Wenn alles fertig ist, haben diese und andere Männer mehr als 1.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet: Hans-Dieter Schmitz, Jürgen Fiedler, Wilfried Badusche, Bernd Westhoff, Siegfried Wasner, Thomas Stukenborg und Bernt Guder (von links). Achtermann

Wenn alles fertig ist, haben diese und andere Männer mehr als 1.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet: Hans-Dieter Schmitz, Jürgen Fiedler, Wilfried Badusche, Bernd Westhoff, Siegfried Wasner, Thomas Stukenborg und Bernt Guder (von links). Achtermann

Hoya 18.02.2017 Von Horst Achtermann

Der (Fachwerk-) Rohbau steht

Im Bürgerpark wird das älteste Haus Hoyas wieder aufgebaut / Bürgervereine, Bärenkappen und Zimmerleute im Einsatz

Innerhalb von zwei Tagen haben Männer der Bürgervereine und der [DATENBANK=1849]Bärenkappen-Kompanie[/DATENBANK] die Schutzhütte in Hoyas Bürgerpark im Rohbau aufgebaut. Fachlich begleitet wurden sie von Zimmermeister Wolfgang Ludwig und seinem Team aus Hoyerhagen. Das Fachwerk dieser Hütte hat seine eigene Geschichte.

Das älteste Haus in Hoya, gebaut im Jahr 1604 von dem Brauer Johann von Döhren, stand vor dem Abbruch in der Deichstraße 18 in Hoya. Auch sein Nachfolger Christoph Heyden als zweiter Besitzer war ein Brauer.

Wer das alles weiß? Natürlich Henry Meyer, der in seinem privaten Archiv vieles über Häuser in Hoya aufgezeichnet hat.

Nachdem sich Rat, Verwaltung, Bürgervereine, Bärenkappenkompanie und die Zimmerei Ludwig auf ein Konzept geeinigt hatten, wurde im Jahr 2008 ganze Arbeit geleistet. Das Haus wurde abgerissen. „Mit 80 Männern an zwölf Wochenenden, ehrenamtlich für unsere Stadt“, erinnert sich Thomas Stukenborg, Chef der Bärenkappen.

Mit von der Partie waren außerdem Siegfried Wasner, Hans-Dieter „Schmitti“ Schmitz und Wilfried Badusche, mit 80 Jahren der älteste in der Rentner-Crew und zugleich Bediener des THW-Autokrans. Weiter haben Bernt Guder, Bernd Westhoff und Thomas Stukenborg eine Auszeit von ihrer beruflichen Tätigkeit genommen. Jürgen Fiedler hält als Chronist die Tätigkeiten der Vereine fest.

Ehrenamtlich hat sich auch Herbert Harms, Raumausstatter im Ruhestand, mit seinem Hobby Schnitzen mit 40 Stunden eingebracht. „Ich habe den uralten Eingangsbalken aus Eiche verschönert und mit Leinölfirniss erhärtet“, berichtet Harms. Es galt, mit „Gott gebe Glück und Segen drein“ den Spruch der Bierbrauer, in alter Frakturschrift geschrieben, und den Maische-Scheit, das Zunftzeichen der Brauer, zu überarbeiten. Sehr zur Freude von Braumeister Thomas Stukenborg, der in einer Brauerei in Herford seinem Beruf nachgeht.

Der Bärenkappenchef berichtete auch, dass bis Dienstagabend bereits 500 Stunden ehrenamtlich geleistet wurden. „Es werden wohl 1.000 Stunden werden“, schätzt Stukenborg. Pflasterarbeiten innen und außen, ausmauern der Gefache, Legen der Rohre für Strom und Frischwasser und ein Lehrrohr für Abwasser.

30 Paletten Dachpfannen haben die Mitglieder der Vereine „geerntet“, wie Thomas Stukenborg „umsonst bekommen“ umschreibt. Von einem Dach in Erichshagen „für null“ heruntergenommen. Steine für den Fußboden wurden vom Hof der Firma Lühmann aufgenommen, auch das hat nichts gekostet.

„Wir werden mit der veranlagten Summe wohl nicht auskommen“

Beim Bauhof lagert außerdem ein uralter, beim Abriss entdeckter Sandsteinbrunnen. Er könne zur Gewinnung von Frischwasser noch seinen Dienst tun, so Brauer Stukenborg.

Die Kosten sind von Firma Ludwig auf rund 95.000 Euro kalkuliert. Das sieht Rolf Walnsch etwas anders. „Wir werden mit der veranlagten Summe wohl nicht auskommen“. Allerdings werden zwei Drittel der Summe gefördert, und ein Drittel trägt die Stadt Hoya, die auch das Projekt in ihrer Trägerschaft durchführt. Die Männer der Bürgervereine und der Bärenkappen können viel mehr als nur Handlager sein, sagt anerkennend Wolfgang Ludwig, Chef des Unternehmens.

Die Hütte steht in der äußersten Ecke des Bürgerparks, zwischen Heimatmuseum und Marschsiedlung. Der Standort wurde so gewählt, dass er in der Nähe des Bereichs liegt, der im Bürgerpark für sommerliche Events und den Katharinenmarkt genutzt wird.

Der Rohbau der Schutzhütte. Achtermann

Der Rohbau der Schutzhütte. Achtermann

Die Balken wiegen 750 Kilo, schätzt Thomas Stukenborg. Achtermann

Die Balken wiegen 750 Kilo, schätzt Thomas Stukenborg. Achtermann

In 40 Stunden ehrenamtlicher Arbeit hat Herbert Harms den Eingangsbalken beschriftet und verschönert. Achtermann

In 40 Stunden ehrenamtlicher Arbeit hat Herbert Harms den Eingangsbalken beschriftet und verschönert. Achtermann

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Erstellt:
18. Februar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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