Detlev Kummer und Museumsleiterin Dr. Kristina Nowak-Klimscha vor einem Stapel Archivalien, die nun erschlossen werden sollen. Foto: Museum Nienburg

Detlev Kummer und Museumsleiterin Dr. Kristina Nowak-Klimscha vor einem Stapel Archivalien, die nun erschlossen werden sollen. Foto: Museum Nienburg

Nienburg 01.10.2020 Von Die Harke

Detlev Kummer nimmt sich jedes Schriftstück vor

Ehrenamtliche Arbeit an der Museumssammlung

Zu den Hauptaufgaben eines Museums gehört das Sammeln, aber eine solche Sammlung muss auch gepflegt und erschlossen werden. Und die Sammlung des Museums Nienburg ist nach über 100 Jahren Bestehenszeit umfangreich und vielfältig.

So hat das Museum auch eine größere Anzahl von Archivalien aus verschiedenen Jahrhunderten im Bestand. Der inhaltliche Bogen reicht von Briefen über Verordnungen bis hin zu Flugblättern und Protokollen. Jede Archivalie ist mit einer Inventarnummer versehen und steht der Forschung zur Verfügung.

Bisher war aber, vor allem bei den älteren Objekten, nicht klar, was genau in dem jeweiligen Schriftstück steht. Gerade bei den handschriftlichen Dokumenten braucht es Spezialwissen und auch genügend Zeit, um die Texte lesen und auch einordnen zu können. Für eine solche Arbeit ist das Museum auf Unterstützung angewiesen, und so hat sich das Team sehr über das Angebot von Detlev Kummer gefreut, der bereits seit mehreren Jahren als Ehrenamtlicher für das Museum Nienburg tätig ist.

Kummer nimmt sich nun nach und nach alle Aktenmappen des Museums vor, liest jedes Schriftstück und transkribiert es anschließend oder erstellt eine ausführliche Inhaltsangabe. Damit erfolgt gleichzeitig auch eine historische Einordnung. Denn es ist vielfach so, dass auch eine transkribierte Akte noch immer nicht wirklich verständlich ist. Sie ist schließlich in einem bestimmten Kontext entstanden und enthält für die damaligen Zeitgenossen verständliche Formulierungen und Bezüge, die sich uns heute nicht ohne Weiteres erschließen.

Der Spaß an der Sache wird ihn nicht verlassen, da ist sich Detlev Kummer sicher. Das Eintauchen in vergangene Welten bietet für ihn immer neue Herausforderungen und die Arbeit bleibt dadurch spannend. Und so ganz nebenbei vergrößert er seinen eigenen Wissensschatz zur Regionalgeschichte. Durch seine ehrenamtliche Tätigkeit sähe das Stadtbild für ihn ganz anders aus, sagt er. Da habe man vor seinem inneren Auge Gebäude und Fabriken, die heute nicht mehr existieren, oder man wisse von Personen, deren Namen heute nicht mehr geläufig seien.

Das Ziel des ehrenamtlichen Projektes ist die vollständige Erschließung des Bestandes. Das sei ehrgeizig, sagt Detlev Kummer, aber als Ehrenamtlicher habe er vor allem eines – Zeit.

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Erstellt:
1. Oktober 2020, 05:33 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 06sec

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