06.10.2013

Deutlich weniger Deponievolumen

Nienburgs CDU-Kreistagsfraktion besuchte Entsorgungszentrum Pohlsche Heide

Uchte. Im Vorfeld ihrer jüngsten Sitzung besichtigte Nienburgs CDU-Kreistagsfraktion das Entsorgungszentrum Pohlsche Heide in Hille im Kreis Minden-Lübbecke. Absicht und Zielsetzung des Besuches waren, einen Einblick in die Struktur und Arbeitsweise des Entsorgungszentrums zu gewinnen, dessen Betreiber die Gesellschaft zur Verwertung organischer Abfälle (GVoA) ist. Während einer Rundfahrt durch die zurzeit 135 Hektar große Abfallentsorgungsanlage konnte der Geschäftsführer der GVoA, Thomas Kropp, bemerkenswerte Fakten und Zahlen vorweisen. Das Entsorgungszentrum setzt sich aus der Deponie, dem Kompostwerk und der Mechanisch-Biologischen-Abfallbehandlungsanlage (MBA) zusammen. Da seit 2005 nur noch vorbehandelte Abfälle unter Ausnahme von rein mineralischen Gütern auf Deponien abgelagert werden dürfen, wurde mit einem Investitionsvolumen von 26 Millionen Euro eine MBA gebaut, die sich seit dem 1. Juni 2005 im Dauerbetrieb befindet. Die Anlagenkapazität ist für 100.000 Mg/Jahr ausgelegt.

Ziel der MBA ist eine Trennung der einzelnen Abfallstoffe und die Behandlung der organischen Verbindungen. Aussortierte Abfälle wie Holz, Metall, Papier und brennbare Abfälle werden stofflich oder energetisch verwertet, während organische Komponenten vergoren werden. Das dadurch entstehende Methan wird in ein Blockheizwerk eingespeist. Die Abfälle, die letztlich deponiert werden, geben keine ihrer Bestandteile an die Umwelt mehr ab.

„Durch die mechanisch-biologische Abfallbehandlung“, so Kropp, “wird nur noch ein Drittel der zugeführten Abfallmengen deponiert“. So beträgt das aktuell verbrachte Deponievolumen etwa 50 000 Kubikmeter/Jahr. Im Jahre 1990 waren es hingegen noch etwa 300 000 Kubikmeter.

Ein bisher einmaliges in die Zukunft gerichtetes Forschungsprojekt „Deponierückbau“ wurde auf der Deponie Pohlsche Heide gestartet. Mit ihm will man untersuchen, ob durch Rückbau von Deponien, auf denen bis zum Jahr 2005 Hausmüll, Bauschutt und Gewerbeabfall eingebracht wurden genügend Rohstoffe für einen wirtschaftlichen Rückbau vorhanden sind. Nach Schätzungen lagern deutschlandweit für 60 Milliarden Euro Brennstoffe in Deponien und für fünf bis sechs Milliarden Euro Kupfer. Ein Abfallentsorgungsbetrieb und namhafte Forschungseinrichtungen begleiten das durch den Bund mit 5,2 Millionen Euro finanzierten Projekt.

Fraktionsvorsitzender Karsten Heineking bedankte sich für die interessanten Informationen und meinte abschließend: „Vielleicht können auch eines Tages Rohstoffschätze auf der Deponie ‚Krähe‘ in Nienburg geborgen werden“. DH

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Erstellt:
6. Oktober 2013, 00:00 Uhr
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