Mimi? Stephie? Michèle? Stephie? Michèle? Mimi? Michèle? Mimi? Michèle? Man hat’s nicht leicht als Bachelor. Fotos: TVNOW/Collage: Senning

Mimi? Stephie? Michèle? Stephie? Michèle? Mimi? Michèle? Mimi? Michèle? Man hat’s nicht leicht als Bachelor. Fotos: TVNOW/Collage: Senning

Berlin 17.03.2021 Von Kristina Senning

Der fetteste Korb im TV aller Zeiten

„Der Bachelor“, das Finale: Die Glosse zur RTL-Sendung

Mit einer dicken, fetten gusseisernen Pfanne hat Bachelor Niko im Finale seine Körbe verteilt. Wer bislang dachte, ein einfaches „Sorry, du bist es nicht“ wäre gewissermaßen fies gewesen, der wird in neue, unfassbare Dimensionen des „Blöd-Arsch-Seins“ eintauchen dürfen.

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Doch fangen wir von vorn an, dort, wo all das Übel erst seinen Lauf nahm: Bei der Entscheidung in Woche 8 nach den Home-Dates, als der Bätschi urplötzlich feststellte, wie viel Klasse Michèle doch hatte. Blöd nur, dass er sie zu diesem Zeitpunkt schon nach Hause geschickt hatte. Blöd auch: Eine Entscheidung will der Bachelor niemals bereuen. NIEMALS.

Nun lernen wir aber, dass „niemals“ offenbar eine sehr kurze Zeitspanne umschreibt, denn schon direkt zu Beginn des Finales beichtet der Rosenbengel: Er habe es bereut. Er wollte sie packen, sie küssen, sie äähhh... danke für diese bildhaften Informationen, reicht denn auch. Jedenfalls lässt Niko keine Zweifel zu: Er muss Michèle wiedersehen, mit ihr reden. Der Bätschi bricht sogar die heiligen RTL-Regeln, indem er sie noch einmal im Hotel besucht.

Beim Dinner mit Niko erfährt Michèle, dass sie mit diesem Date Stephies Platz eingenommen hat – ein Schock für die Nachrückerin. Foto: TV NOW

Beim Dinner mit Niko erfährt Michèle, dass sie mit diesem Date Stephies Platz eingenommen hat – ein Schock für die Nachrückerin. Foto: TV NOW

Dann spricht er mit der Redaktion, ruft bei Michéle an, fragt, ob sie wieder zurückkommen möchte, die wiederum gerührt in Tränen ausbricht. „Ich dachte, ich sehe dich nach der Entscheidung nie wieder“, schluchzt sie ins Telefon. Ach, was hätte uns das für ein Drama erspart. Da die Würze der gesamten Staffel aber eher einer Gurke statt einer Habanero glich, musste jetzt halt noch einmal eine richtige Lauchaktion gestartet werden.

Allerdings muss auch der Bachelor im Zeitplan bleiben und so folgt zunächst das erste „Dreamdate“ der Staffel (wenn ich könnte, würde ich da die größten Gänsefüßchen der Welt hinsetzen, Leute) mit Mimi. In einem schwarzen Wagen werden die Beiden zu ihrer Destination gefahren, beide nervlich eher so in Richtung Bananenwrack. Mimi sieht aus, als ob sie jeden Moment in Tränen ausbricht und Niko hängt mit den Gedanken bei seiner Noch-Verflossenen. Plötzlich halten sie an und Mimi macht große Augen: Es ist ... ein Kino!

Tja, ihr Lieben: In Zeiten von Corona schraubt auch RTL die Ansprüche runter. Was einmal Malediven, Massagen und Mimosas gewesen sind, verwandelt sich 2021 in eine verstaubte Diashow in einem leeren Kinosaal. Doch wir erinnern uns an Mimis Worte: Wir sind wegen des Mannes hier!

Also gucken sich die beiden ihre gemeinsamen Momente der vergangenen Wochen an, hören, was der eine über den anderen sagt, vergießen Tränchen. Im Anschluss folgt eine Nacht im Hotel, denn wir wissen: Das gehört zu den ungeschriebenen Dreamdate-Regeln des RTL-Freudenhauses.

Niko muss Stephie eine Mitteilung machen, die ihm sehr schwer fällt.  Foto: TVNOW

Niko muss Stephie eine Mitteilung machen, die ihm sehr schwer fällt. Foto: TVNOW

Was daran nun ein Dreamdate gewesen sein soll, ist mir zwar schleierhaft, denn so ziemlich jedes Date der diesjährigen Staffel war abwechslungsreicher (ja okay, die Home-Dates sind einfach raus) und spannender als das, aber nun gut: Es geht um den Mann und Ansprüche haben wir nicht. Bitte merken.

Am nächsten Morgen geht es für Mimi nach Hause und der Bachelor bleibt mit seinen männlichen Gedanken allein. Allerdings nicht lange: Der erste große Korb der Sendung will schließlich großzügig verteilt werden. Deshalb fährt er nach dem Telefonat mit Michèle zur ersten Abservierten dieses Finales: Mehr als freudestrahlend nimmt Stephie Niko im Hotelzimmer in Empfang – schließlich denkt sie, es ginge nun auf ein Dreamdate. Ein Fußboden gespickt mit Lego-Steinen dürfte angenehmer sein als folgende Situation.

Der Bätschi wäre nicht der Bachelor, würde er das Ganze nicht total besch...eiden lösen. Fast grinsend verrät ihr der Rosenbengel nämlich, dass er in der vergangenen Woche die falsche Entscheidung getroffen hat. Wer hier noch einen Mini-Mini-Funken an Reue erwartet hat, wird vollends enttäuscht.

Aber ganz ehrlich: Überrascht hat es mich nicht, der Fünfziger bei Monopoly ist echter als dieser Banause. Zwar lässt Niko die Schultern hängen wie ein begossener Pudel, doch beim Gesicht ist die falsche Betretenheit nicht angekommen. Verständlich, dass sich Stephies Augen binnen Sekunden in Laserwaffen verwandeln. Vor einigen Wochen hatte Linda noch einen Uppercut verkündet, jetzt hätte ich fast Verständnis dafür gehabt, wenn Stephie diesen verteilt hätte.

„Das Schlimme ist, dass mir von Anfang an klar war, dass du dich nie für mich entscheiden würdest“, sagt sie mit einem unheimlichen, starren Lächeln, das Hitchcock selbst nicht hätte besser umsetzen können.

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Doch der Vorhang fällt, als der Bachelor das Zimmer verlässt und die Tränen kullern. Wobei: Tränen habe ich jetzt nicht gesehen, aber das Schniefen war schon sehr filmreif.

Das Dreamdate verbringt nun also Austausch-Michèle mit Niko in einer Scheune, in der erneut eine Leinwand aufgebaut worden ist. RTL freut sich, weil sie die komplette Filmsequenz (was für ‘ne Überraschung...) mit den beiden neu schneiden kann. Es wird gekuschelt, gegessen und dann fällt der Groschen: Bis dahin wusste Michéle nämlich nicht, dass Stephie nachträglich ihretwegen rausgeflogen ist. Hupsi. Doch der Stimmung tut diese Tatsache keinen Abbruch und die beiden finden sich später ebenfalls in einem Hotelzimmer wieder. Ihr wisst schon, für die tiefgründigen Gespräche.

Am nächsten Morgen frühstücken Niko und Michèle, bis sie schließlich fragt: „Bereust du es eigentlich, mich zurückgeholt zu haben?“ – „Keine Sekunde“, sülzt der Rosenknecht und lässt sich weitere drölf Male bestätigen, wie toll er doch sei. Dann geht es für die zweite Finalistin nach Hause.

Dann wird es ernst – so richtig. Die letzte Rose will verteilt werden: In einem Heli wird der Bachelor zur letzten Location kutschiert. Wie James Bond. Nur in schlecht. Die beiden Läääädies hingegen werden in einem Wagen zur Halle gebracht. Auf dem Boden hängen 30 Zentimeter künstlicher Nebel, beim Feiern war man früher froh drüber, weil man die ganzen Glasscherben und den klebrigen Alkohol nicht sehen musste.

Was man heute hingegen nicht übersehen konnte: den fettesten TV-Korb aller Zeiten. Denn nachdem Niko Michèle zurückgeholt hatte, schickt er sie abermals ohne Rose nach Hause. Sie hatte bereits geheult, der Geschichte einen Abschluss-Stempel aufgedrückt und erneut Hoffnung geschöpft – und ist wieder die Gekorbte.

Niko und Mimi. Das Finale. Aber auch das Ende? Foto: TVNOW

Niko und Mimi. Das Finale. Aber auch das Ende? Foto: TVNOW

Mimi hingegen kassiert, wie befürchtet, die letzte Rose. „Mimi, du bist meine Traumfrau, mein Zuhause und meine Mimi, moja Mimi“, sagt er zuletzt auf polnisch unter Tränen. Dann nimmt sie die letzte Rose an, alle heulen und liegen sich in den Armen. Hach, wie wundervoll... nicht. Apropos nicht: Gerüchten zufolge sollen die beiden übrigens kein Paar mehr sein. Außerdem ist eine Verflossene „back im game“. Notieren wir mal unter: Was zu erwarten war...

Und damit beende ich diese Kolumne: Es war mir ein Fest!

Alle Episoden von „Der Bachelor“ gibt es bei TVNOW.

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Erstellt:
17. März 2021, 21:55 Uhr
Lesedauer:
ca. 4min 27sec

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