Hagebölling

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Der erste Weser-Krimi ist da

„Opferwissen“ von Hoyas Jerry-Cotton-Autor Horst Friedrichs seit einer Woche auf dem Markt

Von Edda Hagebölling

Hoya. Horst Friedrichs atmet auf. Aber er ist auch sehr gespannt. Seit etwa einer Woche ist das „Opferwissen“ auf dem Markt. Der Verlag Niemeyer aus Hameln hatte den erfahrenen Jerry-Cotton-Autor aus Hoya vor etwa einem Jahr gefragt, ob er Lust hätte, einen eigenen Krimi zu schreiben. Einen, der vor Ort spielt und sich damit in die Reigen der Regionalkrimis einreiht, die seit einiger Zeit auf den Markt drängen. Horst Friedrichs hatte Lust. Drei Monate hat er an dem 344 Seiten dicken Taschenbuch geschrieben. Etwa doppelt so lange hat er sich vorbereitet. Genauso selbstverständlich, wie er als Jerry-Cotton-Autor unter anderem bei der New Yorker Polizei recherchiert hat, hat er sich für seinen ersten Weser-Krimi ausführlich bei der Polizeiinspektion und bei der Polizeiakademie in Nienburg umgesehen. Und über deren Strukturen informiert.

Herausgekommen ist ein Krimi, in dem eine Polizeischülerin verschwindet und ihre Freundin, eine junge Frau aus Hannover, sogar ermordet wird. Beide hatten am Vorabend zusammen mit ihrer Clique noch eine Open-Air-Fete des Jazz-Clubs vor dem Fresenhof besucht. Hauptverdächtiger ist lange Zeit Jonas, der Exfreund der Verschundenen. „Er hat mir so leid getan“, so Helen Friedrichs am Mittwoch beim Treffen mit der Harke am Sonntag. Seiner Frau Helen hat Horst Friedrichs sein Buch gewidmet. Die Hauptpersonen in dem Krimi sind die Polizeibeamten Martin Morlock und Rebecca Scott. „Der Name Morlock ist mir seit der Fußballweltmeisterschaft 1954 nicht mehr aus dem Sinn gegangen. Der sollte mein Held sein“, so Friedrichs. Für Rebecca Scott hat er sich entschieden, weil sie mit diesem Namen halb deutsch und halb englisch sein konnte. Rebecca Scotts Vater war in Nienburg stationiert, ist später aber wieder nach England zurück gegangen. Dass auch Horst Friedrichs Heimatstadt Hoya in dem Krimi vorkommen sollte, stand für den 74-Jährigen ebenfalls recht schnell fest. Kurzerhand hat er seinem Held Martin Morlock eine Tante angedichtet, die ihm ein Haus in Hoya vererbt hat.

Apropos gedichtet: „Ich habe mir schon erlaubt, ein paar Begriffe abzuwandeln“, so Friedrichs. „Hätte ich immer die korrekten Begriffe verwendet, wäre womöglich ein Sachbuch entstanden“, fährt er fort und meint damit beispielsweise den Begriff „Polizeischülerin“. Richtig wäre wohl gewesen: Polizeianwärterin.

Dass der erste Weser-Krimi fertig ist, hat sich in Hoya ganz schnell herumgesprochen. Die erste Lesung mit Horst Friedrichs findet am 20. Juni in der „Leserei“ in Hoya statt. Auch der Polizeiakademie musste er längst versprechen, den Polizeianwärtern aus dem „Opferwissen“ vorzulesen.

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Erstellt:
3. Juni 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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