Die deutschen Turnerinnen verpassten in Liverpool das Finale. Foto: Marijan Murat/dpa

Die deutschen Turnerinnen verpassten in Liverpool das Finale. Foto: Marijan Murat/dpa

Liverpool– 30.10.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Deutsche Turnerinnen verpassen WM-Teamfinale

Die deutschen Turnerinnen haben bei der WM in Liverpool das Teamfinale verpasst. Bei der EM im August in München hatte das DTB-Team noch überraschend Bronze geholt.

Das Teamfinale bei den Weltmeisterschaften in Liverpool findet ohne die deutschen Turnerinnen statt. Mit 155,64 Punkten hatte die personell stark geschwächte Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) keine Chance und verpasste den Endkampf als Zehnter nach acht von zehn Qualifikationsdurchgängen in der M&S Arena der britischen Hafenstadt bereits vorzeitig. Doch die Truppe, in der neben Elisabeth Seitz auch noch die 18 Jahre alte Schwebebalken-Europameisterin Emma Malewski, deren ein Jahr jüngere Clubkollegin Lea Marie Quaas, die gleich alte Karina Schönmaier und  die 16-jährige Anna-Lena König standen, leistete sich im gesamten Durchgang nur einen Sturz und zeigte eine beeindruckend stabile Leistung. „Wir sind stolz auf das, was wir hier geschafft haben“, sagte Bundestrainer Gerben Wiersma. Während der Vorbereitung hatten sich die Sportlerinnen zu einem richtigen Team zusammengefunden. Seitz stand den weniger Erfahrenen jederzeit für Fragen zur Verfügung, „ich fühle mich gerade ein bisschen wie eine stolze Mutter“, sagte die Stuttgarterin später. Auch Mehrkampffinale ohne deutsche BeteiligungSie selbst musste aber noch zittern. Als Achte mit 14,40 Punkten stand sie zu dem Zeitpunkt an den beiden Holmen noch auf einem Finalplatz, aber es sollten am späteren Abend noch die starken Teams aus Großbritannien und Italien folgen. Malewski, im August ebenfalls mit EM-Gold dekoriert, musste nach mehreren Unsicherheiten als 14. mit 12,933 Punkten die Hoffnung auf eine Medaille an ihrem Paradegerät bei ihrer ersten WM begraben. Auch das Mehrkampffinale am Donnerstag wird ohne deutsche Beteiligung stattfinden. Drei der Turnerinnen aus dem im August drittplatzierten EM-Quintett standen diesmal nicht zur Verfügung: Die Stuttgarterin Kim Bui hat ihre Karriere nach den Heim-Europameisterschaften beendet, die Kölnerin Sarah Voss und die WM-Zweite am Schwebebalken, Pauline Schäfer-Betz (Chemnitz), mussten verletzungsbedingt absagen. Seitz und Malewski angeschlagen am StartAuch Seitz und Malewski waren nicht hundertprozentig fit an den Start gegangen. Die Stufenbarren-Spezialistin hatte sich zu Beginn der Vorbereitung eine Coronavirus-Infektion eingefangen und zeigte sich nur an den beiden Holmen und am Sprung. Malewski laboriert noch an einer Verletzung am Zeh und verzichtete deshalb auf einen Einsatz am Tisch. Einen kompletten Vierkampf präsentierten Schönmaier (50,633) und König (49,999). Die Deutschen, die in den langbeinigen Anzügen turnten, kamen am Boden (38,266), am Sprung (40,166) und am Barren (40,433) sehr ordentlich durch ihre Programme. Am Balken (36,799) musste Quaas einmal das Gerät verlassen. „Die Atmosphäre war super, und ich bin sehr froh, dass ich hier dabei gewesen bin“, sagte Schönmaier und drückte damit aus, was auch ihre Teamkolleginnen dachten. „Es hat super Spaß gemacht.“

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Erstellt:
30. Oktober 2022, 22:07 Uhr
Lesedauer:
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