Seine ehrenamtliche Tätigkeit bringt Günter Brunschier auf eine einfache Formel: „Zuhören und koordinieren.“ Der Petershäger bietet immer an jedem letzten Mittwoch im Monat die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung an Graue

Seine ehrenamtliche Tätigkeit bringt Günter Brunschier auf eine einfache Formel: „Zuhören und koordinieren.“ Der Petershäger bietet immer an jedem letzten Mittwoch im Monat die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung an Graue

Loccum 28.07.2019 Von Jörn Graue

Der erste Schritt heißt: Zuhören

EUTB-Teilhabeberatung in Lccum / Angebot für Menschen mit und mit drohender Behinderung

Seine ehrenamtliche Tätigkeit bringt Günter Brunschier auf eine einfache Formel: „Zuhören und koordinieren“, fasst der Petershäger die Aufgaben zusammen. Er bietet immer an jedem letzten Mittwoch im Monat in der Zeit von 9 bis 12 Uhr die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, kurz EUTB, im Loccumer Gemeindehaus, Weserstraße 1, an.

Bei dem etwas sperrig klingenden Begriff handelt es sich um ein auf dem Bundesteilhabegesetz basierenden Angebot für Menschen mit einer Behinderung oder drohenden Behinderung. Diese erfahren beispielsweise, wo und wie sie Leistungen zur medizinischen Rehabilitation beantragen können oder welche beruflichen Perspektiven sich ihnen bieten. Zu dem angesprochenen Personenkreis gehören ausdrücklich auch Angehörige sowie Ehe- und Lebenspartner.

„In einem persönlichen Gespräch wird deutlich, welche Probleme es bei einzelnen Menschen gibt“, erklärt der 68-jährige Brunschier, welcher der evangelischen Kirchengemeinde Loccum angehört und im Stiftschor singt. Er hat einst im Konzern-Controlling einer früheren deutschen Bank gearbeitet und setzt sich aktuell für Schwerbehindertenangelegenheiten am Sozialgericht in Detmold ein.

Er selbst hat nach eigenen Worten körperliche Einschränkungen, die einen Grad der Behinderung von 50 Prozent ausmachen. Dass selbst Betroffene wiederum andere Betroffene beraten, ist ein Grundgedanke der EUTB. Zugleich möchte er eine Anlaufstelle für Menschen im Nienburger Südkreis sein. Viele Menschen würden teils gar nicht wissen, an wen sie sich wenden könnten.

Dabei ist Brunschier bewusst, dass auch Scham von Ratsuchenden eine Rolle spielt. „Die Menschen entscheiden, was sie in einem persönlichen Gespräch von sich preisgeben.“ Die Beratung erfolgt darüber hinaus anonym, die Gesprächsinhalte werden nicht schriftlich festgehalten.

Der Petershäger ist nach eigenen Worten dankbar dafür, dass die Loccumer Kirchengemeinde das Gemeindehaus kostenlos für Beratungen zur Verfügung stellt.

Seit Mai 2018 bietet die Drakenburgerin Marina Gempfer die EUTB-Beratung in den Räumen des SoVD-Beratungszentrums an der Marienstraße 12 in Nienburg an. Der Sozialverband Deutschland ist im Landkreis der Träger des Angebots.

„Etwa 25 bis 30 Beratungsgespräche führe ich im Monat“, berichtet die 61-Jährige. Sie stellt klar, dass es bei der EUTB-Beratung nicht um rechtliche Fragen, wie etwa den Erhalt einer höheren Rente, gehe. Wichtig sei es ihr auch, den Ratsuchenden durch ein individuelles Gespräch ein besseres Gefühl zu vermitteln.

Zum Artikel

Erstellt:
28. Juli 2019, 14:28 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 14sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.