Bei den Proben zum „Messias“, der am 7. Dezember in der Stiftskirche Loccum aufgeführt wird. Foto: loccumotive

Bei den Proben zum „Messias“, der am 7. Dezember in der Stiftskirche Loccum aufgeführt wird. Foto: loccumotive

Loccum 16.11.2019 Von Die Harke

Der „Messias“ steht auf dem Programm

Kreiskantorei, Chor der Stiftskirche und Barockorchester proben gemeinsam Händel: für den 7. Dezember

Wer im Sommer oder Herbst am Gemeindehaus der ev. Kirche Stolzenau vorbeikam, mag sich gewundert haben, als das „Halleluja“ von Händel aus den geöffneten Fenstern klang.

Zu hören waren dann Chorproben für die gemeinsame Aufführung des „Messias“ von Georg Friedrich Händel durch die Kreiskantorei Stolzenau-Loccum unter Leitung von Kreiskantor André Hummel und den Stiftskantor Michael Merkel mit dem Chor der Stiftskirche Loccum.

In Vorbereitung ist die Aufführung der Teile I und III des Oratoriums für Soli, Chor und Orchester. Aus dem Teil II wird zudem das bekannte „Halleluja“ gesungen. Das Konzert findet am Samstag, 7. Dezember, um 19 Uhr in der Stiftskirche Loccum statt.

Möglich wird dieses Konzert durch die Förderung zahlreicher Sponsoren wie dem Landschaftsverband Weser-Hunte, der Neuhoff-Fricke Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kunst, der Stiftung der Sparkasse Nienburg, der Volksbank Nienburg und vieler kirchlicher Organisationen.

Das Zusammenarbeiten zweier Chöre ist immer eine besondere Herausforderung, bei der Disziplin und Konzentration aller Beteiligten gefragt sind. Hummel (Stolzenau) dirigierte bei den gemeinsamen Proben die Chöre mit viel Engagement, Geduld und Temperament, während Merkel (Loccum) am Keyboard die anspruchsvolle, temporeiche Orchesterbegleitung „zauberte“.

Freude und Gänsehaut

Für den perfekten Gesamtklang wurde an den Trillern, Fugenthemen, den Kolloraturen, den Dur- und Mollwechseln, der Dynamik und den Schlussakkorden gefeilt. Aus den Chören war zu hören, wieviel Freude die Sängerinnen und Sänger beim Einstudieren der einzelnen Stücke hatten, welches Erlebnis der gemeinsame Klang bereitete und dass das Singen des „Halleluja“ eine Gänsehaut erzeugte.

Der Komponist des Werkes, Georg Friedrich Händel, gilt als der erste und wichtigste Vertreter Englands für den Bereich des Oratoriums. Vor allem der „Messias“ wird als Inbegriff geistlicher Musik angesehen und zählt auch im deutschen Sprachraum zu den am häufigsten musizierten Werken. Händel schrieb das Oratorium 1741 in 24 Tagen bei einem Irlandaufenthalt.

Dabei lag das Werk nie in einer endgültigen Form vor, sondern Händel nahm – bedingt durch sich wandelnde Aufführungsbedingungen und Solisten – verschiedene Umarbeitungen vor. Den Text stellte der Librettist Charles Jennens zusammen, die Uraufführung erfolgte am 13. April 1742 im Konzertsaal der Fishamble Street in Dublin.

In London blieb der Erfolg jedoch aus. Viele Gläubige waren empört, weil der „Messias“ keine Musik für den Gottesdienst war, sondern ein „Grand Musical Entertainment“ (Jennens).

Die Bibelworte sollten nach Meinung der Kritiker nur im gottesdienstlichen Rahmen erklingen. Der Londoner Bischof verbot daher, das Werk in einer anglikanischen Kirche aufzuführen. Der „Messias“ wurde erst ab 1750 beliebter und dann zu Händels Lebzeiten noch siebzig Mal aufgeführt.

Karten im Vorverkauf für 18 Euro (Jugendliche bis 16 Jahre fünf Euro; Kinder bis sechs Jahre frei) gibt es in der Bücherbutze Nienburg, bei der Firma Schumacher in Loccum, im Büro der Superintendentur Stolzenau in der Langen Straße, in Steyerberg bei Larisch und in der Klosterpforte Loccum unter Telefon (05766) 960266 möglich. An der ab 18 Uhr geöffneten Abendkasse kosten die Karten für Erwachsene dann 20 Euro.

kirchenmusik-stolzenau-loccum.wir-e.de/aktuelles

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Erstellt:
16. November 2019, 15:02 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

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