Arne Hildebrandt DH

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Der Kommentar

Kritik am Krankenhaus ernst nehmen

Die Krankenhausleitung hat es schwer. Erst die Kritik eines Pflegers über zu wenig Pflegepersonal im Krankenhaus, jetzt folgt die Kritik einer Ärztin über zu wenig Ärzte. Und wenn neue eingestellt werden, sind es überwiegend ausländische, die schlecht Deutsch sprechen. Hinter allem steht die Kritik, dass der Gesundheitskonzern Rhön-Klinikum AG als Betreiber des Krankenhauses in erster Linie Geld verdienen will – auf Kosten der Patienten.

Der Harke liegt nicht nur die Schilderung einer Ärztin vor. Auch mehrere Patienten haben nach der Harke-Veröffentlichung über Missstände im Krankenhaus ihre negative Erfahrungen mit der Klinik geschildert. Bei 15?600 Patienten und 29?000 ambulanten Patienten sind das zwar Einzelfälle. Sie sind aber ernst zu nehmen. Eine Patienten hat die falschen Medikamente mitbekommen – weil das Personal überlastet war? Eine Patientin schrieb: „Alle Stationen sind überbelegt. Also schob man mich erst einmal in die sogenannte Sitzecke für Besucher.” Und immer wieder Klagen, dass die ausländischen Ärzte schlecht zu verstehen sind.

Das Krankenhaus lässt sich zwar von neutralen Stellen begutachten. „Die Qualität unserer Leistungen ist uns in zwei freiwilligen Audits zur Patientensicherheit bestätigt worden, die von zwei unabhängigen externen Einrichtungen im Gesundheitswesen 2011 durchgeführt worden sind”, sagt Geschäftsführer Ronald Gudath. Dennoch macht jetzt auch eine Ärztin öffentlich deutlich, dass offenbar nicht alles glatt läuft.

Arne Hildebrandt

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Erstellt:
19. September 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 42sec

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