Heiko „Schotty“ Schotte ist Kult. Nun kommt der Tatortreiniger auf die Bühne. Guide Thurks Version der trockenen Hauptfigur steht der von Bjarne Mädel in nichts nach. Foto: Volker Beushausen

Heiko „Schotty“ Schotte ist Kult. Nun kommt der Tatortreiniger auf die Bühne. Guide Thurks Version der trockenen Hauptfigur steht der von Bjarne Mädel in nichts nach. Foto: Volker Beushausen

Nienburg 04.01.2020 Von Die Harke

Der Tatortreiniger im Theater

Bühnenadaption der Kultserie am 16. und 17. Februar auf dem Hornwerk

Die Comedy-Kult-Serie „Der Tatortreiniger“ mit Bjarne Mädel wurde bereits mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Nun kommen zwei der beliebtesten Episoden gleich zweimal ins Theater auf dem Hornwerk. In der Bühnenadaption spielt Guido Thurk den Tatortreiniger, und zwar am Sonntag, 16. Februar, um 16 Uhr, sowie am Montag, 17. Februar, um 20 Uhr.

„Im Februar 2019 gastierte der ‚Tatortreiniger‘ des Westfälischen Landestheaters im benachbarten Sulingen“, teilt das Nienburger Theaterteam mit. „Der sprühend-komische Theaterabend wurde dort mit minutenlangem Schlussapplaus belohnt.“

Wenn alle anderen weg sind, der Mörder, die Kriminalbeamten, die Spurensicherung, wenn nur noch die Leiche da ist, schlägt seine Stunde! Dann kommt Heiko „Schotty“ Schotte! Dann wird das entfernt, was keiner mehr braucht und was keiner sehen will. Die Reste der Verbrechen. Seien die Orte auch noch so grauenvoll, Schotty schreckt nichts. Es ist eine Wissenschaft. Mit Bürsten, Schrubbern, Seife, Schwämmen und chemischen Substanzen betritt er die Tatorte und putzt. Vor allem braucht er aber Empathie und Geistesgegenwärtigkeit.

Denn Schotty ist nie allein. Er begegnet völlig fremden Menschen. Hinterbliebenen oder Bekannten der Opfer, Leuten, die zufällig vorbeikommen oder den Geistern der Ermordeten. Alle befinden sich in emotionalen Ausnahmezuständen. Sie wollen reden, alles mal grundsätzlich klären. Schotty wird zur alltagsphilosophischen Projektionsfläche, muss erläutern, trösten und die Dinge wieder in Ordnung bringen.

Am Anfang stand ein Experiment. Im November 2011 drehte der NDR in Hamburg vier Folgen einer neuen Kurz-Serie. Aber „Der Tatortreiniger“ wurde zu einem Kulthit. 2012 bereits mit dem Grimme-Preis gekrönt, stieg die Nachfrage des immer zahlreicher werdenden begeisterten Publikums rasant. 2018 wurde die siebte und letzte Staffel der bösen Comedy-Serie gedreht. Die Quoten, insbesondere beim jungen Publikum, explodieren nach wie vor.

Hinter dem Autoren-Pseudonym Mizzi Meyer verbirgt sich eine der klügsten deutschen Theaterautorinnen: Ingrid Lausund. Nach einem Schauspielstudium an der Theaterakademie in Ulm kam sie über die Zwischenstation Ravensburg als Hausautorin und Regisseurin ans Hamburger Schauspielhaus. Ihre Stücke bestechen durch eine raffinierte Balance zwischen humorvollen Dialogen und anspruchsvollen Auseinandersetzungen mit gesellschaftlich relevanten Themen.

Karten sind erhältlich an der Theaterkasse im Stadtkontor, Kirchplatz 4, in Nienburg, Telefon (0 50 21) 8 73 56, Fax (0 50 21) 87 5 83 56, per E-Mail an theaterkasse@nienburg.de sowie im Internet unter www.theater.nienburg.de.

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Erstellt:
4. Januar 2020, 16:48 Uhr
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