Der Profit

Der Profit

Stefan Reckleben

Das Bürgerbegehren gegen den Steimbker Kunstrasenplatz läuft, und die Nerven liegen blank. Von 208 nötigen Unterschriften haben die Gegner 300 gesammelt. Ein guter Start, und die Differenzen über Sinn und Unsinn eines Kunstrasens, über Sinn und Unsinn von Sanierung und Neubau ist in persönliche Auseinandersetzung abgedriftet.

An den Nerven der Befürworter zerrt die Unsicherheit darüber, ob die Gegner 25 Prozent der Wahlberechtigten erreichen, um den Kunstrasen zu kippen. Nervosität macht sich auch bei Gegnern breit. Mittlerweile hat die öffentliche Debatte übers Für und Wider eine Menge Fakten in Wohnstuben, auf Theken und Stammtische gespült. Das Nachdenken in der Bürgerschaft hat begonnen, und zwar jenseits des parteipolitischen Gezänks.

Das Ganze ist spannende Demokratie. Bei der Abstimmung ist nicht nur ein Feld anzukreuzen. Da wird gefragt, ob der Ratsbeschluss über den Kunstrasen-Zuschuss aufgehoben werden soll, Ja oder Nein. Also haben Befürworter genau die gleiche Chance wie Gegner. Wenn die keine 25 Prozent der Wahlberechtigten im aktuellen Wählerverzeichnis aufbringen, wird der Kunstrasen gebaut. Das wird er auch, wenn die Befürworter zwar 25 Prozent erreichen, die Befürworter aber 25,1 Prozent.

Wenn die Abstimmung parallel zur Landtagswahl am 20. Januar läuft, profitieren Gegner, Befürworter und Gemeinde. Die spart Geld und Ehrenamt. Auch Politik profitiert. Denn sich mit einem Extratermin zum gewünschten Ergebnis zu mauscheln, wäre keinem zu erklären. Mauschelei hat der Bürger eh satt. So wird der Verwaltungsausschuss am Montag den 20. Jänner wählen.

Stefan Reckleben