andreas Frahm aus Stubben bei Lübeck, der seit etwa zehn Jahren mit dem Blutbären arbeitet. Der Schmetterling legt seine Eier auf der Unterseite meist bodennaher Blätter der zweijährigen Pflanze ab, deshalb ist es für die Vermehrung des Blutbären wichtig, dass nicht alle Pflanzen komplett entfernt werden.

„Damit wir mit dem Blutbären die Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes großflächig angehen können, müssen wir eine eigene kleine Zucht in die Wege leiten“, beschreibt Vanessa Held. Von der Schulung hat der ULV 50 Tierchen mitgebracht und diese in einem Bereich der Großen Aue ausgesetzt.

In dem Bereich wird dort nicht gemulcht, damit sich der Blutbär möglichst gut vermehren kann. Es ist wichtig, dass die Blätter der Pflanze erhalten bleiben. „Im nächsten Jahr können wir dann von dieser Fläche weitere Tierchen entnehmen und diese im gesamten Verbandsgebiet verteilen.“

Nach Frahms Angaben sollte sich die Raupenpopulation im dritten oder vierten Jahr nach der Aussetzung so vermehrt haben, dass die Tiere in der Lage sein sollten, die Bestände des Jakobskreuzkrautes drastisch zu reduzieren. Es ist also noch etwas Geduld gefragt.

Der ULV bittet Nutztierhalter und Flächeneigentümer, nach der gelb-schwarz gestreiften Raupe Ausschau zu halten. „Sollten Blutbärraupen vorhanden sein, geben Sie ihnen die Chance, sich zu vermehren. Sie sind für Nutztiere nicht gefährlich und fressen nur das Jakobskreuzkraut“, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

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Erstellt:
30. Juni 2020, 18:21 Uhr
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